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Komasaufen: Trauriger Rekord in 2009 bei Jugendlichen

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Komasaufen  

Saufen bis der Notarzt kommt

28.12.2010, 09:14 Uhr | dpa-AFX

Komasaufen: Trauriger Rekord in 2009 bei Jugendlichen. Ein Rückgang beim sogenannten Komasaufen von Jugendlichen ist weiterhin nicht zu beobachten. (Foto: imago)

Ein Rückgang beim sogenannten Komasaufen von Jugendlichen ist weiterhin nicht zu beobachten. (Foto: imago)

Immer mehr Jugendliche trinken bis der Arzt kommt. Einen besonders hohen Anstieg von rund elf Prozent beim sogenannten Komasaufen gab es nach Zahlen der Krankenkasse DAK im Jahr 2009 in Rheinland-Pfalz mit 1664 Fällen. Auch in Niedersachsen nahm das Trinken bis zur Besinnungslosigkeit mit 2685 Fällen gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent zu.

Suchtkarriere beginnt oft mit Alkohol

Für das Jahr 2010 liegen noch keine Zahlen vor. Die DAK bezieht sich auf Zahlen der Statistischen Landesämter für die Gruppe der Zehn- bis 20-Jährigen. Es liegen aber noch nicht für alle Länder die Daten vor. "Suchtkarrieren beginnen in der Regel mit Alkohol oder Nikotin", so DAK-Psychologe Frank Meiners. Der allzu sorglose Umgang vieler junger Menschen mit den legalen Drogen Bier, Schnaps oder Wein müsse stärker als bisher in Schulen und Betrieben thematisiert werden. "Exzessives Trinken ist kein Ausweg, um Anforderungen in Job oder Schule auszugleichen."

Komasaufen: Verdopplung in nur zehn Jahren

In Berlin kamen 408 Kinder und Jugendliche nach Alkoholmissbrauch in ein Krankenhaus, das war ein Zuwachs von sechs Prozent. In Nordrhein-Westfalen mussten 2009 sieben Prozent mehr Jugendliche volltrunken stationär aufgenommen werden als im Vorjahr - insgesamt 6578. In Bayern (5316 Fälle, plus 3,5 Prozent) und Baden-Württemberg (4028 Fälle, plus 1,7 Prozent) verlief die Entwicklung weniger dramatisch. In allen genannten Ländern bedeuteten die Zuwächse gleichzeitig auch Höchststände. In einigen Ländern haben sich die Fälle innerhalb von zehn Jahren annähernd verdoppelt.

Geringere Fallzahlen in Sachsen und Brandenburg

In Brandenburg waren im vergangenen Jahr 407 Kinder und Jugendliche betroffen, 7,1 Prozent weniger als 2008. In Sachsen ging die Zahl um 15,8 Prozent auf 928 zurück und in Sachsen-Anhalt waren es 704 Fälle (minus 12,2 Prozent). Das könne aber auch an Geburtenrückgang und der Abwanderung liegen, erklärt DAK-Pressesprecher Rüdiger Scharf. "Das heißt nicht, dass das Problem geringer geworden ist."

Insgesamt sind häufiger Jungen als Mädchen betroffen und die Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen ist stärker vertreten als die jüngeren Kinder. Im Vergleich zu 2003 haben aber die Jüngeren und auch die Mädchen überproportional zugelegt. "Die aktuellen Zahlen sind alarmierend", sagte der DAK-Landeschef in Rheinland-Pfalz, Michael Hübner. "Wir müssen das Thema dringend auf den Stundenplan setzen."

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