Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie > Reisen mit Kindern >

Schulferien: Schummel-Ferien können für Eltern teuer werden

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Bis 1500 Euro Strafe  

Schummel-Ferien können für Eltern teuer werden

15.06.2015, 10:40 Uhr | t-online.de

Schulferien: Schummel-Ferien können für Eltern teuer werden. Wenn Eltern eigenmächtig die Ferien ihrer Kinder verlängern, kann sie das teuer zu stehen kommen.  (Quelle: imago)

Wenn Eltern eigenmächtig die Ferien ihrer Kinder verlängern, kann sie das teuer zu stehen kommen. (Quelle: imago)

Wenn die Schulferien beendet sind und die meisten Kinder wieder die Schulbank drücken, werden manche Mitschüler noch mit ihren Familien am Meer oder in den Bergen sein. Flunker-Ferien nennt sich das Phänomen an Anfang und Ende von Ferien. Aber damit verstoßen Eltern gegen die Schulpflicht und müssen sogar mit einer Geldbuße rechnen.

140 Redakteure im Einsatz für unsere Fans:
Jetzt "Gefällt mir" klicken!

t-online.de auf Facebook.

Tausende Eltern lassen ihre Kinder kurzerhand blau machen und erfinden eine Entschuldigung - meist, weil sie sonst auf den Schnäppchen-Urlaub in der günstigeren Reisesaison verzichten müssten. Teuer könnten die zusätzlichen Schulferien allerdings anschließend werden.

Nach den Worten von Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), ist "schummelfrei" in den vergangenen Jahren fast schon eine Art Volkssport geworden. "Das Problem hat eher zugenommen", sagt er. Was für viele Eltern eine Lappalie ist, kann jedoch Ärger nach sich ziehen und richtig teuer werden. 2008 hatte die Polizei in einer aufsehenerregenden Aktion am Nürnberger Flughafen etwa 100 Familien abgepasst, die gerade aus dem Urlaub kamen und die Schulferien "hinausgeschoben" hatten - teilweise um bis zu zehn Tage. Die Ertappten wurden mit bis zu mehr als 1000 Euro Bußgeld zur Kasse gebeten.

UMFRAGE
Haben Sie schon einmal eigenmächtig die Ferien Ihrer Kinder verlängert?

Lehrer schauen immer genauer hin

In Deutschland besteht Schulpflicht. "Die Eltern sind verpflichtet, für die Anwesenheit ihrer Kinder zu sorgen. Eigenmächtig genommene Urlaubstage oder Urlaubsverlängerungen sind ein Verstoß gegen die Schulpflicht", erklärt Michaela Zientek, Juristin bei der Rechtschutzversicherung D.A.S.

Viele Lehrer schauen inzwischen genauer hin und ziehen notfalls die Reißleine. "Die Schulen sind zunehmend sensibel", betont Beckmann. Obwohl der Verwaltungsaufwand am Ende groß sei, achteten mehr und mehr Lehrer darauf, dass die Klassen rund um die Ferien auch vollzählig seien. Lehrer sind gehalten, gerade in den Tagen vor und nach den Ferien, mit Freistellungen sparsam zu sein.

Nur in begründeten Ausnahmefällen wie Teilnahme an Wettkämpfen, runden Geburtstagen von Großeltern, Hochzeiten oder Todesfällen gibt es frei. Werden die Kinder krank, müssen die Eltern das mit Attest nachweisen. "Auch die Deklaration einer Reise als 'Bildungsurlaub' erlaubt nicht die Befreiung schulpflichtiger Kinder vom Unterricht", ergänzt Zientek.

Bußgeld bis zu 1500 Euro für verlängerte Ferien

Eigenmächtiges Freinehmen in den Tagen vor und nach den Ferien kann gegenüber den Eltern und auch gegenüber Jugendlichen ab 14 Jahren mit einem Bußgeld geahndet werden. Wie hoch es ausfällt, hängt von der Dauer des Fernbleibens und vom Bundesland ab. Für wenige Tage können bereits einige hundert Euro zusammenkommen - in Rheinland-Pfalz schlimmstenfalls bis zu 1500 Euro und in Bayern bis zu 1000 Euro. Laut Zientek kann in einigen Bundesländern gegen Eltern, die ihre Kinder wiederholt der Schulpflicht entziehen, sogar eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten verhängt werden.

Kämen Schulen einer Mogelei auf die Schliche, werde in der Regel nicht gleich ein Bußgeld verhängt, betont Karle. Normalerweise würden Eltern und Kind erst einmal verwarnt, eventuell gebe es einen Eintrag ins Zeugnis. Erst im Wiederholungsfall alarmiere der Rektor die Schul- und Ordnungsämter. Erst kommt es zu den Bußgeldzahlungen.

Flunker-Ferien vor allem ein deutscher Trend

Es seien zunehmend deutsche Eltern, die eigenmächtig die Schulferien verlängerten, um zu sparen oder die Urlaubszeiten von Papa und Mama unter einen Hut zu kriegen, sagt VBE-Chef Beckmann. Früher habe man eher Migrantenfamilien nachgesagt, die offiziellen Ferienzeiten nicht ganz so eng zu sehen. Schließlich sei die ganze Familie gleich für mehrere Wochen in die zweite Heimat gefahren. "Das ist überholt", erklärt Beckmann.

Hier finden Sie sämtliche Schulferien in der Übersicht.

In unserer "Eltern-Welt" finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal