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Pubertät: Jugend ohne Vater lässt Mädchen früher reifen

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Pubertät  

Jugend ohne Vater lässt Mädchen früher reifen

20.09.2010, 15:15 Uhr | Spiegel Online

Pubertät: Jugend ohne Vater lässt Mädchen früher reifen. Fünf Teenager Mädchen mit verschränkten Armen in einer Reihe.

Studie: Mädchen ohne leiblichen Vater im Haushalt kommen früher in die Pubertät. (Bild: imago)

Fehlt der leibliche Vater im Haushalt, kommen die Töchter häufig früher in die Pubertät - dieses Studienergebnis stellt Forscher vor Rätsel. Über die Gründe können sie nur spekulieren: Ist es der fehlende Rückhalt in der Familie oder die verstärkte Kontaktsuche zu fremden Männern?

Das Ergebnis der Studie gibt Rätsel auf

Wissenschaftler haben die Daten von 444 Mädchen analysiert. Doch das Ergebnis ihrer Auswertung ist ein Mysterium: Wachsen Mädchen ohne ihren leiblichen Vater auf, kommen sie meist früher in die Pubertät als andere Gleichaltrige. Die Brüste wachsen eher, ebenso die Schambehaarung. Das ist für die betroffenen Mädchen nicht zuletzt mit Gesundheitsgefahren verbunden. So erhöht eine vorzeitige Pubertät etwa das Risiko, später an Brustkrebs oder anderen Krebsarten der Fortpflanzungsorgane zu erkranken.

Wohlhabende afroamerikanische Mädchen am stärksten betroffen

Zwei Jahre lang hatten sich die jungen US-Amerikanerinnen, die ab einem Alter von sechs bis acht Jahren an der Kohortenstudie "Young Girls' Nutrition, Environmental and Transition" teilnahmen, begleiten lassen. 80 von ihnen, die in dieser Zeit ohne leiblichen Vater lebten, erreichten die Pubertät meist besonders früh. Am stärksten ausgeprägt war der Effekt, wenn die Mädchen aus einem relativ wohlhabenden Haushalt mit einem Jahreseinkommen von mindestens 50.000 US-Dollar stammten und einen afroamerikanischen Hintergrund hatten, berichten die Forscher im Fachblatt "Journal of Adolescent Health".

Pubertät setzt immer früher ein

"Das Alter, in dem Mädchen die Pubertät erreichen, ist in den letzten Jahrzehnten gesunken", sagt Studienleiterin Julianna Deardorff von der University of California in Berkeley. "Bisher wurde vor allem das vermehrte Auftreten von Übergewicht dafür verantwortlich gemacht." Die neue Untersuchung zeige jedoch, dass körperliche Faktoren allein als Begründung nicht ausreichten. Um Verzerrungen zu vermeiden, hatten die Forscher bei ihren Ergebnissen den Effekt des Körpergewichts herausgerechnet.

Mögliche Ursachen

Wie der Einfluss des Elternhauses zustande kommt, ist bisher unklar - die Forscher haben jedoch mehrere Theorien entwickelt, die den Zusammenhang erklären sollen. Eine lautet, dass die Abwesenheit des biologischen Vaters den Mädchen das Gefühl geben könnte, in einer instabilen Umgebung aufzuwachsen. Dies wiederum könnte zur Folge haben, dass sie eher in die Pubertät kommen und so in der Lage sind, sich früher unabhängig zu machen und ihre eigene Familie zu gründen.

Eine andere Hypothese besagt, dass Mädchen ohne einen leiblichen Vater im Haushalt vermehrt den Kontakt zu nicht-verwandten erwachsenen Männern suchen. Dadurch seien sie häufiger deren Pheromonen ausgesetzt. Das sind Duftstoffe, die unter anderem als Sexuallockstoffe dienen. Dadurch entwickele sich ihre Geschlechtsreife möglicherweise früher, glauben die Forscher. In der Studie konnten sie allerdings keine Wirkung beobachten, wenn nicht-verwandte Männer wie etwa der Stiefvater mit im Haushalt wohnten.

Haushalte mit hohem Jahreseinkommen überdurchschnittlich vertreten

Ebenfalls nur spekulieren können die Wissenschaftler darüber, warum der Effekt vor allem wohlhabende Haushalte betrifft. Möglicherweise haben Familien mit einem geringeren Einkommen einen stärkeren Zusammenhalt und ein größeres soziales Netzwerk, vermutet Deardorff. Dann hätten die Mädchen einen größeren Rückhalt. "Eine kontrovers diskutierte Hypothese besagt, dass Familien mit einem hohen Einkommen und ohne Vater wahrscheinlich von einer Single-Mutter geführt werden, die viel arbeiten muss und sich kaum um ihre Kinder kümmern kann", so Deardorff. Frühere Studien hatten bereits den Verdacht ergeben, dass eine schwache Mutter-Kind-Bindung eine frühe Pubertät begünstigt.

Frühe Pubertät gefährlich

"Die Suche nach einer Erklärung für das Phänomen ist extrem wichtig", sagt Deardorff. "Mädchen, die früher in die Pubertät kommen, haben nicht nur ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Sie sind auch gefährdeter, Asthma zu entwickeln, sich auf riskante sexuelle Beziehungen einzulassen und Drogen zu nehmen." Die neue Studie lasse zwar noch eine Menge Fragen offen. Sie mache aber deutlich, dass alleine das Gewicht als Erklärung für eine verfrühte Pubertät nicht ausreiche.

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