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Fotografieren: Profi-Fotograf Detlef Overmann gibt Tipps für tolle Familienfotos

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Profi-Fotograf gibt Tipps für tolle Familienfotos

24.01.2013, 13:33 Uhr | t-online.de

Fotografieren: Profi-Fotograf Detlef Overmann gibt Tipps für  tolle Familienfotos. Familienfotos müssen nicht langweilig sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Familienfotos müssen nicht langweilig sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder- und Familienfotos sind wertvolle Erinnerungen - aber leider oft sehr langweilig. Schluss mit stocksteifen Gruppenfotos, alle Jahre wieder die gleichen Festtagstafeln, "Cheese"-Grinsen und verwackelten Schnappschüssen. Bringen Sie Kreativität ins Familienalbum! Der Hamburger Profi-Fotograf Detlef Overmann gibt Tipps, wie originelle und gute Familienfotos gelingen.

Detlef Overmann (Quelle: Detlef Overmann photographie)Detlef Overmann (Foto: Detlef Overmann photographie)t-online.de: Sie kommen gerade von einem Foto-Shooting mit 16 Jungs und Mädchen für die Aktion "Dein Gesicht auf Kinder Schokolade". Wie haben sie den Kindern ihr süßestes Lächeln entlockt?

Detlef Overmann: Das Fotoshooting für "Dein Gesicht auf Kinder Schokolade" hat großen Spaß gemacht. Ich sage den Kindern vorher nicht, was sie tun sollen, sondern, dass wir zusammen Spaß haben werden. Und das tun wir dann: lachen, rumalbern, Spaß haben. Und damit sich die Kids nicht verloren fühlen oder wenn sie "fremdeln", sind die Eltern natürlich immer in der Nähe.

t-online.de: Sind Kinder einfacher zu fotografieren als Erwachsene, weil sie unbefangener sind?

Overmann: Kinder sind einfach natürlich und authentisch. So gesehen sind sie wirklich einfacher zu fotografieren. Sie versuchen noch nicht, ihr Bild vor der Kamera zu steuern. Eine entspannte Atmosphäre ist besonders wichtig. 

t-online.de: Apropos Schokolade – hat wirklich jeder Mensch eine besonders fotogene "Schokoladenseite"?

Overmann: Ja, die hat tatsächlich jeder Erwachsene und auch jedes Kind. Deshalb experimentiere ich mit verschiedenen Kamerapositionen, Körper- und Kopfhaltungen.

t-online.de: Wie fängt man am besten ein natürliches Kinderlächeln ein, ohne dass das Kind mit einer "Cheese"-Grimasse in die Kamera starrt?

Overmann: Mehrere Bilder machen, denn die besten entstehen oft, wenn die Kids denken, es ist schon alles vorbei. Lösen Sie ruhig auch mal vor und nach dem Lachen aus. Und natürlich durch die beobachtende Fotografie, gerne auch mit Teleobjektiv, wenn die Kleinen gar nicht merken, dass sie fotografiert werden.

t-online.de: In der Pubertät wird es mit den Fotos schwierig, da klaffen in allen Familienalben Lücken. Meist gibt es noch ein peinliches Bild von der Konfirmation, aber das war´s dann. Wie bekommen Eltern Teenager vor die Linse?

Overmann: Man muss es einfach mal so sagen, wie es ist: gar nicht. Kleiner Tipp: Eine Kamera in die Hand geben und zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Selbstporträt einfordern. Oder gucken Sie doch einfach mal bei Facebook.  

Zauberwort für Gruppenfotos: "Ameisenscheiße"

t-online.de: Bei vielen Familienfotos sind Köpfe angeschnitten, Füße abgeschnitten, Augen geschlossen – wie kann man solche typischen Fehler vermeiden?

Overmann: Das klingt jetzt blöd, aber: Mal richtig durch den Sucher oder auf das Display gucken. Spätestens seit der Digitalfotografie gibt's sowieso keine Ausreden mehr. Wenn der Bildausschnitt nicht stimmt, dann muss die Familie eben noch mal posieren. Ausschnitt verändern und alles von vorn, bis es stimmt.

t-online.de: Gruppenfotos wirken oft steif. Wie bekomme ich die ganze Familie in lockerer Pose aufs Bild?

