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Drogenbeauftragte: Weniger "Sprit" für Jugendliche

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Alkoholmissbrauch  

Jugendliche sollen weniger "Sprit" tanken

07.07.2010, 12:00 Uhr | dpa

Drogenbeauftragte: Weniger "Sprit" für Jugendliche. Ein Junge - unter 18 Jahren - sitzt auf der Straße vor einem Geschäft mit Bier und Zigarette.

Kontrolle oder Selbstverpflichtung? Was schützt Jugendliche besser vor Alkoholmissbrauch? (Foto: Imago) (Quelle: imago)

Die Tankstellen wollen Jugendlichen den Griff zur Flasche erschweren. Sie kündigen zusätzliche Mitarbeiterschulungen, Kassenwarnsysteme und Alterskontrollen beim Verkauf von Alkohol an. Kritiker sagen, eine gesetzliche Verpflichtung wäre sinnvoller. Hintergrund sind die erschreckenden Berichte über das Komasaufen unter Jugendlichen.

Alkohol: Jugendliche decken sich an Tankstellen ein

Samstagabend, kurz vor 22 Uhr. Zwei Jugendliche wollen in einer Tankstelle Wodka kaufen. Als die Kassiererin die Flasche über den Scanner zieht, erscheint auf der Kassenanzeige ein gelber Warnhinweis: "Der Verkauf ist nur an Personen über 18 Jahre erlaubt. Bitte Ausweis kontrollieren." Die Papiere zeigen: Die Jugendlichen sind erst 17. Den Alkohol bekommen sie nicht. So oder ähnlich stellt sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), Jugendschutz an Tankstellen vor. Vielfach ist die beschriebene Szene bereits Realität. Auf Kritik stößt aber, dass die Schutzmaßnahmen freiwillig und nicht gesetzlich verordnet sind.

Selbstverpflichtung der Tankstellen

2009 legten sich die Tankstellenverbände eine Selbstverpflichtung auf. In einem "Aktionsplan Jugendschutz" schrieben sie fest, dass bis Ende des Jahres 30 Prozent der Tankstellenkassen über ein Warnsystem verfügen sollten. Bis Ende 2011 sollen es 40 Prozent sein, gibt der überarbeitete Aktionsplan vor. "Der Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen ist leider nach wie vor ungebrochen", sagt Dyckmans. Jeder fünfte Jugendliche betrinke sich mindestens einmal im Monat mit fünf oder mehr Gläsern Alkohol. Jahr für Jahr landen Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, viele von ihnen bewusstlos. 2008 waren es laut Dyckmans mehr als 25.700.

Warnsysteme schon vorhanden

Bei etwa einem Drittel der Tankstellen sind die Kassen nach Angaben der Tankstellenverbände mit einem Warnhinweissystem ausgestattet. Rechnen müssen die Verkäufer bei der Ausweiskontrolle nicht - das übernimmt die Kasse. "Das Geburtsdatum muss vor dem 7.7.1992 liegen", sagt sie beispielsweise, wenn ein Kunde Hochprozentiges kauft. Alterskontrollen gebe es bis zu einem geschätzten Alter von 25 Jahren, so Dyckmans. Hinweisschilder sollen bei anderen Kunden Verständnis für die Kontrollen schaffen.

Generelles Alkoholverbot an Tankstellen?

Der Chef der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, hält die Maßnahmen zwar für sinnvoll. Allerdings fordert er, die Tankstellen gesetzlich darauf zu verpflichten. Nur dann sei die flächendeckende Einführung zu gewährleisten. Viele Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz gingen auf Tankstellenverkäufer zurück, sagt Ehrmann. Der Aktionsplan sende das falsche Signal: "Wir als Politik müssen nichts machen, die Tankstellen bekommen das selbst in den Griff."

Das 2009 gesteckte Ziel, 15.000 Mitarbeiter per Schulung für Alkoholmissbrauch durch Jugendliche zu sensibilisieren, wurde laut Tankstellenverbänden ebenfalls übererfüllt: 25.000 Verkäufer hätten nach absolvierter Schulung ein Zertifikat erhalten. Diese Zahl soll in den kommenden anderthalb Jahren noch auf 50.000 erhöht werden. Die Branche möchte ein generelles Alkoholverbot an Tankstellen unbedingt verhindern. "Wer eine Flasche Wein kauft, der kauft eine Tüte Chips, der kauft Schokolade, der nimmt eine Zeitung mit", sagt Karl-Friedrich Lihra, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland. Bei einem Alkoholverbot fielen all diese "Folgeprodukte" weg.

Der jugendpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Kai Gehring, wirft der Drogenbeauftragten vor, sie fungiere als "Werbeträgerin von Lobbyverbänden": "Nicht die Umsatzinteressen beim Alkoholverkauf sind zu schützen, sondern Kinder und Jugendliche."

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