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Pubertät: Auch Jungs kommen immer früher in die Pubertät

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Pubertät  

Auch Jungs kommen immer früher in die Pubertät

04.11.2013, 18:05 Uhr | sca, t-online.de

Pubertät: Auch Jungs kommen immer früher in die Pubertät . Schon mit zwölf Jahren kommen Jungen heute in die Pubertät.  (Quelle: imago)

Jungen kommen immer früher in die Pubertät. (Quelle: imago)

Wenn bei Jugendlichen die Hormone in Wallung kommen, wird alles anders: Die Kindheit verabschiedet sich und die Pubertät setzt ein. Noch vor über hundert Jahren lag der Beginn dieser "Reifezeit" zirka vier Jahre später als heute. Wann die Pubertät einsetzt, wird vor allem durch die Gene gesteuert. Doch es spielen auch andere Faktoren wie beispielsweise Ernährung und Körpergewicht eine Rolle. Eine Studie aus dem Jahr 2010 vom Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles ergab, dass nicht nur die Mädchen immer früher geschlechtsreif werden.

Für die Untersuchungen erhoben Forscher Daten von 6200 gesunden Jungen. Dabei verglichen sie deren Körpergröße, Gewicht, Umfang der Hoden, Penislänge und Umfang mit Erhebungen von Gleichaltrigen von 1970. Danach setzt mittlerweile auch bei Jungen die Pubertät deutlich früher ein: Die geschlechtliche Reife wird nun mit zwölf Jahren und nicht mehr wie 1970 mit zirka 13 Jahren erreicht und die Jungen haben verglichen mit den Probanten von 1970 deutlich größere Genitalien.

Auch der erste Samenerguss erfolgt bei Jungen deutlich früher als vor 30 Jahren. 1980 gaben 69 Prozent der 14-jährigen Jungen an, bereits einmal ejakuliert zu haben, 26 Jahre später waren es schon 83 Prozent. Der Anteil der Jungen, die vor dem zwölften Geburtstag ihren ersten Samenerguss haben, stieg innerhalb dieses Zeitraums von sieben auf 16 Prozent. Als Ursachen dieser Entwicklung nannten die Forscher vor allem die Gene, Umwelt, Ernährung und Bildung. Ob diese verfrühte Reifung Folgen für die Gesundheit der "späteren" Männer haben wird, ist bisher jedoch unerforscht.

Frühreife Mädchen

Mädchen bekommen ihre Menstruation heute im Durchschnitt vier Jahre früher als noch vor 150 Jahren, nämlich mit 13 statt mit 17 Jahren. Im Vergleich zu vor 15 Jahren setzt die körperliche Reife bei ihnen heute ein Jahr früher ein. Dies zeigt eine Vergleichsstudie in Pediatrics 2009. Eine aktuelle Untersuchung aus Dänemark ergab jetzt, dass sich die Brüste junger Mädchen in Europa im Schnitt ein Jahr früher als noch 1990 entwickeln nämlich im Alter von neun Jahren und zehn Monaten. Eine Auswertung dieser Zahlen ergibt, dass sich der Beginn der Pubertät bei Jungen und bei Mädchen für jedes Geburtsjahr um zwei Monate nach vorne verschiebt.

Spielt das Gewicht eine Rolle?

Wie früh ein Mädchen oder ein Junge in die Pubertät kommt, ist zu einem großen Teil genetisch bedingt. Britische Forscher gehen davon aus, dass das Einsetzen der Menstruation zu 50 Prozent vererbt ist. Die andere Hälfte wird durch die Umweltbedingungen bestimmt. So wird das frühere Einsetzen der Pubertät im Vergleich zu vor 100 Jahren vor allem auf bessere Ernährungs- und Lebensbedingungen zurückgeführt.

