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Sozialarbeit  

Mehr Kinder und Jugendliche in Bahnhofsmissionen

06.11.2009, 15:27 Uhr | dpa

Sie sind eigentlich immer auf der Flucht und auf der Suche: Mal reißen sie aus von Zuhause oder trauen sich nicht ins Heim zurück, mal haben sie Angst wegen schlechter Zeugnisse, dann wieder wollen sie einfach nur jemanden finden, der zuhört oder bei dem sie ein paar sichere Momente verbringen können. Mehr als 173.000 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr Schutz und Hilfe in den Bahnhofsmissionen gesucht. Und es werden immer mehr. Der gute Rat, das offene Ohr, die warme Tasse Tee sind angesichts häuslicher Gewalt, der steigenden Zahl von Scheidungskindern und Sozialfällen gefragt - als erste deutsche Bahnhofsmissionen erweitern deshalb die sechs badischen Bahnhöfe ihr Angebot mit sogenannten Kinderlounges.

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"Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit"

Nach Angaben der Diakonie Baden kümmerten sich allein die Ehrenamtlichen und Sozialarbeiter auf den Bahnhöfen zwischen Mannheim und Ulm im vergangenen Jahr um rund 38.700 Jungen und Mädchen. Ähnliche Trends gebe es auch in anderen Bahnhofsmissionen, sagte Diakonie-Sprecherin Angelika Schmidt. "Bei den meisten herrscht eine immer größer werdende Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit", meint Roland Knüppel von der Mannheimer Bahnhofsmission. "Die Kinder brauchen Zuwendung und sie wollen ernst genommen werden, erst dann erzählen sie von ihren Sorgen." Neben Scheidungskindern auf der Fahrt zum Vater oder zur Mutter umsorgten Ehrenamtliche auch schutzsuchende Kinder und jugendliche Ausreißer. "Wir sind ein konsumfreier Raum im Bahnhof, wo sie hinkommen können und vielleicht neben Wärme und einem offenen Ohr auch etwas zu essen bekommen", erklärt Anneliese Haberacker. In ihrem Büro habe ein 13-Jähriger schon mal mehrere Wochen tagsüber seine Zeit verbracht aus Angst vor dem Heim. Schließlich habe er an einen Bauernhof vermittelt werden können.

Deutsche Bahn plant "Kinderlounge"

Auch die Deutsche Bahn verfolgt nach früheren Angaben ein Konzept für eine "Kinderlounge". Dazu werde den drei von der Kirche getragenen Bahnhofsmissionen in Köln, Düsseldorf und Essen ein Betrag von jeweils 90.000 Euro zur Verfügung gestellt, teilte Magdalena Moser vom Verband der Deutschen Evangelischen Bahnhofsmission mit. Das Geld stammt aus dem größten Bargeldfund in der Geschichte der Bahn: Ein ehrlicher Rentner hatte insgesamt 400.000 Euro auf einer ICE-Toilette gefunden. Das meiste davon hatte die Bahn behalten dürfen, weil sich der Besitzer nicht gemeldet hatte.

Musik-, Lese- und Fitnessangebote

Zu den geplanten Konzepten der badischen Einrichtungen gehören unter anderem Musik, ein kleines Fitnessangebot, eine Leseecke oder auch einfach ein wenig mehr Zeit für die jüngsten Hilfesuchenden. Freiburg will außerdem am frühen Nachmittag eine "Happy Hour" speziell für Kinder und Jugendliche organisieren - für Erwachsene bleibt die Bahnhofsmission dann geschlossen. In Heidelberg soll eine gemütliche Ecke eingerichtet werden: "Ein Doppelsitz-Sofa wirkt da auch schon Wunder", sagt Anneliese Haberacker.

Durch Spenden finanzierte Projekte

Geplant ist nach Angaben des Verbandes der Deutschen Evangelischen Bahnhofsmission auch eine erweiterte Ausbildung der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen. Eigene Räume für die jungen Besucher seien zunächst allerdings nicht vorgesehen, hieß es. Finanziert werden die Ideen der Missionen in Karlsruhe, Kehl, Offenburg, Heidelberg, Mannheim und Freiburg durch eine Spende aus der Kinderhilfsaktion "Herzenssache" der Sender SWR und SR.

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