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Kein Alkohol für Kids - Tankstellen setzen auf Schulung statt Verbot

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Kein Alkohol für Kids - Tankstellen setzen auf Schulung statt Verbot

19.06.2012, 17:38 Uhr | dpa, dapd

. An Tankstellen decken sich viele Jugendliche mit Alkohol ein. (Quelle: dpa)

An Tankstellen decken sich viele Jugendliche mit Alkohol ein. (Quelle: dpa)

"Bring ein Sixpack von der Tanke mit" - für Jugendliche sind Tankstellen bequeme Einkaufsgelegenheiten für Alkohol und beliebte Treffpunkte für Saufgelage. Das soll sich ändern. Mit Jugendschutz-Schulungen für Verkäufer will der will der Bundesverband der deutschen Spirituosen-Industrie (BSI) einem Verkaufsverbot von Alkohol zuvorkommen. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg darf bereits nachts an Tankstellen kein Alkohol verkauft werden. Nun plant auch Hessens SPD eine entsprechende Gesetzesinitiative.

Alterskontrollscheibe für Verkäufer

Mit der "Schulungsinitiative Jugendschutz" (Schuju) will die Branche Verkäufer dazu bringen, sich ihre Kunden genau anzusehen, Ausweise zu kontrollieren und Jugendlichen keine alkoholischen Getränke zu verkaufen. An "Schuju" sind 15 Verbände beteiligt, von Berufsschullehrern über die Mineralölwirtschaft und Tankstellen bis zur Deutschen Barkeeper-Union. Es gibt ein Online-Training, Broschüren und eine sogenannte Alterskontrollscheibe, mit der das Alter des Kunden schnell ausgerechnet werden kann. Laut Gesetz dürfen Bier und Wein an Kunden ab 16, Schnaps erst an Erwachsene ab 18 Jahren verkauft werden.

Etwa zwei Prozent des in Deutschland verkauften Alkohols werden an Tankstellen abgesetzt, wie Brigitte Wortmann von BP berichtet. Die Shops, in denen Getränke, Zigaretten, Zeitschriften und zunehmend Lebensmittel verkauft werden, machten für die Tankstellenpächter etwa 60 Prozent ihres Ertrags aus.

Jugendschutz wichtiger als Gewinn

"Jugendschutz ist eine gesetzliche und eine moralische Verpflichtung", sagte Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI). Mit dem "Schuju"-Programm seien seit 2007 mehr als 100.000 Mitarbeiter aus Handel, Gastronomie und Tankstellen online geschult worden. Strengere Gesetze lehnt die Branche ab. Stattdessen empfiehlt der BSI die den Verkäufern, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig kontrolliere. Tipps für den Umgang mit schwierigen Kunden gibt es in einer Broschüre: Höflich, aber bestimmt Altersnachweis verlangen, konsequent bleiben, notfalls Kollegen oder andere Kunden hinzuholen.

Lieber freiwillige Schulungen statt strenger Gesetze

In den Onlinetests des BSI werden Situationen durchgespielt und trainiert, in denen Jugendlichen oder Kindern in Tankstellenshops oder Diskotheken unerlaubte Drinks verwehrt werden müssen. Nach Auskunft des Mineralölwirtschaftsverbands ist in den überwiegend mittelständisch geführten Tankstellen eine systematische Schulung des Shop-Personals nicht möglich. "Als Partner der BSI-Schulungsinitiative wollen wir einer politischen Zwangsregelung zuvorkommen", sagte Günter Friedl, Vorsitzender des Tankstellengewerbes Bayern.

Weniger "Problemtankstellen" in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg darf seit 2010 an Tankstellen und Kiosken von 22 bis 5 Uhr kein Alkohol verkauft werden. Nach Angaben des Innenministeriums hat das Land das erreicht, was es sollte: Die Zahl der "Problemtankstellen" ist deutlich gesunken. Derzeit gelten in dem Bundesland nur noch sechs Tankstellen als nächtliche Einsatzschwerpunkt der Polizei. Im Vorjahr seien es 31 gewesen, anfangs sogar 69, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. "Die verbliebenen sechs haben alle eine gaststättenrechtliche Verkaufserlaubnis", betonte er.

Auch in Hessen wird nächtliches Alkoholverbot diskutiert

Auch die pfälzische Stadt Frankenthal erließ 2011 ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol an Tankstellen. Nach erfolglosen Klagen von Tankstellenpächtern bestätigte auch das Leipziger Bundesverwaltungsgericht das Verbot. Frankenthal hatte die Einschränkungen unter anderem mit Saufgelagen an den Tankstellen der Stadt begründet. Auch die hessische SPD hat einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, der den nächtlichen Alkoholverkauf an Tankstellen verbieten will. Eine Sprecherin der Wiesbadener SPD-Fraktion erklärte, die Gesetzesinitiative ihrer Partei ziele auf die Bekämpfung von Suchtgefahren bei Jugendlichen und die Vorbeugung vor alkoholbedingten Straftaten.


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