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"Mama, mir ist so langweilig!" Tipps gegen öde Stunden

29.09.2011, 13:55 Uhr | rev, t-online.de

. Eltern sollten für ihre Kinder nicht die komplette Freizeit verplanen, damit die sich nicht langweilen.

Eltern sollten für ihre Kinder nicht die komplette Freizeit verplanen, damit die sich nicht langweilen. (Bild: Archiv)

Kisten voll mit Lego Steinen, Regale mit Kinderbüchern und das halbe Bett bedeckt mit Kuscheltieren - und trotzdem schallt es jammernd aus dem Kinderzimmer: "mir ist so langweilig!" und "Mama, was soll ich machen?" Das ist ein Problem, mit dem sich fast alle Eltern trotz unzähliger Spielsachen und Freizeitaktivitäten herumschlagen müssen. Doch wie entsteht eigentlich Langeweile bei Kindern und ist es überhaupt so schlimm, wenn die Kleinen auch einmal Leerlauf haben? Wir haben Tipps gegen Langeweile zusammengestellt.

Wie entsteht Langeweile bei Kindern?

Langeweile kann bei Kindern auf ganz unterschiedliche Weise entstehen. In manchen Fällen lässt sie sich kaum verhindern, in anderen könnten die Eltern entgegenwirken. Das sind einige Beispiele:

- Langeweile entsteht beispielsweise bei Reizüberflutung durch zu hohen Fernsehkonsum oder zu viel Computerspiele. Bei diesen Beschäftigungen bleibt nur wenig Spielraum, um sich selbst einzubringen, eigene Ideen zu entwickeln und die Fantasie spielen zu lassen - es wird vielmehr alles über den Bildschirm vorgegeben. Diese äußeren Reize können die innere Lehre jedoch nur bedingt ausfüllen.

- Wenn Kinder alles von den Eltern abgenommen bekommen und sie es gewohnt sind, immer beschäftigt zu werden, lernen sie nicht, sich selbst eine Beschäftigung zu suchen. Die Folge: Langeweile.

- Langeweile kann aber auch Teil des Spiels sein: Oft entsteht sie, wenn das Kind zuvor intensiv gespielt hat. Sie ist dann sozusagen das Zwischenstadium bis zur Entwicklung der nächsten Beschäftigungsidee.

- Situationen, in denen Kinder einfach nicht tun können, was sie möchten, sind natürlich zwangsläufig langweilig, lassen sich aber häufig nicht vermeiden. Dazu zählen beispielsweise längere Autofahrten oder Besuche bei Erwachsenen.

Altersgerechtes und fantasieanregendes Spielzeug anbieten

Beschaffen Sie Ihrem Kind lieber Spielsachen, die die Fantasie anregen und zum Selbstgestalten bewegen. Spielzeug, das einfach nur "losdudelt" und vom Kind - vergleichbar mit dem Fernsehen - kein eigenes Agieren verlangt, hemmt die Kreativität. Es ist wichtig, dass die Dinge, die von den Kleinen selbst geschaffen wurden, auch bei den Eltern besondere Wertschätzung genießen. Das motiviert zu Eigeninitiative.

Kinder nicht in ihrer Kreativität einschränken

Nicht immer deuten Eltern scheinbares Nichtstun bei Kindern richtig. Wenn ein Kind zum Beispiel eine Zeit lang aus dem Fenster schaut, ohne selbst aktiv zu sein, heißt das noch lange nicht, dass es sich auch langweilt. Womöglich beobachtet es gerade etwas Interessantes im Garten oder auf der Straße oder hängt den eigenen Fantasien nach. Das Kind dann zum Spielen zu drängen oder zu überreden, wäre eindeutig der falsche Weg. Auf diese Weise würden Eltern die Zeit ihres Kindes organisieren und seine Selbstständigkeit und Kreativität einschränken.

Nicht organisierte Freizeit ist wichtig für die Entwicklung

In seinem Ratgeber "Das Erziehungsbuch" erklärt der Erziehungswissenschaftler Peter Struck, dass Kinder unbedingt "nicht organisierte Freizeit für ihre Entwicklung" brauchen: "Nur so lernen sie, mit sich alleine etwas anzufangen." Struck rät Eltern deshalb, auf keinen Fall bei jedem Anflug von Langeweile beim Kind gleich den Entertainer zu geben. Das führe nur dazu, dass das Kind auch zukünftig immer so lange quengeln wird, bis die Eltern eine Lösung finden. Das Kind lernt nicht, eigene Ideen zu entwickeln und sich von selbst vom Gefühl der Langeweile zu befreien. Das bedeutet nicht, dass Eltern ihre Kinder dabei gar nicht unterstützen sollen. Oft können sie die Kleinen mit ein paar Vorschlägen auf die richtige Spur bringen, auch ohne ihnen gleich sämtliche Aktivitäten vorzugeben.


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