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Wahlrecht ab 16  

Bremer Jugendliche dürfen wählen

12.05.2011, 12:13 Uhr | dapd

Bremens Jugendliche sind Vorreiter: Sie dürfen bei der Landtagswahl schon mitwählen. Als erstes Bundesland lässt Bremen seine Bürger schon ab 16 Jahren wählen. Rheinland-Pfalz will folgen. das Interesse der Bremer Jungwähler an der Politik ist groß, vor allem an der Bildungspolitik.

Wahlrecht ab 16: Bremen ist Vorreiter

Der 17-jährige Luca Miehe hat sich gut auf seine Stimmabgabe vorbereitet. Der Bremer Gymnasiast recherchierte im Internet, diskutierte mit seiner Familie und unterhielt sich mit seinen Freunden aus der Band. Jetzt wartet er gespannt auf den 22. Mai, dem Tag der Bürgerschaftswahl. In Bremen dürfen erstmals auch alle 16- und 17-Jährigen an der Landtagswahl teilnehmen. Es ist damit bundesweiter Vorreiter, Rheinland-Pfalz will folgen. Die dortige rot-grüne Regierung nahm das Wahlrecht ab 16 Jahren in ihren Koalitionsvertrag auf.

Politik als Pflichtfach in Schule?

"Ich hätte gerne auch schon früher gewählt", erklärt Luca, für den Politik ein Pflichtfach an allen Schulen sein sollte. Seine gleichaltrige Mitschülerin Aisha Kadiri nickt zustimmend. Sie hat sich in der zehnten Klasse gegen Religion und Geografie und für Politik entschieden. "Ich fand es wichtig", erzählt die Erstwählerin. "Weil ich versuchen wollte, zu verstehen, was in der Welt vor sich geht, um mir eine eigene Meinung bilden zu können."

Schüler zu mündigen Bürgern erziehen

Im Politikunterricht haben sie in den vergangenen Wochen über das Wahlrecht und die Programme der einzelnen Parteien gesprochen. Ihr Lehrer Leif Hillbrecht organisierte sogar eine Infoveranstaltung mit Politikern. "Wir wollen die Schüler zu mündigen Bürgern erziehen, und das geht nur über Information", sagt der 36-Jährige zur Begründung.

Diskussion mit Politikern war ernüchternd

Für Luca war die Diskussion in der Aula, an der sich rund 300 Schüler beteiligten, eher ernüchternd. "Anfangs wurde nur über Verkehrspolitik und Ampeln gesprochen, aber uns interessiert in Bremen am meisten die Bildungspolitik", sagt der 17-Jährige, der im kommenden Jahr nach zwölf Schuljahren Abitur macht.

Schließlich doch noch auf das Turbo-Abi angesprochen, "haben alle Parteien zugegeben, dass das nur eine Modeerscheinung ist, an der sich aber zurzeit nichts ändern lasse", ereifert sich Luca angesichts der Tatsache, dass die Schüler mit 36 Unterrichtsstunden pro Woche überlastet seien. "Das lässt einen als Jugendlichen verzweifeln. Das fanden wir alle schockierend", sagt der Schüler.

Für 10.000 Jugendliche das erste Mal

Trotz dieser Enttäuschung will der 17-Jährige am 22. Mai zur Wahl gehen und Aisha pflichtet ihm bei: "Das ist kein Widerspruch, schließlich hat man nicht alle zwei Wochen die Chance dazu." Seine Stimmen zu verteilen, sei eine große Verantwortung. "Man nimmt ja schon in gewisser Weise Einfluss", sagt Aisha. Weil sie am Tag der Bürgerschaftswahl nicht in Bremen ist, hat sie ihre Stimme sogar schon per Briefwahl abgegeben. 10.000 Jugendliche sind in Bremen erstmals zur Wahl aufgerufen.

Libyen-Konflikt oder Weser-Vertiefung?

Obwohl sich Aisha nach eigenen Angaben eher für den Libyen-Konflikt als für die Weservertiefung interessiert, rückten die Bremer Probleme wegen der Landtagswahl doch stärker in ihren Fokus. Neben Bildung sind Integration und Kultur für sie wichtige Themen. "Für die Theater müsste mehr getan werden", wünscht sich Aisha. Gitarrist Luca findet, Bremen solle sich ein Beispiel an Berlin nehmen. "Das ist eine kulturell blühende Stadt, in der auch Leute mit kleinerem Budget etwas machen können. In Bremen sind Probenräume für Bands unendlich teuer", weiß er aus eigener Erfahrung.

Glaubwürdigkeit zählt

Mitschüler Ole Jacobskötter achtet vor der Wahl genauer auf die Aussagen der Politiker und nicht mehr so sehr darauf, "wie einer in den Medien rüberkommt". Ole findet es nach eigenen Worten gut, dass die Jugendlichen schon mit 16 Jahren wählen dürfen. Beste Chancen bei der Wahl hätten bei ihm, Aisha und Luca nur Politiker, die glaubwürdig seien. 

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