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Austausch  

Ein Jahr ohne Eltern – Schüleraustausch ins Ausland

21.07.2009, 15:04 Uhr | Robert Scholz, t-online.de

Schüleraustausch ins Ausland. Mädchen verschiedener Nationalitäten.

Ein Jahr ins Ausland gehen, das ist der Traum vieler Schüler. (Bild: Archiv)

Ein Jahr in der Ferne, weg vom Elternhaus - das ist der Traum vieler Teenager und vielleicht auch vieler Eltern. Es gibt eine Vielzahl von Informations- angeboten zu diesem Thema: Bücher, Internet und die zuständigen Stellen in den Bundesländern. Die grundlegenden Fragen sollen hier beantwortet werden.

Wer kann teilnehmen?

Die wichtigste Frage sei zuerst gestellt und kurz beantwortet: Jeder im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Rund zwei Drittel aller Teilnehmer kommen aus diesen Altersgruppen. Entgegen der landläufigen Meinung, können Schüler aller Schulformen an Austauschprogrammen teilnehmen. Die Bildungsministerien ermuntern vor allem die Hauptschüler, diese Angebote anzunehmen, da diese Gruppe kaum zu den Teilnehmern gehört und so gut wie gar nicht die bereitstehenden Fördermittel in Anspruch nimmt.

Der Markt

Beliebtestes Ziel der deutschen Austauschschüler bleiben die USA. Etwa 8000 deutsche Schüler machen sich pro Jahr auf den Weg in die Vereinigten Staaten, so eine Studie des Beratungsdienstes "weltweiser". Insgesamt waren im Schuljahr 2006/2007 16.000 Schüler in der Welt unterwegs. Den Markt für den schulischen Austausch teilen sich 50 Organisationen mit über 200 Teilnehmern pro Jahr. Es gibt einige weitere mit geringeren Teilnehmerzahlen, rund 60 Anbieter insgesamt werben um die Abenteurer auf Zeit. Der Markt ist demnach sehr segmentiert und entsprechend unübersichtlich. Beginnen Sie früh mit der Planung und den Vorbereitungen. Messen und Kataloge einzelner Anbieter verschaffen in relativ kurzer Zeit einen genaueren Überblick. Eine Spezialmesse für den Aufenthalt im Ausland ist die JUBI 2009/2010, die Jugendbildungsmesse. Die Messe tourt ab 29. August 2009 bis 6. März 2010 durch mehrere deutsche Städte. Der Eintritt ist frei. Als Veranstalter firmiert der Bildungsberatungsdienst "weltweiser". 

Veranstalter und Agenturen

Die Anbieter teilen sich auf in gewerbliche und gemeinnützige Agenturen. Zwölf der größten privatwirtschaftlichen Anbieter haben sich als Deutscher Fachverband High School e.V. zusammengeschlossen. Die gemeinnützigen Veranstalter haben sich im Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen, kurz AJA, zusammengetan. Auf beiden Internetseiten finden sich Links zu den entsprechenden Mitgliedern, was die Übersicht und den Vergleich der Angebote etwas erleichtert. Beide haben sich verbandsinterne Qualitätsstandards gegeben. Diese umfassen zum Beispiel die Transparenz bei Kosten und Leistungen, die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Partnern im Gastland (geeignete und seriöse Gastfamilien, sowie Partnerorganisationen im Gastland) und die umfassende Information vor den Reisen, wie die Nachbereitung der Aufenthalte. Viele Veranstalter bieten nach dem dreimonatigen bis ein Jahr dauernden Auslandsaufenthalt Treffen und Veranstaltungen für die Teilnehmer eines Jahrgangs an, um die verschiedenen Eindrücke und Erlebnisse der Schüler, erlebbar zu machen. Ein Austausch nach dem Austausch sozusagen.

Erfahrungsberichte

Es gibt immer wieder medial aufgenommene Gruselberichte über Sprach- und Austauschreisen. Ungenügende Hygiene, wenig Essen, alleingelassene Gastschüler in einem fremden Land. Die Mehrheit der 16.000 Exilanten auf Zeit berichten von einer spannenden Zeit, mit vielen tollen Erlebnissen, die lange Nachwirken und die Persönlichkeit der Austauschschüler geprägt haben. Auf den in der unten stehenden Linkliste verzeichneten Internetseiten sind eine Reihe von Erlebnisberichten eingestellt. In speziellen Foren können sich sowohl Eltern, als auch Schüler über Erfahrungen austauschen. Dies schafft Sicherheit und zwingt die Veranstalter genau darauf zu achten, wie Gastfamilien ausgewählt werden. Viele Programme beruhen auch auf dem Gedanken des Austauschs im Wortsinn. Wer seine Kinder ins Ausland schickt, muss auch Kinder aus dem Ausland aufnehmen. Auch dies schafft Sicherheit, dass die Kinder nicht in katastrophalen Zuständen ihr wohl spannendes Schuljahr erleben müssen.

