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13-jährige überlebt Alkohol-Exzess: Liebeskummer war Auslöser

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Alkohol-Exzess geradeso überlebt: Liebeskummer war schuld

25.03.2010, 15:11 Uhr | dpa; rev, dpa

13-jährige überlebt Alkohol-Exzess: Liebeskummer war Auslöser. Liebeskummer war der Auslöser für den Alkohol-Absturz eines Mädchens aus Hannover. (Bild: imago)

Liebeskummer war der Auslöser für den Alkohol-Absturz eines Mädchens aus Hannover. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Liebeskummer war der Auslöser für einen Alkohol-Exzess von zwei 13-Jährigen in Hannover, den ein Mädchen beinahe nicht überlebt hätte. Die Schülerin, die am Mittwoch sturzbetrunken in einer Erdgrube gefunden wurde, sei inzwischen außer Lebensgefahr, sagte am Donnerstag eine Polizeisprecherin. Die Mädchen tranken am Mittwoch hochprozentigen Alkohol, den sie zuvor bei den Eltern ohne deren Wissen aus dem Schrank mitgenommen hatten. Nachdem die 13-Jährige gestürzt war und sich am Kopf verletzt hatte, holte die Freundin Hilfe. Bluttests ergaben Werte von 1,6 und 2,3 Promille.

Kampf gegen Alkoholkonsum bei Jugendlichen

Niedersachsen gibt nach Angaben des Gesundheitsministeriums jährlich etwa sieben Millionen Euro für Suchtberatung aus. Zudem sei Niedersachsen das erste Bundesland, in dem die gesetzlichen Krankenkassen die zusätzlichen Kosten für spezielle Maßnahmen bei auffälligen Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren übernehmen. "Wir lassen Jugendliche nicht im Stich, auch wenn sie durch ihr Trinkverhalten auffallen", sagte Ministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) in einer Mitteilung am Donnerstag. Der Kampf gegen den Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen sei jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Liebeskummer war der Auslöser

In diesem speziellen Fall kam nun heraus, dass starker Liebeskummer den Alkohol-Exzess letztendlich auslöste. Hier sind natürlich auch die Eltern von Teenager gefragt: Ab einem Alter von zwölf oder 13 Jahren spielt das andere Geschlecht eine ausgesprochen wichtige Rolle im Leben der Heranwachsenden. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder heutzutage früher in die Pubertät kommen als noch vor einigen Jahren. Themen wie Liebe und Beziehung beschäftigen die Kids bereits in einem jungen Alter. Der erste große Liebeskummer ist damit vorprogrammiert. Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn der Nachwuchs sich vor lauter Liebeskummer tagelang im Zimmer zurückzieht und vorm eigenen Herzschmerz kapituliert - auch um Reaktionen wie im Falle des Mädchens aus Hannover zu vermeiden?

Der nötige Ernst

An allererster Stelle gilt für Eltern in so einer Situation: Der Angelegenheit bloß nicht ohne die nötige Ernsthaftigkeit zu begegnen. Aus eigener Erfahrung mag man zwar sehr genau wissen, dass so eine Phase oft sehr schnell überwunden ist und für gewöhnlich nicht im Krankenhaus endet, aber man muss auch begreifen, dass es dem Teenager in diesem Moment tatsächlich schlecht geht. Fast jeder Jugendliche in diesem Alter glaubt schließlich, dass die nun zerbrochene Beziehung eigentlich doch für die Ewigkeit gedacht war. Umso verärgerter werden die leidenden Kinder auf Sprüche reagieren wie "Du bist noch jung und wirst dich noch oft genug verlieben" oder "Mit der Zeit kommt schon noch der/die Richtige". Weisheiten solcher Art wollte man schließlich in der eigenen Jugend ebenfalls nicht hören - also besser vermeiden!

