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Alkoholkonsum: Zwischen Genuss und Koma-Saufen

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Alkoholkonsum bei Teenagern  

Zwischen Genuss und Koma-Saufen: Ist Ihr Kind suchtgefährdet?

31.08.2010, 16:38 Uhr | rw, t-online.de

Alkoholkonsum: Zwischen Genuss und Koma-Saufen. Jugendliche Clique trinkt alkoholische Getränke.

Nur Genuss oder schon erstes Suchtverhalten? (Bild: dpa) (Quelle: dpa)

Alkoholkonsum ist in Deutschland, ob man das nun gut findet oder nicht, eine gesellschaftliche Realität. Auch Teenager werden in den allermeisten Fällen irgendwann mit der Genussdroge in Berührung kommen. Nach Angaben des Online-Selbsthilfe Vereins A-Connect e.V. konsumieren jedes Jahr etwa 750.000 Kinder und Jugendliche zum ersten Mal Alkohol. Rund zehn Prozent davon starten damit ihre Alkoholiker-Karriere, so der Verein. Fast alle Eltern sind sich der Problematik inzwischen bewusst. Medienberichte über Koma-Saufgelage und Flatrate-Partys haben die Gesellschaft für das Thema sensibilisiert. Doch wie können Erziehungsberechtigte dazu beitragen, dass ihre Sprösslinge ein verantwortungsvolles, problembewusstes Konsumverhalten entwickeln?

Erstkontakt meist im Kreis der Familie

Nicht selten liest man, dass das Einstiegsalter, zu dem Kinder beziehungsweise Jugendliche erstmals mit Alkohol in Berührung kommen, sinke. In der Tat scheint es alarmierend, wenn unser Nachwuchs heute durchschnittlich im Alter von zehn bis 14 Jahren erstmals alkoholische Getränke konsumiert. Was allerdings gern verschwiegen wird: in den meisten Fällen findet dieser Erstkontakt im Kreis der Familie statt - zum Beispiel zum Anlass einer Feier wie Hochzeit oder Silvester, wo ein Gläschen Sekt probiert wird. In den darauffolgenden Jahren wird dann ein bestimmtes Trinkverhalten verfestigt, das oft lebenslang Bestand hat.

Verführerische Mixgetränke sind doppelt gefährlich

Der eigentliche Einstieg in die Alkohollaufbahn beginnt zumeist etwas später. Hier spielen so genannte Alkopops und andere Mixgetränke auf Wein- oder Bierbasis eine gewichtige Rolle. Sie hätten einen in mehrfacher Hinsicht negativen Effekt, wie die AOK erklärt. "Geschmack und optische Aufmachung vermitteln den harmlosen Produktcharakter eines Limonadengetränkes", so die Krankenkasse. Jugendliche, die von Alkohol sonst wegen seines bitteren, herben Geschmacks womöglich die Finger ließen, werden so zu potenziellen Konsumenten. Außerdem ist die rauschhafte Wirkung der süßen Getränke kaum berechenbar - vor allem wenn ihr Konsument noch wenig Erfahrung mit Alkohol hat. "Aufgrund des hohen Zuckeranteils und der Kohlensäure gelangt der Alkohol schnell ins Blut und wirkt somit besonders kurzzeitig", erklärt die AOK.

Alkoholkonsum für Jugendliche besonders gefährlich

Jugendliche in der Pubertät sind besonders gefährdet, den Verlockungen des Alkohols zu erliegen. Er ist in Deutschland Teil der Erwachsenen-Kultur, die in diesem Entwicklungsstadium von den meisten Heranwachsenden angestrebt wird. Leider sind zugleich die negativen Folgen des Alkoholkonsums bei Jugendlichen viel gravierender, weil sie sich noch im Wachstum befinden und ihre körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Eine noch nicht voll ausgebildete Leber kann den Alkohol nur sehr langsam abbauen, so dass schon verhältnismäßig geringe Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen können, die den jugendlichen Trinker nicht selten in der Notaufnahme aufwachen lassen. Auch Langzeitschäden bei der Hirnentwicklung und Reifeverzögerungen während der Pubertät können Folgen eines frühen und regelmäßigen Alkoholkonsums sein. Außerdem ist die Gefahr, in eine Abhängigkeit zu rutschen in jungen Jahren besonders groß.

Was können Eltern tun?

Die wirksamste Präventionsmethode ist immer das eigene gute Beispiel! Am besten lernen Heranwachsende einen risikoarmen Umgang mit der Gesellschaftsdroge Alkohol dadurch, dass Eltern diesen vorleben und selbst nicht allabendlich zu Bier und Wein greifen. Trotzdem wird das Kind irgendwann in Berührung mit Alkohol kommen. Die Jugendämter weisen darauf hin, dass drakonische Strafen in diesem Fall das falsche erzieherische Mittel sind. In einer Infobroschüre für Eltern empfiehlt das Jugendamt Nürnberg, Konsumregeln aufzustellen, wann, wo und wie viel getrunken werden darf und erst bei Nichteinhaltung dieser Regeln mit Strafen zu arbeiten. Grundlage der Hausregeln sollten die gesetzlichen Vorschriften zum Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit sein (siehe Tabelle unten). Aber auch wenn der Nachwuchs einmal über die Stränge schlägt, hat Kommunikation immer Vorrang vor Sanktion. "Suchen Sie dann das Gespräch und machen Sie klar, dass Sie dieses Verhalten nicht akzeptieren ... setzen Sie Ihre Kinder aber nicht auf die Anklagebank, Sie fordern nur eine Abwehrreaktion heraus", heißt es in dem Eltern-Ratgeber der Behörde.

Die Rechtslage zum Alkoholkonsum

Noch immer sind die gesetzlichen Bestimmungen zum Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit nicht jedem vertraut. Die Tabelle zeigt, was erlaubt ist und was nicht:

Alter

Bier

Wein/Sekt

Mixgetränke mit Wein
oder Bier

Mixgetränke mit Spirituosen

Spirituosen

unter 14

verboten

verboten

verboten

verboten

verboten

14 - 16

nur in Begleitung eines
Erziehungsberechtigten

nur in Begleitung eines
Erziehungsberechtigten

nur in Begleitung eines
Erziehungsberechtigten

verboten

verboten

16 - 18

erlaubt

erlaubt

erlaubt

verboten

verboten

über 18

erlaubt

erlaubt

erlaubt

erlaubt

erlaubt

Ist mein Kind Alkoholiker?

Auch wenn es bestimmt keine schöne Erfahrung für Eltern ist: Dass ein jugendliches Kind irgendwann einmal mehr oder weniger betrunken nach Hause kommt, ist allein noch keine allzu große Tragödie. Ein solcher Vorfall sollte mit Hilfe von Gesprächen und unter Umständen auch kleinerer Sanktionen aufgearbeitet werden. Eltern sollten die Kinder darin für die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums sensibilisieren. Es kann sogar auf ein intaktes Vertrauensverhältnis hindeuten, wenn das eigene Kind nicht versucht, seinen Alkoholrausch zu verstecken, indem es etwa bei einem Freund übernachtet, sondern die Geborgenheit des eigenen Elternhauses sucht. Trotzdem gibt es Anzeichen, bei deren Auftauchen Eltern alarmiert sein sollten. Mit unserem Test können Sie überprüfen, ob das Trinkverhalten Ihres Kindes Grund zur Sorge bietet.

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