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ZDF-Dokumentation "37°": "Jung, weiblich, aggressiv"

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ZDF-Dokumentation  

"37°": "Jung, weiblich, aggressiv"

14.07.2009, 17:59 Uhr | rev; aq; ots

Mädchen weinen nicht mehr nur ins Kissen, sie werden laut. Wenn es sein muss, hauen sie zu. Die traditionelle Rolle des braven Mädchens gilt für sie längst nicht mehr. Über die zunehmende Gewaltbereitschaft von jungen Frauen und Mädchen berichtete Iris Pollatschek in der 37°-Dokumentation "Jung, weiblich, aggressiv - Mädchen schlagen sich durch" am Dienstag, 14. Juli 2009, im ZDF.

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Ein Drittel aller Tatverdächtigen weiblich

Die Zahl der Täterinnen bei Körperverletzungsdelikten hat sich zwischen 1993 und 2007 verdreifacht. Besonders junge Mädchen zwischen zwölf und 16 Jahren werden auffällig. In diesem Alter sind fast ein Drittel aller Tatverdächtigen weiblich. Die "37°"-Dokumentation geht Motiven und Ursachen für das Verhalten der Mädchen nach, begleitet sie in ihrem Alltag und bei ihren Bemühungen, aus der Gewaltspirale heraus zu kommen.

Bis das Blut lief

Zum Beispiel die 17-jährige Olivia. Immer wieder lief sie von zu Hause davon, hatte die falschen Freunde, wurde immer aggressiver, schlug zu, bis das Blut lief: "Als ich zwölf war, hab' ich mir nix mehr sagen lassen und hab' gedacht, jetzt zeig ich meiner Mutter, wo's lang geht", sagt sie. Immer wieder verschaffte sie sich mit Fäusten und Füßen Respekt. Niemand konnte das Mädchen bändigen und schon ein schiefer Blick oder die kleinste Provokation genügten, um sie zum Ausflippen zu bringen. "Olivia war wie eine Zeitbombe - und ich völlig hilflos", erinnert sich ihre Mutter. Dass Kinder Wut auf ihre Eltern haben, wenn die sich trennen, ist normal. Olivias Fall ist besonders extrem: Ohne irgendwelchen Besitz flüchtete ihre Mutter mit ihr vor dem tobenden Vater. Von einem auf den anderen Tag besaß Olivia nichts mehr - auch keinen Vater und keine Brüder mehr. Sie selbst sieht vor allem darin die Ursache, warum sie sich so entwickelte.

Ein Leben ohne Gewalt

Olivia wollte kein Opfer sein - jetzt auch nicht mehr Täterin. Sie will ihr Leben ändern: Nach einem einwöchigen Aufenthalt in der Psychiatrie, aus der sie entlassen wurde mit der Begründung, sie sei nicht gestört, sondern nur aggressiv, und einer Zeit, in der sie im Heim lebte, ist sie nun in eine betreute Mädchen-WG gezogen. Dort ist sie gezwungen Verantwortung zu übernehmen. Sie leistet Sozialstunden ab und ihr bester Freund Mike hilft ihr, gutes Benehmen zu lernen, "Danke" und "Bitte" zu sagen. Sie will sich fortan an die Regeln halten, "keine Scheiße mehr bauen". Doch erst vor Kurzem hat sie sich wieder geschlagen und konnte wegen einem verletzten Finger ihre Sozialstunden nicht leisten.

Gewalt als Ventil

Auch Chrissy (18) wuchs in einer zerrütteten Familie und in Kinderheimen auf. Ihre Mutter fand eines Tages ihren Vater zu Hause - er hatte Selbstmord begangen. Chrissys vorher immer sehr glückliche Mutter wurde Alkoholikerin und war nur noch mit sich selbst beschäftigt. Sie ließ ihre Tochter im Stich. Chrissy schluckte ihre Wut herunter, bis sie irgendwann explodierte und zuschlug - genauso wie ihr Stiefvater, der immer wieder ihre Mutter verprügelte. Chrissy spürte das Verlangen anderen Menschen Gewalt zuzufügen, um ihre Wut loszuwerden. Gewalt wurde für sie zum Ventil.

Keine Vorbilder - keine Orientierung

Heute versucht Chrissy ihre Wut über das Laufen an der frischen Luft und Parcours, eine Sportart, bei der es darum geht alle möglichen Hindernisse schnell zu überwinden. Für sie ist Parcours ein wichtiger Ausgleich, ein Adrenalinschub, der ihr hilft ihre Wut ohne Gewalt zu bewältigen. Sie hat große Angst davor, jemanden krankenhausreif oder zum Krüppel zu schlagen. Nachdem sie gerade ihre Ausbildung hingeschmissen hat, will sie nun ihr Abitur machen. Vom Intellekt könnte sie das schaffen, doch ihr scheint, das Durchhaltevermögen zu fehlen. Immer wieder ändert sie ihre Meinung und ihre Ziele. Wie Olivia hat sie aber den Vorsatz gefasst, sich zu bessern. Beide Mädchen sind Beispiele dafür, wie schwer es ist für Kinder und Jugendliche Orientierung zu finden, wenn man ohne Vorbilder aufwächst.

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