Ein Körper muss nämlich zum Pubertätsbeginn einen bestimmten Anteil des Körpergewichtes, etwa 17 Prozent, als Fett eingelagert haben. Andere geben als Richtwert für Mädchen ein Gewicht von 40 Kilogramm an, da die Östrogene ab diesem Gewicht den Befehl erhielten, vermehrt aktiv zu werden. Dementsprechend kommen einige Studien zu dem Schluss, dass das zunehmende Übergewicht für das frühe Einsetzen der Pubertät verantwortlich ist. Der Einfluss des (Über-)Gewichts ist allerdings nach wie vor umstritten.

Chemikalien im Verdacht

Einer Studie von 2007 zufolge, scheidet eine zunehmende Adipositas als Erklärung aus. Vermutet wird, dass Stoffe, die wie Hormone wirken und über die Nahrung aufgenommen werden, das hormonelle Gleichgewicht stören können. Dies könnten sowohl natürliche Substanzen sein (zum Beispiel Genistein aus Sojabohnen), Chemikalien (zum Beispiel Bisphenol A im Plastik) oder auch medizinische Anwendungen.

Gerade in jüngster Zeit hatten Biologen auf hormonaktive Substanzen in Mineralwasser-Plastikfaschen hingewiesen. Diese zeigten auch, dass Schnecken, die in Plastikflaschen gehalten werden, sich stärker vermehren. Sie deuten das als Hinweis auf eine stärkere Hormonaktivität. Welchen Einfluss dies auf die menschliche Gesundheit hat, ist bisher noch nicht bekannt.

Wann und wie verändert sich der Körper?

Das Einsetzen der Pubertät und die körperlichen Veränderungen sind etwas ganz Individuelles. Deshalb können die untenstehenden Tabellen natürlich nur Anhaltspunkte geben, indem sie das durchschnittliche Alter von Jungen und Mädchen nennen, in dem sie den jeweiligen Entwicklungsschritt durchmachen. Große Schwankungen nach oben und unten sind möglich und völlig normal. Erst wenn bei Mädchen die ersten körperlichen Veränderungen mit 13 Jahren noch nicht eingetreten sind oder die Menstruation mit 16 Jahren noch nicht eingesetzt hat, wird von einem verzögerten Pubertätsbeginn gesprochen.

Körperveränderungen bei Jungen

Alter Veränderungen
11 JahreHodenwachstum (9-14 Jahre)
12-13 JahreScham- & Achselbehaarung (10-15 Jahre)
11-14 JahreTestesteron-Spiegel steigt auf 800 Prozent des Kleinkindniveaus
13 JahreWachstumsschübe von 8 bis 10, manchmal sogar bis 12 cm pro Jahr,
Muskelmasse verdoppelt sich (11-14 Jahre)
14 JahreLängenwachstum des Penis (10-15 Jahre)
14-17 JahreNächtlicher Samenerguss
14 JahreStimmbruch

Körperveränderungen bei Mädchen

AlterVeränderungen
8-12 Jahregroßer Wachstumsschub als Vorbote der Pubertät
10-13 JahreBeginn des Brustwachstums
10-12 JahreBeginn der Schambehaarung
10-12 JahreEinsetzen des Weißflusses (Vorbote für Menstruation)
11-13 JahreEinsetzen der Menstruation, danach wachsen Mädchen noch
circa 6 Zentimeter
16 JahreBrustwachstum ist abgeschlossen

Die meisten Angaben beruhen auf www.netdoktor.at

Schwierige Phase für die Kinder

Für Eltern und Kinder wird die Pubertät durch den immer früheren Beginn nicht einfacher. Eltern sind oft besorgt, wenn ihr Kind deutlich früher pubertiert, als das bei ihnen der Fall war. Experten raten, sich an die eigene Phase des Erwachsenwerdens zu erinnern. Darüber ist entscheidend: im Gespräch bleiben. Konflikte sollten auf dem Wege der Kommunikation und Verhandlung gelöst werden, statt im Streit oder mittels Autorität.

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