Die Kosten

Die Kosten sind von drei Faktoren abhängig: dem Anbieter, dem Gastland und der Ausgestaltung des Programms. Sie liegen zwischen 5000 und 35.000 Euro zuzüglich des Taschengeldes, das etwa 250 Euro im Monat ausmacht.

Fördermöglichkeiten

Mehrere Fördermöglichkeiten sollen die finanziellen Lasten abmildern: Da ist zum einen die staatliche Förderung über das Auslands-Bafög in Höhe von 383 Euro monatlich. Dieses Geld ist ein monatlicher Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Seine Höhe orientiert sich an der Berechnungsformel für den Bedarf von Schülern, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Es gelten dabei aber andere Einkommensgrenzen als beim Bafög für Inlandsschüler. Weiterhin werden pauschal Reisekostenzuschüsse gezahlt, die innerhalb Europas 1000 Euro und außerhalb Europas 2000 Euro für jeweils zwei Hin- und Rückfahrten ausmachen. Schüler, die Gymnasien besuchen, können über das Auslands-Bafög nur im 11. Schuljahr gefördert werden; bei Bundesländern mit zwölfjähriger Schulzeit entsprechend im 10. Schuljahr. Die Zuschüsse sind an eine Reihe von Bedingungen geknüpft: Im Vorfeld muss eine sprachliche Eignung nachgewiesen werden. Der Schulbesuch in Deutschland muss nach Rückkehr fortgesetzt und der Schulbesuch im Gastland durch eine Bestätigung nachgewiesen werden, um die Förderung zu erhalten. Und die Dauer ist auf ein Minimum eines Schulhalbjahres festgelegt. Außerdem muss die Schule eine Prognose stellen, ob ein nahtloser Einstieg in das laufende Schuljahr, nach Rückkehr des Weltenbummlers, möglich ist. Eine ganze Menge Voraussetzungen, die unter www.bafoeg.bmbf.de/de/384.php oder www.auslandsbafoeg.de/auslandsbafoeg/schueleraustausch.htm noch einmal nachzulesen sind. Sollten Sie sich für diese Möglichkeit entscheiden, stellen Sie die Anträge frühzeitig, bis zu einem halben Jahr dauert die Bearbeitungszeit.

Stipendien

Eine ganze Reihe von Organisationen vergibt Voll- beziehungsweise Teilstipendien, zum Teil auch die Agenturen und Organisationen, die die Austauschprogramme anbieten. Diese Leistungen sind aber an bestimmte Kriterien gebunden, wie zum Beispiel ein festgelegter Notenschnitt. Den Austausch mit den USA fördert außerdem das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Es wird vom Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress getragen. Jedes Jahr stehen 360 Stipendien bundesweit zur Verfügung, entsprechend hart sind die Bewerbungsverfahren. Übernommen werden alle Reise-, Programm- und Versicherungskosten, lediglich das Taschengeld ist selbst zu tragen.

Allgemeines

Von jedem Bewerber, egal, für welches Programm er sich entscheidet, wird erwartet, dass er sich im Vorfeld klare Gedanken über das Gastland gemacht hat, die dortige Sprache so gut beherrscht, dass ein Schulaufenthalt sinnvoll ist und, dass er sich als teamfähiger Zeitgenosse erweist. In den Bewerbungsgesprächen werden die charakterlichen Eigenheiten ebenso stark gewichtet, wie die schulischen Leistungen. Hingewiesen wird ausdrücklich auch darauf, dass der Austauschschüler sich als Botschafter seines Landes verstehen möge. Entsprechende Umgangsformen sind demnach von Vorteil, auch wenn dies zum Beispiel einen Besuch des Spring-Break in Florida nicht ausschließt. Nach Rückkehr wird der Schulbesuch nahtlos fortgesetzt. Für den Abiturienten wäre dies dann die 11. oder 12. Klasse, je nach Bundesland. Die Schulen sind gehalten vorher eine Prognose zu erstellen, die den Austauschschülern diese Fähigkeit attestieren. Zum Erhalt von Förderungen, zum Beispiel des Auslands-Bafög, ist dies eine ohnehin notwendige Voraussetzung.

Buchtipp: Thomas Terbeck: Handbuch Fernweh. Der Ratgeber zum Schüleraustausch, mit Preis-Leistungs-Tabellen von High School Programmen für 18 Gastländer, ISBN 978-3-935897-15-0, 575 Seiten, Preis: 18.50 Euro

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