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Teenagerproblem Nummer eins: Wenig Geld und viele Wünsche

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Knapp bei Kasse: Tipps für Jugendliche mit kleinem Budget

05.04.2012, 15:41 Uhr | Lea Sibbel, dpa-tmn

Teenagerproblem Nummer eins: Wenig Geld und viele Wünsche.  (Quelle: dpa)

Kein Geld, aber viele Wünsche: typisch für Teenager. (Quelle: dpa)

Es nervt, als Einziger kein Geld für die Klassenfahrt zu haben. Für Jugendliche aus Familien mit kleinem Budget ist aber genau das Realität. In solchen Fällen kann es sich lohnen, bei Stadt, Kommunen oder dem Verein nachzufragen. Denn oft gibt es Fördermöglichkeiten. Tipps für Jugendliche mit kleinem Budget.

Teenagerproblem Nummer eins: kein Geld und viele Wünsche

Der Rucksack muss von einer bestimmten Marke sein, Jeans und Jacke sowieso. Denn wer mit den Trends nicht mithalten kann, der gehört eben nicht dazu. Was aber können Jugendliche tun, wenn das Geld einfach nicht ausreicht bei angesagten Dingen mitzumachen? Oder schlimmer noch: Wenn kein Geld für Hobbys übrig bleibt und sogar die Mitgliedschaft im Sportverein schon zu teuer ist? Und wie werden sie mit den Hänseleien fertig?

Erst einmal sollten sich Jugendliche klar machen, dass sie mit diesen Sorgen nicht alleine sind. "Es gibt viele, die sich diese Dinge nicht leisten können", sagt Gisela Wetzel-Willert, Vorstandsvorsitzende vom Kinder- und Jugendtelefon in Göttingen. Wer in der Schule gehänselt werde, weil er nicht die passenden Klamotten trage, der müsse sich ein dickeres Fell zulegen. "Cool bleiben und sich den Freunden zuwenden", rät Wetzel-Willert. "Das Problem bin in dem Fall nicht ich, sondern die anderen, die Macht ausüben wollen. Hänseleien sind ein Zeichen von Schwäche." Schön und gut. Die dummen Sprüche nicht an sich heranzulassen, ist die eine Sache - und schon schwierig genug. Sich viele Dinge nicht leisten zu können, eine andere.

Erste Anlaufstelle: Fördervereine anfragen

Aber während es bei dummen Sprüchen oft die einzige Lösung ist, sich nicht provozieren zu lassen, gibt es für viele Geldprobleme praktische Lösungen. Zum Beispiel der Mitgliedsbeitrag für den Sportverein: Fast jeder Sportclub hat einen Förderverein, bei dem sich die Jugendlichen melden können. "Außerdem gibt es viele unentgeltliche Angebote", sagt Vera Strobel vom Internationalen Bund, einer der größten freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Frankfurt am Main. "Wir bieten zum Beispiel Lust-und-Laune-Trainings an, die von Ehrenamtlichen organisiert werden."

Kostenlose Angebote

Kostenlos bleibt für Kinder und Jugendliche immer die Möglichkeit zu spielen: Zum Beispiel könnten sie Abenteuer- oder Waldspielplätze nutzen, ohne dafür zu bezahlen, sagt Strobel. Fast jede Stadt mache Angebote zu Spielen und anderen Freizeitbeschäftigungen. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit habe für Kinder und Jugendliche in Frankfurt zum Beispiel eine Medienwerkstatt, Koch- und Backangebote, Fußballturniere und ein Kulturprogramm mit Film- und Theatervorführungen im Programm.

Ferienfreizeiten von Jugendämtern

Wenn es um den Sommerurlaub und Ferienfreizeiten geht, lohnt sich eine Nachfrage bei den Jugendämtern: "Die Jugendämter kennen in der Regel alle Angebote für Ferienfreizeiten vor Ort. Wenn ich alleine verreise, ohne die Familie, gibt es da viele Möglichkeiten", sagt Jürgen Kroggel, Erster Vorsitzender vom Jugendberatungshaus Spandau.

Mit der ganzen Familie verreisen bleibt dennoch schwierig, wenn die Finanzen es nicht zulassen. "Trotzdem kann man versuchen, zum Beispiel in Kirchengemeinden nachzufragen, auch dort gibt es manchmal besondere Angebote und Unterstützung."

Problem: Keiner will sich outen

Ein anderes verwandtes Problem für Jugendliche sind Schulausflüge und Klassenfahrten. Aber auch dafür gibt es Lösungen, vorausgesetzt der Mut reicht aus, um sich beim Klassenlehrer zu melden. "Das ist leider oft das wirkliche Problem, dass Jugendliche sich nicht outen wollen", sagt Kroggel. Dabei gebe es in einigen Schulen Fördervereine, um gerade in solchen Situationen einzuspringen.

Und nicht nur der schuleigene Förderverein kann aushelfen: "Vom Staat gibt es das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket", erklärt Kroggel. "Dort kann man die Klassenfahrten bewilligt bekommen. Das ist zwar etwas bürokratisch, aber es ist heute eigentlich kein Thema mehr, dass die Fahrten bezahlt werden." Das Bildungspaket richtet sich an alle Familien, die Hartz-IV, Wohngeld oder den Kinderzuschlag bekommen.

Bildungspaket für Sport, Schule und Freizeit

Diese staatliche Förderung hat noch mehr zu bieten, als die Klassenfahrt zu ermöglichen. Jedes Halbjahr können Jugendliche, denen das nötige Kleingeld fehlt, ihre Eltern bitten, zum Beispiel Mittel für den Schulbedarf zu beantragen. Wer Nachhilfe braucht, kann das Paket auch dafür nutzen. Mitgliedsbeiträge für Sport und Freizeit werden ebenfalls unterstützt. Und im Kulturbereich kann ein gewisser Betrag für den Musikunterricht verwendet werden. Insgesamt reichen die Beträge vielleicht nicht aus, um sich alles leisten zu können, aber ein kleiner Teil wird finanziert.

Wichtig bei all den finanziellen Problemen ist - und da sind sich die Experten einig - dass man sich von dem Geldmangel nicht unterkriegen lässt. "Es gibt fast immer eine Lösung", sagt Wetzel-Willert. "Und falls nicht, dann muss man lernen, das auch mal zu akzeptieren, denn niemand kann immer alles haben." Mit ein wenig Recherche eröffneten sich aber viele Möglichkeiten. "Man muss nur wissen, wo und wie man finanzielle Unterstützung erwarten kann", resümiert Strobel.

Selber dazu verdienen

Irgendwann, das müssten sich Jugendliche vor Augen halten, werde der Geldmangel zu Ende gehen. "Dann verdiene ich mein eigenes Geld", sagt Wetzel-Willert. Etwas hinzuzuverdienen könnten sie aber auch schon vorher. "Warum nicht selbst das Taschengeld aufbessern, und zum Beispiel Zeitungen austragen?", sagt Strobel. Selbst tätig zu werden, hebe außerdem das Selbstwertgefühl, sagt Kroggel: "Wenn ich einen kleinen Job ausübe, zeige ich ja, dass ich was kann, dass ich gebraucht werde. Meine Leistungen werden anerkannt und bezahlt."

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