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Mama will immer nur mein Bestes - Aber sie bekommt es nicht!

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Mama will immer nur mein Bestes - Aber sie bekommt es nicht!

08.07.2011, 12:18 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Mama will immer nur mein Bestes - Aber sie bekommt es nicht!. Drei Generationen: Großmutter, Mutter und Tochter

Generationenkonflikt: So unterschiedliche Ansichten können Großmutter, Mutter und Tochter haben. (Foto: imago)

Die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern ist in der Regel alles andere als ungetrübt. Und anders soll es auch gar nicht sein, denn gewisse Konflikte sind wichtig, damit die Tochter sich von der Mutter abgrenzen kann. Und dieser Abgrenzungsprozess kann auch noch dann andauern, wenn man bereits erwachsen ist. Denn auch hier gilt das Motto: Jede neu erklommene Entwicklungsstufe des Menschen birgt auch neuen Konfliktstoff. Das merken die Frauen spätestens dann, wenn sie selbst ein Kind bekommen und die frischgebackene Oma zum Beispiel so gar nicht einsehen will, warum das Baby weder täglich gebadet wird, noch um Punkt acht in seinem eigenen Bett liegt. Natürlich hängt die Art, wie das Problem angegangen wird, stark vom Temperament der Beteiligten ab. Drei weibliche Generationen einer Familie haben sich bereit erklärt, ein wenig von ihrem Alltag miteinander preiszugeben.

Voneinander profitieren

Die 74-jährige Hedwig ist eine ziemlich softe Großmutter. Die ruhige und ausgeglichene Frau geht Konflikten am liebsten aus dem Weg. Sie mischt sich so wenig wie möglich ein, möchte nicht die Oma sein‚ die immer dazwischen quatscht. Sie war schon immer so, sagt sie. Wenn ihre acht Geschwister sich gestritten haben, war sie diejenige, die darunter gelitten hat. Ganz anders ihre Tochter Barbara. Die 46-Jährige hat noch nie verstanden, warum die Mutter nicht gelegentlich mal so richtig aufbegehrt. Was sie und ihre zwei Brüder "unsinniges Aufopfern für die Familie" nennen, ist für Hedwig ganz normal. Aber so ein bisschen Aufmüpfen hat sie doch von ihrer Tochter gelernt. "Was das Selbstbewusstsein und die Emanzipation angeht, da habe ich mir einiges von dir abgeguckt. Du hast dir ja von deinem Mann noch nie was gefallen lassen," schmunzelt sie. "Aber meiner hätte mich vermutlich gar nicht geheiratet, wenn ich so gewesen wäre wie du."

Drei Generationen unter einem Dach

Obwohl sie in der Großstadt wohnen, leben Großeltern und Enkelkinder Tür an Tür. Manchmal praktisch, manchmal nervig. "Ich habe schon von Anfang an versucht, nicht plötzlich bei den Kindern in der Wohnung zu stehen. Aber trotzdem hat es eine Weile gedauert, bis ich verinnerlicht hatte, dass hier zum Beispiel am Wochenende erst um zehn oder elf gefrühstückt wird. Da konnte es schon mal passieren, dass mir mein Schwiegersohn in Unterhosen gegenüberstand."

Die 14-jährige Leonie verdreht genervt die Augen. Sie findet es nicht wirklich prickelnd, dass sich jetzt alle ihren Vater in Unterwäsche vorstellen. Es ist ihr peinlich, wie vieles andere auch. Angefangen bei dem alten Siedlungshäuschen der Familie, das ihr zu unmodern und vor allem zu unaufgeräumt ist. Die Tatsache, dass ihre Freundinnen es gemütlich finden, ändert daran kaum etwas. Leonie hat es gerne ordentlich, steht damit aber in ihrer Familie ziemlich allein auf weiter Flur.

"Obwohl - immer aufgeräumt hätte ich es ja schon auch gerne", überlegt ihre Mutter laut. "Aber schaff das mal bei drei Kindern und Job, wenn der Mann die meiste Zeit auf Geschäftsreise ist. Ich kann ja verstehen, dass es Leo manchmal nervt. Schon allein weil ihr Zimmer ein Durchgangszimmer ist, hat sie nie richtig Ruhe. Trotzdem stresst es einfach, wenn sie dann beim Aufräumen meine Sachen irgendwo hin stopft und ich nichts mehr finde.“

Eltern und Großeltern können so peinlich sein

Aber es ist nicht nur das leicht Chaotische, das dem Teenager auf den Geist geht. "Manchmal denke ich, ich bin meiner Enkelin schon peinlich, wenn ich in Erscheinung trete. Es gab Zeiten, da durfte ich sie zwar überall hinfahren, aber bis zur Haustür durfte ich keinesfalls. Da hat mich das Mädel vor lauter Peinlichkeit so angefunkelt, dass es manchmal richtig wehgetan hat." Und während Hedwig noch laut darüber nachdenkt, wann wohl genau der Zeitpunkt war, an dem das angefangen hat, streiten sich Mutter und Tochter leise im Hintergrund darüber, warum sie sich so richtig anstrengend finden.

