Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Jugendliche >

Suizid: Wenn Teenager in Suizidforen Hilfe suchen (2)

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Suizidforen  

„Schlafmittel + Plastiktüte... ???????“

21.10.2009, 18:16 Uhr | Jenni Zwick

Suizid: Wenn Teenager in Suizidforen Hilfe suchen (2). Junge sitzt an seinem Laptop.

Wie gefährlich sind Suizidforen wirklich? (Bild: Imago)

Die Mitarbeiter von jugendschutz.net haben Suizidforen systematisch recherchiert, eine große Bandbreite von präventiv wirksamen bis hin zu suizidfördernden Angeboten festgestellt und ein Beurteilungsraster entwickelt. Jugendgefährdend sind Foren, in denen sich Gesprächpartner beispielsweise über die effektivsten Methoden der Selbsttötung austauschen oder sich zum gemeinsamen Suizid verabreden. Bisher wurden fast 100 Angebote überprüft, wovon etwa 40 Prozent als jugendgefährdend einzuschätzen waren. Vor allem Angebote renommierter Institutionen, wie beispielsweise Kompetenznetz Depression (www.kompetenznetz-depression.de) sehen die Jugendschützer als Hilfe zur Krisenbewältigung bei Jugendlichen an.

Eltern sollten sich das Forum, in dem ihr Kind unterwegs ist, genau anschauen:

- Gibt es Zugangsbeschränkungen?
- Muss sich der User anmelden?
- Gibt es eine Altersklassifizierung?
- Haben heikle Einträge eine schnelle Antwort vom Forenbetreiber erhalten oder wurden direkt gelöscht?
- Gibt es Forenregeln, denen man als neues Mitglied zustimmen muss?

Die Beratungsstelle „Nummer gegen Kummer“ empfiehlt als sicheres und von Psychologen, Sozialarbeitern und Pädagogen geführtes Forum http://suizid-forum.com. Hier können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene über ihre Sorgen und Probleme, Depressionen und Trauer in sicherem Rahmen austauschen. Bei schwerwiegenden Fällen greifen die Moderatoren des Forums ein, bieten ihre Hilfe an und weisen explizit darauf hin, dass sie jede Ankündigung eines Suizids sofort an die Behörden melden.

Todessehnsucht erkennen - und handeln

Für Eltern, Verwandte und Freunde ist es oftmals schwierig, einen Suizidentschluss zu erkennen. Dennoch gibt es sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen bestimmte Verhaltensweisen oder Äußerungen, die darauf hindeuten können, dass jemand zumindest suizidgefährdet ist: Sie zeigen Anzeichen von Lebensüberdruss, sie setzen sich immer intensiver mit dem Thema Tod auseinander, sie brechen ihre sozialen Kontakte ab. Ein starkes Warnsignal ist, wenn sie offen oder versteckt über Selbstmord sprechen und sich Gedanken über die Methoden machen. Aber auch Gereiztheit, Aggressivität, Drogenkonsum und Zerstörungswille können als solche Anzeichen gedeutet werden. Vor allem, wenn sich unvermittelt die Noten verschlechtern, Probleme mit Mitschülern und Lehrkräften auftauchen oder der Teenager versucht, durch Ausreißen der Situation zu entfliehen, sollten Eltern hellhörig werden. Wenn Eltern, Freunde oder Verwandte solche Anzeichen wahrnehmen, ist es ratsam, dass sie ihre Sorgen und Befürchtungen mitteilen und mit dem Jugendlichen besprechen. Dabei kann die befürchtete Selbstmordhandlung konkret angesprochen werden - oftmals warten die Betroffenen verzweifelt auf Vertraute, mit denen sie sich über ihre Gedanken austauschen können. Die Haltung „bloß nicht daran rühren, sonst stoße ich womöglich etwas an“ ist ebenso falsch wie die weit verbreitete Auffassung, dass, wer über Selbstmord spricht, sich schon nichts antun wird. Driftet der Teenager immer weiter in die virtuelle Welt ab, sollten Eltern eingreifen und das Gespräch suchen. Eine frühe, offene und aufgeklärte Medienerziehung kann Schlimmeres verhindern, denn Verbote bringen meist wenig. Gemeinsam mit dem Jugendlichen können die Forenbeiträge besprochen werden und gegebenenfalls nach sichereren Chats und Foren gesucht werden. Sind die Eltern nicht hysterisch und drohen nicht mit Internetverbot, lassen sich die meisten Jugendlichen auf solche Deals ein und sind froh, auch in der realen Welt ernst genommen und verstanden zu werden. Beratungsstellen im Internet oder vor Ort sollten mit oder ohne den Jugendlichen aufgesucht werden, wenn die Eltern keinen Zugang mehr zu ihrem Kind finden. Mit den Beratern können weitere Schritte besprochen werden. 

Warnhinweise für Eltern

- Verändertes Essverhalten mit Appetitlosigkeit, Essanfällen oder Unregelmäßigkeiten
- Konsum von Alkohol oder anderen Drogen
- Gewalttätigkeit, rebellisches Verhalten, Weglaufen, Herumstreunen
- Unübliche Vernachlässigung der Kleidung
- Andauernde Langeweile, Konzentrationsschwierigkeiten und/oder Nachlassen der schulischen Leistungen
- Rückzug aus Familie, Freundeskreis, Sportverein, Jugendgruppe
- Desinteresse an gemeinsamen Aktivitäten
- Abwehr von Lob und Anerkennung
- Ablehnung von Geschenken
- Verschenken von geliebten Gegenständen oder Haustieren
- Klagen über psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit
- Plötzliche Fröhlichkeit nach einer depressiven Phase

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal