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Kinderchirurg: Knochenbrüche und Verletzungsgefahr bei Trendsportarten

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Knochenbrüche: Diese Trendsportarten sind besonders riskant

17.09.2012, 11:21 Uhr | t-online.de, dpa

Kinderchirurg: Knochenbrüche und Verletzungsgefahr bei Trendsportarten. Bei Knochenbrüchen sind die Arme am häufigsten betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Knochenbrüchen sind die Arme am häufigsten betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Trendsportarten machen Spaß - keine Frage, bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen, aber sie bergen auch viele Risiken. Verletzungen sind die Folge und die stellen Kinderärzte und Chirurgen vor Herausforderungen, denn Knochenbrüche müssen bei Kindern oft anders als bei Erwachsenen behandelt werden.

Besser vom Kinderchirurgen behandeln lassen

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, und sollten von Kinderchirurgen behandelt werden, die sich mit den Besonderheiten auskennen", fordert Professor Lucas Wessel von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie. Im dpa-Interview erläutert Wessel von der Universitätsmedizin in Mannheim, welche Trendsportarten besonders gefährlich sind.

Trampolin besonders gefährlich

Trotz der Vielfalt der Sportarten entstehen Verletzungen und Frakturen im Kindesalter nach einem gleichbleibenden Muster, sagt Wessel. "Es ist nicht so, dass mit neuen Sportarten völlig neue Verletzungstypen auftreten. Vielmehr gehen bestimmte Sportarten mit mehr oder weniger ernsten Verletzungen einher." Gerade das große Trampolin berge ein hohes Verletzungsrisiko, wenn es von mehr als einem Kind gleichzeitig benutzt werde, so der Experte. Katapulteffekte führen hier zu Zusammenstößen, durch die leichtere Springer besonders gefährdet sind. Dabei kommt es immer wieder zu komplizierten Brüchen, aber auch zu Schädelverletzungen, die mit Hirnblutungen einhergehen können.

Oft genügt ein Gipsverband

Während im Erwachsenenalter fast alle Brüche operiert würden, sei das bei Kindern keinesfalls immer notwendig. Denn nahe der Wachstumsfugen korrigiere der Knochen etwaige Fehlstellungen selbst, indem er weiter wächst: Hier genüge oft ein Gips und regelmäßige Frakturkontrollen als Therapie. Eine Operation ist dann mitunter nicht notwendig. "Es muss jedoch genau unterschieden werden, an welcher Gliedmaße und in der Nähe welcher Wachstumsfuge die Verletzung liegt", betont Wessel. Die Situation jeweils richtig einzuschätzen erfordere Expertenwissen und Erfahrung vom Arzt. Dies zeigen auch die hohen Fehlerquoten im Zusammenhang mit Frakturbehandlungen im Wachstumsalter: Klagen von Eltern und Patienten werden hier überdurchschnittlich häufig anerkannt.

Die Arme sind am häufigsten betroffen

Kinder und Jugendliche brechen sich ihre Knochen häufiger als Erwachsene. Bei Mädchen ereignen sich drei Viertel der Frakturen vor dem neunten Lebensjahr, bei Jungen bis zum Alter von zwölf Jahren. Mit 50 bis 75 Prozent sind die Arme gegenüber den Beinen am häufigsten betroffen. Letzteres gilt für nahezu jede Sportart: "Am häufigsten beobachten wir ellbogennahe Knochenbrüche sowie Frakturen der Unterarme in Nähe des Handgelenks", berichtet Wessel.

Im Winter steige die Häufigkeit von Unterschenkel- und Sprunggelenksfrakturen, vor allem durch Snowboard-Unfälle. "Es gibt eine sehr interessante Studie aus Finnland. Sie zeigt, dass die Zahl der Knochenbrüche im Kindes- und Jugendalter allgemein zurückgegangen ist, was das alltägliche Leben betrifft. Aber die Frakturen an Unter- und Oberarm haben um ein Drittel zugelegt. Das hängt wohl mit diesen Trendsportarten zusammen. Verlässliche Zahlen aus Deutschland gibt es leider nicht."

Sportarten mit hoher Geschwindigkeit sind riskant

Der Knochenexperte weiß, dass es bestimmte Trendsportarten besonders in sich haben: "Alles, was mit hoher Geschwindigkeit und downhill, also den Berg hinunter zu tun hat. Das sind Sportarten wie Biking, Snowboarding oder Skating. Durch die Geschwindigkeit sind die Kopfverletzungen oft sehr schwer, vor allem wenn die Kinder keinen Helm tragen. Ein neuer Trend kommt aus Asien, die Heelys, das Wort stammt von Ferse. Dabei sind Rollen unter dem Absatz der Schuhe angebracht, mit denen man sehr schnell werden kann."

Helme und Gelenkschützer tragen

Doch am besten entsteht erst gar kein Bruch. Vorbeugung und Schutz mindert das Risiko. Hier sind die Knochen-Experten gefragt. Wessel: "Die Kinder und Jugendlichen sollten einen Helm und Gelenkschützer tragen - auch wenn sie denken, dass es uncool aussieht. In der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie denken wir darüber nach, ob wir Aufklärungsprogramme starten können. In der Steiermark in Österreich sind beispielsweise Kinderchirurgen an die Schulen gegangen, und haben über die Gefahren aufgeklärt. Danach ist die Zahl der Brüche anscheinend zurückgegangen."

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