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ZDF-Doku über Jugendliche: Meine Welt

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ZDF-Doku  

"Die Jugend von heute": Was ist das?

20.08.2010, 14:39 Uhr | rev; ZDF, t-online.de

ZDF-Doku über Jugendliche: Meine Welt. Die Erfurter "Emos" Marco und sein Freund Kevin. (Bild: ZDF)

Die Erfurter "Emos" Marco und sein Freund Kevin. (Bild: ZDF)

"Die Jugend von heute" - was genau macht die eigentlich? Was hat sie für Ziele, Träume und Wünsche? Die ZDF-Dokumentation beschreibt den Alltag und das Leben von Teenagern und ihren Cliquen aus nächster Nähe. Drei Gruppen ganz unterschiedlicher Jugendlicher filmen ihr Leben und zeigen damit Einblicke in ihre Welt. Um ein möglichst authentisches Porträt der verschiedenen Szenen und Jugendgruppen zu ermöglichen, haben sich die Protagonisten mit Hilfe einer Handykamera selbst gefilmt. So konnten sie auf ganz persönliche Weise ihren Alltag, ihre Sorgen und ihre Wünsche dokumentieren.

Die "Emos" aus Erfurt

Kevin (18), Marco (17), Mandy (19) gehören der "Emoszene" an. Sie schminken sich auffällig, haben gefärbte Haare, tragen außergewöhnliche Klamotten und heben sich mit ihrer Andersartigkeit von ihrer Umwelt ab. Wenn sie durch die Straßen laufen, werden sie angepöbelt und ausgelacht. Sie können diese Anfeindungen nicht nachvollziehen, sehen es aber auch nicht ein, sich anzupassen. Mode, Stil und vor allem Abgrenzung bestimmen das Leben der drei "Emos". Bloß nicht normal sein! - so könnte das Motto der Erfurter Teenager lauten. Ihre Eltern haben dafür gar kein Verständnis, wie Kevin und Marco erklären.

Marco und Mandy sind seit vielen Jahren beste Freunde und haben sogar ein gemeinsames Tattoo, das sie verbindet. Seit einiger Zeit bekommt ihre Freundschaft aber Risse, denn Marco hat sich in Kevin verliebt - die beiden sind nun ein Paar und Mandy fühlt sich oft ausgeschlossen, wenn die Drei gemeinsam unterwegs sind. Marco steht zwischen Mandy und Kevin, da er sich mit beiden sehr verbunden fühlt. Für ihn ist es schwer, die Freundschaft mit Mandy und die Beziehung mit Kevin miteinander zu vereinen, ohne einen der beiden zu verletzen.

Die Mädchen-Clique aus Dortmund

Bunny (15), Lilly (15), Lena (14) und Tati (15) leben in Dortmund in einem sozial schwachen Stadtteil. In der Vergangenheit sind sie schon öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. "Diebstahl, Körperverletzung - was man so alles macht - es ist immer Langeweile", erklärt Bunny. Immer wieder verspüre sie den Drang sich mit anderen zu "boxen": "Ich schlage immer, bis ich Blut sehe", sagt Bunny. "Irgendwie muss ich meine Wut raus lassen."

Auch mit ihren Eltern haben die Mädchen Probleme. Bei Bunny und Tati führte das schließlich dazu, dass sich den Arm aufritzten. "Hate my dad" ritzte sich Bunny damals in ihre Haut. Tati, die inzwischen in einem Heim lebt, erzählt, dass sie es später besser machen will als ihre Eltern: Auf jeden Fall will sie einmal Kinder haben, denen sie "viel Liebe zeigen" will.

Den Teenagern steht kaum Geld zur Verfügung und sie machen sich daher Gedanken über ihre Zukunft. "Natürlich haben Kinder mit Kohle bessere Chancen", heißt es dann. Und trotzdem blicken die vier Mädchen optimistisch nach vorne. Sie sehen für sich eine Zukunft mit "großer Karre" und guten Berufen wie Anwalt oder Schauspieler. Doch sind das realistische Ziele für diese vier Mädchen, die sich bisher im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben "geboxt" haben, immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, Probleme in der Schule und ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern haben? Oder sind es nur verzweifelte Träumereien von einem besseren Leben?

Freundeskreis aus München

Kim (16), Mitja (16) und Marie (17) sind drei Jugendliche aus der oberen Mittelschicht. Durch das Geld ihrer Eltern haben sie einen relativ hohen Lebensstandard. Sie tragen Markenklamotten, gehen am Wochenende gerne feiern, wobei sie an einem Abend schon einmal 100 Euro ausgeben, und sie glauben an eine finanziell gut abgesicherte Zukunft, in der sie ihren jetzigen Lebensstil beibehalten können. Zurzeit steht bei dem Freundeskreis das Thema "Beziehung" ganz oben auf der Agenda, da aktuell alle drei Single sind.

Anders als die "Emos" aus Erfurt und die Mädchen aus Dortmund bestätigen Kim, Marie und Mitja ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Wenig verwunderlich: Ihre Eltern ermöglichen ihnen ein privilegiertes Leben, während ihre Ziele den Erwartungen der Eltern nicht widersprechen sollten: Abitur, Auslandsjahr, Studium im Bereich Medienwissenschaften, viel Geld verdienen. So der Zukunftsplan von Kim. Der von Marie und Mitja unterscheidet sich nicht wesentlich. "Ich will auf keinen fall als Hartz IV-Empfänger sterben - oder dumm! Auf keinen Fall!", so Mitja über seine Zukunft. Kim selbst bezeichnet sich als verwöhnt. Für ausgefallenere Jugendgruppen scheinen die Drei wenig übrig zu haben. Im Park hört man sie über eine Reihe von Punks lästern. Mitjas abwertender Kommentar: "Aber immer noch besser als so ein abgefuckter Emo, den keiner haben will!"

Eine einzige "Jugend von heute" gibt es nicht

Die Dokumentation "Meine Welt" beschreibt den Alltag und das Leben von Teenagern und ihren Cliquen aus nächster Nähe. Drei Gruppen unterschiedlicher Jugendlicher filmen dabei nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Umfeld, ihre Freunde, ihr Leben. Sie zeigen ihre Gefühlsmomente, ihre Kämpfe, ihre Ziele sowie auch ihr Scheitern. Und sie beziehen Stellung zu Themen, mit denen sie sich momentan beschäftigen: Liebe, Freundschaft, Eltern, Schule, Zukunftsängste und -träume. Es sind die gleichen Dinge, mit denen sie sich auseinander setzen müssen - und doch sind es Welten, die die Frankfurter "Emos", die Mädchen aus Dortmund und die privilegierten Teenager aus München voneinander trennen.

Was beispielsweise bei Bunny, Tati und Co. wirklichkeitsfremde Träumerei ist, ist bei Kim, Marie und Mitja ein gut durchdachter und realistischer Zukunftsplan. Während die "Emo"-Fraktion um Kevin nicht versteht, warum man sie mobbt, kann die Clique aus München nicht begreifen, wie man sich so verhalten und kleiden kann, wie es die Anhänger jener Szene tun. "Meine Welt" zeigt, wie groß die Unterschiede sind, was sozialen Status, Stil, Umfeld und Mentalität betrifft. Eine einzige "Jugend von heute" gibt es nicht.

"Meine Welt": 20. August um 22:00 Uhr in ZDFneo

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