Verständnis aufbringen

Stattdessen sollten Eltern sich, ohne zu nerven, dem Kind als geduldigen Gesprächspartner anbieten. Der Jugendliche sollte begreifen, dass er jederzeit und ganz ungezwungen die Möglichkeit hat, sich mit seinen Liebesproblemen an die Eltern zu wenden. Diese zeigen mit ihrer Geduld und der Zeit, die sie sich dafür nehmen, dass sie Verständnis für die Situation des Kindes haben und geben ihm so das Gefühl von Halt und Sicherheit. Womöglich hilft es dem Kind auch, wenn die Eltern von eigenen Liebeskummer-Erfahrungen aus ihrer Jugend berichten und so dem Kind zusätzlich vermitteln, nicht alleine mit seinen Problemen zu sein. Gemeinhin neigen Jugendliche nicht dazu, Liebeskummer nur in sich hineinzufressen. Wenn das Kind trotz allem Verständnis der Eltern aber nicht mit Mama oder Papa über die eigenen Gefühle reden will, sollten die Eltern nicht beleidigt reagieren. Vielleicht sind sie in diesem Fall einfach nicht der bevorzugte Ansprechpartner - es gibt Themen, die sich nun einmal noch besser mit Freunden besprechen lassen.

Liebeskummer darf kein Freifahrtschein sein

Grundsätzlich dürfen Eltern nicht jedes Wort und jede Verhaltensweise des Kindes in so einer Phase überbewerten. Das Ende einer Beziehung - auch wenn diese vielleicht nur aus Händchenhalten bestand - kommt in der Pubertät einem Weltuntergang gleich. Die Teenager können mit solch extremen Gefühlen meistens nicht richtig umgehen und sind deshalb nicht nur frustriert, sondern verhalten sich auch häufig sehr aggressiv. Für Eltern stehen die Chancen natürlich ganz besonders gut, die Wut des Kindes abzubekommen. Eltern müssen sich dann im Klaren darüber sein, dass das Verhalten des Kindes normalerweise nicht persönlich gemeint ist und in vielen Fällen sogar mit einem schlechten Gewissen einhergeht. Das bedeutet allerdings nicht, dass Liebeskummer ein Freifahrtschein für jede noch so schlimme Äußerung ist. Gewisse Regeln sollten weiterhin bestehen bleiben. So sollten Eltern zum Beispiel auch sicherstellen, dass das pubertierende Kind aufgrund seiner Sorgen nicht die Schule vernachlässigt. Vielleicht können die schulischen Pflichten sogar als Ablenkung dienen und das Kind zeitweise auf andere Gedanken bringen. Gleiches gilt natürlich für attraktive Ausflüge - in einen Freizeitpark oder auf die Schlittschuhbahn -, mit denen Eltern womöglich ihre Kinder ein bisschen ablenken können.

Wenn es bedenklich wird

In den meisten Fällen handelt es sich beim Liebeskummer der Jugendlichen nur um eine letztendlich harmlose und auch relativ kurze Phase. Trotzdem sollten Eltern auch auf bedenkliche Anzeichen achten: Gerade bei Mädchen kann eine Trennung schnell zu Selbstzweifeln und einem angeknacksten Selbstbewusstsein führen, woraus bei manchen ein übertriebener Schönheitswahn resultiert. Während vorübergehende Appetitlosigkeit nicht ungewöhnlich ist, können andauernde Essensverweigerung und übertrieben viel Sport Signale einer Essstörung sein. Auch bei einem anhaltend extrem aggressiven oder depressiven Verhalten sollten Eltern hellhörig werden. In diesen Fällen sind dann vermutlich dem Einfluss der Eltern Grenzen gesetzt und es sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Das sind jedoch Ausnahmefälle. In der Regel dürfen Eltern sicher sein, dass die Phase des Liebeskummers bei ihren Kindern schon bald überwunden und der Haussegen wieder gerade gerückt sein wird. Schließlich haben doch fast alle den Verlust der "einzig wahren Liebe" und auch der nächsten "einzig wahren Liebe" irgendwann erfolgreich verarbeitet. Die meisten ohne Alkohol-Exzessen mit schwerwiegenden Folgen.

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