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Social Networking: Selbstmord nach Cybermobbing

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Mobbing  

Opfer von Cyber-Mobbing begeht Selbstmord

28.07.2010, 10:51 Uhr | dpa

Social Networking: Selbstmord nach Cybermobbing. Hände auf Computer Tastatur.

In England hat sich ein Mädchen getötet, weil sie sich im Internet gemobbt fühlte. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Sie fühlte sich in Online-Netzwerken wie Facebook mehrfach gemobbt - jetzt hat sich ein Mädchen in England vermutlich unter anderem wegen solcher Hänseleien umgebracht. Holly Grogan war 15 Jahre alt, als sie nahe der Stadt Gloucester von einer Brücke sprang, wie die britische Zeitung "The Times" berichtete. Die Eltern beklagten, ihre Tochter sei nicht mit dem Druck und dem Mobbing auf Netzwerken und in "Freundschafts-Gruppen" im Internet wie Facebook, Bebo und MySpace zurecht gekommen.

Todesdrohungen auf Facebook

Freunde erklärten, mehrere Mädchen hätten Holly auf ihrer Facebook-Seite reihenweise beschimpft. Sie sei auch in der Schule gemobbt worden und habe kein Selbstvertrauen gehabt. Erst Ende August war in Großbritannien erstmals ein Teenager wegen Mobbings im Internet zu einer drei Monate langen Haftstrafe verurteilt worden. Die 18-Jährige musste in eine Jugendstrafanstalt, unter anderem weil sie auf Facebook eine ehemalige Schulkameradin mit dem Tod bedroht hatte.

Virtuelle Hassgruppen

Der Bremer Medienpädagoge Markus Gerstmann erklärte erst kürzlich, dass sich Jugendliche im Internet immer öfter ohne Rücksicht auf Verluste beschimpfen. Was früher eine Schulhof-Hänselei blieb, ende heute in virtuellen Gemeinschaften in regelrechten Hassgruppen. "Das sind die neuen Möglichkeiten des Web 2.0, die Jugendlichen nutzen sie, aber übertragen nicht die üblichen Umgangsformen darauf."

Cyber-Mobbing als Unterrichts-Diskussion

Online-Communities wie "SchülerVZ", "Wer kennt wen", "Facebook" und "Lokalisten" seien aus dem Alltag der meisten Schüler nicht mehr wegzudenken, sagt Gerstman. Deshalb ende das Mobbing nicht an der Schultür. "Ich habe keine Rückzugsmöglichkeit mehr", erklärte Gerstmann. "Ich komme aus der Schule, mache Handy und Internet an und finde Kommentare über mich." Die virtuellen Attacken blieben auch kaum jemandem verborgen: "Früher war das Ärgern auf die Klasse beschränkt, jetzt weiß es gleich die ganze Schule." Selbst ein Schulwechsel bringe Betroffenen nichts mehr, weil dort der Neue zunächst im Netz erkundet werde.

Internet lässt keine Rückzugsmöglichkeit

"Es ist ein pubertäres Problem", sagt Gerstmann, es gehe ums Abgrenzen, das Identitäten- und Cliquenbilden - doch mit deutlich durchschlagender Wirkung. "Das gesprochene Wort ist vergänglich. Im Internet ist es wie in Stein gemeißelt." Kritisches komme im Netz viel schärfer rüber, Ironie werde oft nicht erkannt. "Viele mobben aus Unwissenheit, dass das so eine große Wirkung hat."

Regeln für das richtige Verhalten im Netz

Gerstmann würde Schülern das Netz nicht verbieten, rät aber zu gewissen Regeln: Keine privaten Fotos einstellen, sein Profil nur auf Anfrage zeigen, nicht bei jedem Angriff Contra geben. "Generell gilt: Äußere Dich mit Bedacht. Und wende Dich an Erwachsene." Eltern hätten jedoch selten Ahnung von den Communities, beklagte Gerstmann. Sie müssten sich technisch auf dem Laufenden halten, etwa durch Schulungen. Viele Schulen bieten einmal pro Schuljahr einen Vortrag zur Sicherheit im Internet an, Referenten sind Medienpädagogen oder Polizisten. Falls nicht, kann man das über den Elternbeirat anregen. Im US-Bundesstaat Missouri beispielsweise gilt Cyber-Mobbing als Straftatbestand, seit 2007. Auslöser war damals der Selbstmord eines 13-jährigen Mädchens, ein Opfer von Cyber-Mobbing. Nun gibt es mit der nur zwei Jahre älteren Holly Grogan einen weiteren Selbstmordfall.

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