"Ich find’s einfach nervig, wenn du manchmal so tust, als wärst du meine Freundin!" Ein Satz, der sein Ziel sichtlich nicht verfehlt. Ist Barbara doch von außen betrachtet eine junggebliebene, aber keine pseudo-junge Mutter. "Oder wenn du immer im Auto lauthals mitsingst und dann noch die Fenster offen hast, da könnte ich in den Boden versinken vor Scham." "Sagst mir ja auch dauernd, dass alle anderen Mütter cooler sind als ich", kommt da mit leicht beleidigtem Unterton zurück. "Nee, nicht dauernd. Nur, wenn du nervst." Ein Schmunzeln sucht sich seinen Weg auf Barbaras Gesicht und wird zum dicken Grinsen: "Also doch dauernd!" Spätestens bei "Manchmal denkst du echt, du wärst erwachsener als wir Erwachsenen" müssen beide schon wieder lachen. Ein eingeschworenes Team, jahrelang streiterprobt.

Mutter und Tochter sind sich oft ähnlicher als ihnen lieb ist

Die ausgesprochen hübsche Leonie ist ihrer Mutter sehr ähnlich. Wenn Hedwig von früher spricht, dann erscheinen schnell die Parallelen. Äußerlich eher ein bisschen brav, höflich, freundlich und leicht zurückhaltend. Cool, aber nicht zu cool, modisch geschmackvoll, aber nicht aus dem Rahmen fallend und in der Schule immer im Mittelfeld. Die Rebellin, die sich dahinter versteckt, das "Renitente", wie die 74-Jährige es beschreibt, zeigt sich vorwiegend zuhause. "Der Vorteil daran: Mir ist Leonie nie peinlich", grinst ihre Mutter. "Denn das Rumschreien und das Gezicke bekommt ja in der Öffentlichkeit keiner mit."

Den Kindern unter die Arme greifen

Leonie und ihre Mutter streiten ziemlich häufig. Früher war das Hauptthema die Schule, seit Ende der sechsten Klasse hat sich das auf die jüngeren Geschwister verlagert. Vor allem auf Nina. Denn die Fünftklässlerin ist ein Wildfang und braucht etwas Unterstützung, damit sie in ihren Noten nicht abrutscht. "Ich bin mir schon sicher, dass es auch bei Leonie notwendig war, so dranzubleiben", erklärt Barbara. "Ich seh das so, dass ich die Kinder mit viel Mühe auf die Startrampe bringe, damit sie dann alleine durchstarten können."

Leonie ist das nicht nur zu viel Symbolik, sondern vor allem zu viel Druck, obwohl sie es auch heute noch gerne hat, wenn die Mama in Reichweite ist, um sie zu unterstützen. "Wenn ich sie brauche, ist sie für mich da. Klingt total abgedroschen - Stimmt aber! Egal, wie viel Chaos hier grad mal wieder herrscht, Mama nimmt sich Zeit."

Mütter und Töchter nehmen Dinge ganz unterschiedlich wahr

Schmunzelnd fügt die 14-Jährige hinzu: "Manchmal auch ein bisschen zu viel. Vor allem, wenn ich am PC sitze. Da hat sie plötzlich nichts anderes zu tun und kann in aller Ruhe kontrollieren. Sie will alles wissen und meckert dann immer. Zum Beispiel, wenn ich Fotos ins Netz stelle. Dabei weiß ich selbst, dass ich im Internet vorsichtig sein muss und was gut ist und was nicht. Aber ich habe einfach keinen Bock, nicht zu wissen, was läuft!" Barbara ist bei diesem Thema schon besorgt. "Ich glaube, du unterschätzt die Gefahr. So wie die Jugendlichen, die Rauchen cool finden." "Na, das ist ja wohl was völlig anderes!", kommt sofort der vehemente Widerspruch. Doch auch die Oma ist skeptisch: "Wir wollen halt nicht, dass du dich mit Fremden einlässt. Am liebsten wäre uns, wir könnten sicher sein, dass du nur mit Leuten chattest, die du wirklich kennst."

Der Papa ist für die Mädels kein Konkurrent

Wie die meisten Jugendlichen in dem Alter sieht Leoni die Möglichkeiten des Internets sehr unbekümmert. Das macht Barbara Angst. "Papa reagiert da schon cooler", findet Leonie. In vielerlei Hinsicht. Das Mädchen kann sich gut vorstellen, ihm einmal den ersten Freund vorzustellen. Und mit einem kurzen Seitenblick zu ihrer Mutter: "Da hätte ich bei ihr schon mehr Bedenken. Papa tut immer nur so gefährlich. Aber eigentlich ist er total harmlos." Sowieso findet sie ihren Vater deutlich weniger peinlich als die Mutter. "Schon allein deswegen, weil alle meine Freunde ihn so goldig finden. Er ist so dick und knuffig." "Naja", meint Barbara, "wenn das alles ist, dann lass ich mir heute Abend halt gleich mal eine Familienpizza für mich allein kommen. Mit extra viel Käse!"

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