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Jugendforscher Hurrelmann für Wahlrecht mit 12

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Senkung des Wahlalters  

Jugendforscher Hurrelmann für Wahlrecht mit zwölf

09.01.2012, 16:00 Uhr | dapd

Jugendforscher Hurrelmann für Wahlrecht mit 12. Sinkt das Wahlalter bald auf zwölf? (Quelle: dpa)

Sinkt das Wahlalter bald auf zwölf? (Quelle: dpa)

Schon Zwölfjährige können nach Ansicht des Jugendforschers Klaus Hurrelmann ein Wahlrecht bekommen. Kriterium müsse sein: "Kann ich einschätzen, was passiert, wenn ich meine Stimme abgebe", sagte Hurrelmann im dapd-Interview. Diese Fähigkeit habe man nicht erst ab 18, "die hat man ab zwölf". Die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 sei als Kompromiss politisch durchsetzbar. Auch der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, sprach sich für eine Senkung des Wahlalters aus.

Erstwähler müssen mehr wissen

Von den Erstwählern werde gefordert, über die Parteien Bescheid zu wissen und deren Programme zu kennen, erklärte Hurrelmann. Bei anderen Wählern spiele dies keine Rolle mehr, das Wahlrecht könne später auch so gut wie nicht entzogen werden. "Man sollte an Erstwähler keine Maßstäbe anlegen, die später gar nicht mehr gelten", betonte der Sozialwissenschaftler, der an der Hertie School of Governance lehrt, einer privaten Hochschule in Berlin.

"Keine politischen Naivlinge"

Jüngere wählten emotionaler, spontaner als Ältere, sie seien aber "keine politischen Naivlinge", sagte er. Mehr als ältere Wähler interessierten sie sich für Themen wie Umwelt, Wirtschaft oder internationale Fragen.

Schule in der Vermittlerrolle

Bei einem Wahlrecht ab 16 - oder irgendwann womöglich sogar ab 12 - spiele auch die Schule eine große Rolle als Vermittler von Informationen, fügte er hinzu. So gut wie alle Jugendlichen besuchten in dem Alter noch die Schule und würden dort unter Umständen besser über Themen und Inhalte im Zusammenhang mit einer Wahl informiert als andere Wähler.

Jugendliche selbst sind skeptisch

Die Herabsetzung des Wahlalters berge natürlich auch ein Risiko, betonte Hurrelmann. So fehle es den jungen Wählern an Erfahrung. Vorteil sei, dass sie, anders als ältere Wähler, weniger taktisch entschieden. Die Jugendlichen selbst, dies hätten die Shell-Studien der vergangenen Jahre ergeben, seien skeptisch in Bezug auf ein Wahlrecht ab 16. Knapp die Hälfte habe sich in den Untersuchungen dagegen ausgesprochen, sagte der Sozialwissenschaftler.

Erstwähler sind "politische Trendsetter"

Am Wahlverhalten der Erstwähler lassen sich ihm zufolge längerfristige Trends erkennen. So habe man den Aufstieg der Piratenpartei schon vor sechs Jahren in Erhebungen sehen können. Es ließen sich Tendenzen ableiten, die mit einer gewissen Zeitverzögerung für die gesamte Wahlbevölkerung aussagekräftig seien. Hurrelmann bezeichnete junge Wähler als Seismographen, als "politische Trendsetter", die offener seien für neue Konstellationen in der Parteienlandschaft.

"Da geht was nicht zusammen"

Der Präsident des Kinderhilfswerks, Krüger, schlug vor, zunächst 14-Jährige bei kommunalen Wahlen zuzulassen. Mache man gute Erfahrungen, könne das Wahlrecht erweitert werden. Ab 14 Jahren seien junge Leute strafmündig, und sie hätten die uneingeschränkte Religionsmündigkeit erworben. Es sei für sie außerdem möglich, ein Girokonto zu eröffnen, sagte Krüger. Ab 16 hätten sie Anspruch auf einen Personalausweis oder Reisepass. Aber ein Wahlrecht hätten sie nicht. "Da geht was nicht zusammen", sagte er.

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Bremer Bürgerschaftswahlen als Vorbild

Das Alter für Wahlberechtigte bei Landtags- und Bundestagswahlen auf 16 zu senken, bezeichnete er als "evident" und verwies auf die Erfahrungen in Bremen: Dort hatten bei der Bürgerschaftswahl am 22. Mai erstmals 16-Jährige ihre Stimmen abgeben dürfen.

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