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Digitale Kluft zwischen Jugendlichen und Eltern: Was ist twittern?

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Die digitale Kluft zwischen Jugendlichen und Eltern

23.09.2009, 09:10 Uhr | dpa

Digitale Kluft zwischen Jugendlichen und Eltern: Was ist twittern?. "Twittern", chatten & Co.: Die Beschäftigung mit Internet und Computer ist für viele Mädchen und Jungen Alltag.

"Twittern", chatten & Co.: Internet und Computer gehören für viele Teenager zum Alltag. (Bild: dpa)

Verabredungen laufen über Schüler-VZ, im Chat geht's um den neuen Schwarm, und statt vor dem Fernseher zu hocken, kämpfen viele Teenager lieber mit virtuellen Monstern, twittern oder chatten. Die Beschäftigung mit Internet und Computer bestimmt für viele Mädchen und Jungen den Alltag, viel stärker als den von Erwachsenen. Viele Jugendliche stöhnen: "Mama kapiert´s einfach nicht!" Die digitale Kluft zwischen den Generationen zieht sich durch viele Bereiche des Alltags: Arbeitswelt, Wahl-Information, Shopping, Unterhaltung.

Eltern fehlt Verständnis

Christopher aus Berlin beispielsweise kennt diese digitale Kluft aus eigener Erfahrung. Der 13-Jährige liebt es, am Bildschirm zu zocken, gerne auch mal länger. "Ich darf aber nur eine Stunde am Tag spielen", sagt er. Und ergänzt grinsend: "Manchmal schläft meine Mutter zum Glück ein. "So wie ihm dürfte es vielen Jugendlichen gehen, denn die digitale Leidenschaft teilen eher wenige Eltern. Warum muss das Spiele-Level zu Ende gebracht oder der Facebook-Gruß noch versandt werden? Oft haben Eltern dafür kein Verständnis. Der 14-jährige Frank aus Mainz kennt solche Probleme: "Meine Eltern sind oft genervt, dass ich so lange am Computer spiele." Aber das sei nötig, um zu trainieren. "Sonst schaffe ich es nicht, mit den Kumpels mitzuhalten", erklärt er. Auf die Frage, wie man Eltern davon überzeugen kann, winkt sein Freund Alexander ab: "Das kannst du vergessen." Konflikte scheinen also programmiert. Viele Jugendliche zocken leidenschaftlich gern, ihre Eltern sehen das aber skeptisch.

Böhmische Dörfer für Eltern

In Sachen Internet und Computer gibt es eine Kluft zwischen den Generationen. Während sich Jugendliche völlig selbstverständlich im Internet bewegen, Kontakte über Netzwerke pflegen und Musik und Filme auf dem Rechner bündeln, sind Begriffe wie Twitter, Filesharing, Thread und Web 2.0 für manche Erwachsene böhmische Dörfer. Missverständnisse, dumme Eltern-Fragen und heftiges Kopfschütteln bei ihren Kindern sind die Folge.

Kinder lösen Probleme der Eltern

"Meine Mutter wusste einmal nicht, wie man Favoriten in die Liste aufnimmt", erzählt Christopher. "Ich konnte ihr das blitzschnell erklären." Ähnliche Erfahrungen hat auch Raphael aus Mainz gemacht. Seine Mutter stand vor dem Rätsel, wie Nummerierungen in eine Excel-Tabelle eingefügt werden - der 13-Jährige löste das Problem. Aber nicht immer ist es mit einmaligem Helfen getan. "Manche Sachen habe ich meiner Mutter schon tausendmal gezeigt, und sie kann es sich einfach nicht merken", sagt die 24-jährige Katharina aus Mainz. Das fange schon damit an, wann ein Doppelklick nötig ist und wann nicht.

"Digital Natives" - "Digital Immigrants"

Solche Unwissenheit stößt bei denjenigen, die mit Computern und Internet groß geworden sind, auf Unverständnis. "Heute sollte man sich schon damit auskennen", findet Christopher. "Ich glaube aber nicht, dass alle älteren Leute wissen, was ein Chat ist." Fachleute sprechen von "Digital Natives" - Jüngeren, die mit den neuen Medien aufwachsen - und von "Digital Immigrants" - Älteren, die sich diese Welt erst erschließen, sich hineindenken müssen. Das Hineindenken fällt vielen schwer. "Wenn ich das Faxen gelernt habe, kann ich daraus nicht unbedingt Rückschlüsse auf das Einloggen in einem Chatraum ziehen", sagt die Psychologin Ursula Staudinger von der Jacobs University Bremen.

Keine Weiterbildung in der Familie

In der Theorie würde es sich anbieten, dass Jugendliche ihren Eltern die Features rund um Internet und Computer erklären. Doch in der Realität ist das oft schwierig, wie Dieter W. Schibblock vom 1. Frankfurter Senioren-Computer-Club weiß. So mancher Kursteilnehmer berichte, dass seine Kinder ihm einen Computer hinstellten, kurz alles erklärten und dann wieder gingen. "Die sind viel zu schnell, gehen wieder, und wir sitzen da." Diesen Satz hat Schibblock schon öfter gehört. Auch Staudinger ist skeptisch: "Von einer Weiterbildung in der Familie ist eher abzuraten." Dadurch könnten Hierarchien umgekehrt werden - was so manchem Erwachsenen nicht gefallen dürfte. "Am besten ist es, in Gesprächen die Neugier zu wecken." Dann sollten die Erwachsenen Kurse besuchen.

Alter ist nicht technikfeindlich

Falsch ist nach Auffassung Staudingers aber die Annahme, dass das Alter prinzipiell technikfeindlich macht. Schibblock sieht das genauso. Er erlebt häufig, dass Ältere nach einem Kurs Spaß an der Arbeit mit Computern haben. Ohnehin wüssten sie inzwischen mehr über neue Techniken als früher. "Denen braucht man nicht mehr sagen, was Word ist."

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