Overmann: Am besten funktioniert das mit einem kleinen Countdown: Drei, zwei eins - und auf Kommando müssen alle etwas bestimmtes machen. Hopsen oder winken oder "Ameisenscheiße" rufen. Wenn sie dann wieder gelandet sind und sich kaputtlachen, ist der richtige Moment den Auslöser zu drücken. Mit diesem Trick konnte ich sogar die 16 quirligen Gewinnerkinder beim Gruppenfoto für "Dein Gesicht auf Kinder Schokolade" für mich und die Kamera begeistern.

t-online.de: In vielen Familienalben gibt es Wimmelbilder: Viel drauf, aber nichts zu erkennen. Wie bestimmt man den besten Bildausschnitt?

Overmann: Nichts soll auf den Bild sein, was nicht wichtig ist. Arbeiten sie mit Vorder- und Hintergrund und trauen Sie sich einfach mal ganz nah heran. 

Raus aus der Automatik, rein in die Bewegung!

t-online.de: Heutzutage haben viele Eltern ihr Smartphone für Schnappschüsse allzeit griffbereit – haben Sie Tipps für gelungene Handy-Fotos?

Overmann: Nicht in den unmöglichsten Lichtsituationen fotografieren. Ansonsten gilt auch hier: Mehr ist mehr. Die nicht gelungenen Bilder kann man ja wieder löschen.

t-online.de: Welche Einstellung ist bei einer einfachen Digitalkamera die beste für alle Fälle, und was sind die zwei, drei wichtigsten Punkte, die man beachten muss?

Overmann: Schalten Sie auf Programmautomatik "P". Falls jemand lacht, sagen Sie einfach: Das steht nicht für "Panik", sondern für "Profi". Ganz im Ernst: Achten Sie auf den Moment, die tolle Emotion schlägt immer die technisch zwar einwandfreie, aber wenig berührende Aufnahme.

t-online.de: Gerade kleine Kinder sind ständig in Bewegung – ruckzuck ist das Foto verschwommen. Sollte man generell den Bewegungs- oder Sportmodus im Kameramenü auswählen, oder gibt es noch andere Tricks?

Overmann: Ja, wenn Sie sich aus dem "Panik"-Modus heraustrauen, ist der Sport- oder Bewegungsmodus schon die richtige Einstellung. Sie können natürlich bei entsprechender Blende auch manuell eine kurze Belichtungszeit einstellen. Zusätzlich können Sie das Motiv anblitzen oder die Kamera mitschwenken oder bewegen sie sich mit den Kindern mal mit.

Familienfotos archivieren - Album oder Festplatte?

t-online.de: Wie viel Nachbearbeitung ist sinnvoll?

Overmann: Das Bild soll so perfekt wie möglich sein. Investieren Sie Zeit ins Fotografieren und nicht ins Nachbearbeiten. Ein schlechtes Bild wird auch in Photoshop nicht zu einem guten Bild. Aber es spricht natürlich nichts dagegen, aus einem guten Bild in der Nachbearbeitung auch noch das Letzte herauszuholen.

t-online.de: Muss es ein teures Profiprogramm sein oder reicht eine Freeware aus dem Internet?

Overmann: Wenn Sie Ihren guten Fotos noch den letzten Schliff geben wollen: ja. Aber das hängt auch von Ihren Ansprüchen und Kenntnissen ab. Fangen Sie einfach mal mit Freeware an.

t-online.de: Digitales Fotografieren verleitet zur Bilderflut. Wie archiviert man Kinderbilder, damit sie auch präsentiert werden können? Ist das gehütete Fotoalbum out?

Overmann: Mit diesem Problem kämpfe ich auch. Ich habe unzählige Festplatten im Tresor liegen. Lassen Sie unbedingt Ihre Lieblingsbilder auf Fotopapier ausbelichten und kleben Sie sie in Fotoalben ein. Man schaut sich die Alben immer eher mal an, als eine Bild-Präsentation auf irgendeinem mobilen Endgerät. Vor allem werden die Fotoabzüge noch in Jahrzehnten zu betrachten sein. Bei den digitalen Daten habe ich da meine Bedenken.

t-online.de: Danke für die Tipps!

Infos zu Detlef Overmann

Detlef Overmann arbeitet nicht nur als Werbefotograf, sondern setzt auch Persönlichkeiten wie den Dalai Lama, Til Schweiger oder Helen Mirren ins rechte Licht. Dazwischen ist er gerne in Afrika unterwegs, zuletzt in Namibia. Von dieser Reise ist gerade das Lodge- und Kochbuch "Chorus and Cuisine Namibia" erschienen. Mehr Informationen gibt es auf seiner Homepage www.detlefovermann.com.

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