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Ärzte begrüßen Vorstoß für Verbot von Schönheits-OPs bei Jugendlichen

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Schönheits-OPs bei Jugendlichen sollen verboten werden

12.04.2012, 18:08 Uhr | AFP

Ärzte begrüßen Vorstoß für Verbot von Schönheits-OPs bei Jugendlichen. Schädliches Schönheitsideal? Kosmetische Eingriffe bei Minderjährigen stehen in der Kritik. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schädlicher Schönheitswahn? Kosmetische Eingriffe bei Minderjährigen stehen in der Kritik. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bin ich schön? Diese Frage beschäftigt wohl jeden Jugendlichen. Manche steigern sich derart in den Schönheitswahn, dass sie künstlich nachhelfen möchten, um vermeintliche Makel auszubessern. Doch sie wissen nicht, worauf sie sich einlassen. Deshalb fordern Politiker und Ärzte ein Verbot von Schönheits-OPs bei Minderjährigen.

Keine Brust-OP zum Geburtstag

Ein Mädchen, das sich zum Geburtstag eine Brustvergrößerung wünsche, wisse meist gar nicht, welche Folgeschäden dies haben könne, warnt die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK), Martina Wenker. "Wir unterstützen daher ein Verbot von Schönheits-OPs an Kindern und Jugendlichen." Ein entsprechender Vorstoß kam nun von Gesundheitspolitikern von CDU und CSU. Unter das Verbot würden beispielsweise Brustvergrößerungen fallen, nicht aber Piercings. Derzeit sind kosmetische Eingriffe mit schriftlicher Einwilligung der Eltern erlaubt.

Schönheits-OPs: Psychologische Gutachter einschalten

Auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) befürwortet grundsätzlich ein solches Verbot, forderte allerdings Einschränkungen. "Bei einem pauschalen Verbot besteht die Gefahr, dass Patienten, bei denen Eingriffe aus psychologischen Gründen nötig sind, durchs Raster fallen", sagte eine DGPRÄC-Sprecherin. Eine Möglichkeit sei es, vorher einen psychologischen Gutachter einzuschalten.

Weitreichende Folgen für Jugendliche nicht abzusehen

Nach dem Willen der Gesundheitspolitiker von CDU und CSU sollen Schönheitsoperationen an Minderjährigen, die keine medizinische Grundlage haben, verboten werden. Selbst bei einer Aufklärung sei "nicht sichergestellt, dass sich der Jugendliche der Reichweite seines Entschlusses bewusst ist", heißt es in einem Entwurf für ein Positionspapier der Unionsexperten zum geplanten Patientenrechtegesetz. Das Papier soll am 13. April auf einer Klausurtagung beraten werden.

Zahlenwirrwarr um Brüste, Ohren, Nasen

Die Gesundheitspolitiker verweisen unter anderem auf die Vereinigung Deutscher Plastischer Chirurgen, der zufolge zehn Prozent aller schönheitschirurgischen Eingriffe an unter 20-Jährigen vorgenommen wird. Dabei handele es sich allerdings um "alte Zahlen", sagte die DGPRÄC-Sprecherin.

Zudem beziehe sich die Angabe auf alle plastisch-ästhetischen Eingriffe. Neueren Zahlen von 2011 zufolge würden bei unter 18-Jährigen nur rund 1,2 Prozent der ästhetischen Operationen vorgenommen, darunter am häufigsten das Anlegen von Ohren, gefolgt von Korrekturen einer weiblich ausgeprägten Brust bei Männern oder Nasenkorrekturen.

Jeder kann sich "Schönheitschirurg" nennen

Die Unions-Experten streben ferner an, dass der Begriff "Schönheitschirurgie" künftig eindeutig definiert wird, um Verbraucher vor unqualifizierter Behandlung zu bewahren. Bislang können Ärzte und auch Heilpraktiker die nicht geschützte Berufsbezeichnung "Schönheitschirurgie" verwenden, geschützt ist derzeit nur die Facharztbezeichnung "plastische und ästhetische Chirurgie".

Entschädigungsfonds für Opfer von Behandlungsfehlern gefordert

Die Unions-Experten fordern in ihrem Papier zudem die Einrichtung eines freiwilligen Entschädigungsfonds für Opfer ärztlicher Behandlungsfehler. Damit solle sicher gestellt werden, dass Geschädigte in besonders schweren Fällen noch vor dem Ende eines Gerichtsverfahrens Schadensersatz erhalten.

Schmale Grenze zwischen medizinisch angebracht und unnötig

Bereits vor zwei Jahren hatten die Gesundheitsexperten der Union ein Verbot von Schönheits-OPs bei Jugendlichen gefordert, über das Thema wird aber schon seit längerem diskutiert. Nach Meinung von Experten ist die Abgrenzung zwischen medizinisch angebrachten und aus medizinischer Sicht unnötigen Eingriffen allerdings schwierig. Eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte auf Anfrage in Berlin, über das Thema werde sicher noch in der Koalition diskutiert werden.

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