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"Feuerwehr" als neues Schulfach gefordert

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"Feuerwehr" als neues Schulfach gefordert

21.08.2012, 17:02 Uhr | dapd

"Feuerwehr" als neues Schulfach gefordert. In Rheinland Pfalz gibt es bereits Feuerwehr-Unterricht in Schulen. (Quelle: dapd)

In Rheinland Pfalz gibt es bereits Feuerwehr-Unterricht in Schulen. (Quelle: dapd)

In der Teeküche des Kindergartens im nordhessischen Baunatal ist am frühen Nachmittag ein Feuer ausgebrochen - Flammen schlagen durchs Dach, Rauchschwaden dringen aus den Fenstern. Die Kinder sind zwar alle schon draußen, aber eine Betreuerin wird noch vermisst. Sie soll sich irgendwo im Gebäude aufhalten. Es handelt sich dabei zwar nur um ein Übungsszenario - dieses hat aber einen sehr ernsten Hintergrund.

Mit Disconebel hat Baunatals Feuerwehrführer Jochen Bahrke die ehemalige Kindertagesstätte "eingeräuchert", um die Übung realistisch wirken zu lassen. Da seine Truppe aber abends und nicht wie im Szenario angenommen nachmittags trainiert, sind die Bedingungen nicht ganz real: 14 Mann sind mit zwei Löschfahrzeugen an dem Kindergarten angerückt. "Wenn es aber tatsächlich nachmittags brennt, sind viele von uns auf der Arbeit", sagt Bahrke. Die Tagesalarmbereitschaft sicherzustellen, sei ein großes Problem der Freiwilligen Feuerwehren, berichtet Wehrführer Bahrke.

Feuerwehr-Grundausbildung soll Schulfach werden

Um dem Personalmangel bei den Brandschützern zu begegnen, will der Kasseler Landrat Uwe Schmidt (SPD) die Feuerwehr-Grundausbildung als Unterrichtsfach an hessischen Schulen einführen. "Die Idee ist, Jugendliche für die Feuerwehr zu gewinnen, die sich sonst nie dafür interessiert hätten", sagt er.

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Eine akute Not gebe es im Landkreis noch nicht, betont der Kommunalpolitiker. Aber seit Jahren steige die Zahl der Einsätze, während es zunehmend weniger Aktive in den Feuerwehren gebe. Das Problem werde sich in Zukunft noch verstärken, glaubt Schmidt: "Zu der schwierigen Lage bei der Sicherstellung der Tagesbereitschaft treten die Auswirkungen des demographischen Wandels."

Der Landesfeuerverband macht sich schon seit einiger Zeit Gedanken, wie einem drohenden Mangel an Einsatzkräften begegnet werden könnte. "Hessenweit gibt es zwar noch keinen Rückgang, aber die Zahl der Aktiven stagniert", so ein Sprecher. Bei den Jugendfeuerwehren als der wichtigsten Rekrutierungsbasis sehe es allerdings dramatischer aus, betont er. Hier sei bereits ein deutlicher Einbruch spürbar - allein zwischen 2010 und 2011 um fast zehn Prozent.

"Feuerwehrtechnische Grundausbildung": erfolgreiches Modell in Rheinland-Pfalz

Die Idee von Landrat Schmidt, an hessischen Schulen ein Unterrichtsfach "Feuerwehrtechnische Grundausbildung" einzuführen, stammt aus Rheinland-Pfalz. Der dortige Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Otto Fürst, hat das Modell initiiert. Seit drei Jahren wird das Fach an elf Berufs- sowie an Haupt- und Realschulen angeboten. Die 16- bis 18-Jährigen könnten es als Modul in ihren Stundenplan wählen. In einem Schuljahr absolvierten die Jugendlichen den Grundschein für den aktiven Feuerwehrdienst, und die Zeugnisnote sei sogar versetzungsrelevant, erklärt der hauptberufliche Lehrer.

"Drei bis vier Schüler jeder Feuerwehrklasse gehen danach tatsächlich zu den Aktiven", sagt Fürst. Außerdem habe die Ausbildung einen weiteren positiven Effekt: "Das Sozialverhalten auffälliger Schüler verbessert sich", betont der Pädagoge.

Kultusministerin hält die Idee für interessant

"Der finanzielle Aufwand für das neue Schulfach dürfte sich in Grenzen halten", glaubt der nordhessische Landrat Schmidt. Das technische Gerät sei bei den Feuerwehren schließlich sowieso vorhanden. Nötig sei somit hauptsächlich die Unterstützung der jeweiligen Gemeinde-Feuerwehren. Dass die Kooperation funktionieren werde, davon ist der Landrat überzeugt: "Die Feuerwehren haben doch ein großes Interesse am Nachwuchs."

Der Leiter der hessischen Landesfeuerwehrschule, Silvio Burlon, sieht hierin allerdings die größte Schwierigkeit. Gruppenausbilder gebe es zwar in jedem Landkreis. "Aber die meisten davon machen das ehrenamtlich", sagt er. Das Schulfach einzuführen, sei daher erst der zweite Schritt, betont er. "Vorher sollte Feuerwehr als Thema überhaupt in den Schulen stärker stattfinden - etwa im Chemie- oder Physik-Unterricht", schlägt Burlon vor.

Die hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) hat bereits signalisiert, dass sie sich der Anregung zum Unterrichtsfach "Feuerwehr" nicht verschließen will. "Ich halte den Vorschlag für interessant", sagte sie auf dapd-Anfrage. Sie wolle diesbezüglich mit Landrat Schmidt in Kontakt treten und Möglichkeiten der Realisierung erörtern.

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