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Nicht cool, sondern erniedrigend - Diskriminierung in Jugendkulturen

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Nicht cool, sondern erniedrigend - Diskriminierung in Jugendkulturen

26.09.2012, 13:36 Uhr | dpa

Nicht cool, sondern erniedrigend - Diskriminierung in Jugendkulturen . Auch bei den "Coolen" gibt es Diskriminierung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch bei den "Coolen" gibt es Diskriminierung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie wirken alternativ und cool. Aber auch Punker, Raver und Rapper können ganz schön respektlos sein. Die Diskriminierung in Jugendkulturen thematisiert jetzt eine Ausstellung in Berlin. Die sieben wichtigsten aktuellen Jugendkulturen finden Sie hier.

Cool, aber diskriminierend

Hip-Hop, Skateboarding, Techno oder Punk: Jugendliche haben viele Möglichkeiten, um ihre Persönlichkeit auszudrücken. Doch das Lebensgefühl ist nicht immer befreiend. In vermeintlich coolen und alternativen Szenen zeigen sich bei genauerem Hinsehen oft Diskriminierungen. Ein Beispiel ist Frauenfeindlichkeit im männerdominierten Hip-Hop oder in der Skater-Szene. Jungs aus der eher sanfteren Emo-Szene wiederum werden häufig abwertend als "schwul" oder als "Mädchen" bezeichnet.

Thema einer Ausstellung

Das Berliner Archiv der Jugendkulturen widmet sich diesem wenig beachteten Thema in einer Ausstellung. "Ob Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder Homophobie - wir wollen Jugendlichen, aber auch Eltern und Lehrern einen Einblick in die Problembereiche von Jugendkulturen geben", sagt Projektleiter Daniel Schneider. Die Aktion Mensch fördert das Projekt mit einer sechsstelligen Summe.

Auf Tour durch Deutschland

Die Schau "Der zweite Blick - eine Ausstellung über Diskriminierung in Jugendkulturen" ist knapp zwei Wochen in dem Archiv in Kreuzberg zu sehen. "Danach wird die Ausstellung zwei Jahre lang durch Deutschland ziehen", sagt Schneider. Angesprochen sind Schulen, Jugendzentren oder öffentliche Bibliotheken, die die Wanderausstellung ausleihen können. Zur Vertiefung im Unterricht gibt es pädagogisches Begleitmaterial. Anfragen gibt es laut Kurator Schneider aus verschiedenen Einrichtungen "von Flensburg bis Nürnberg".

Auch Neonazis sind ein Thema

Rechtsextremismus ist ein Themenschwerpunkt. In den Medien ist oft das Bild der weißgeschnürten Stiefel zu sehen, wenn über Neonazis berichtet wird. "Aber weder tragen alle Neonazis weiße Schnürsenkel noch sind alle Skinheads mit weißen Senkeln Neonazis", heißt es auf einer Schautafel. Moderne Rechtsextremisten sehen nämlich oft gar nicht mehr wie Skinheads aus. Sie haben sich inzwischen anderer, teilweise linker Stile bedient: etwa schwarzer Kapuzenpullis, wie man bei den Autonomen Nationalisten sehen kann. So sind linke und rechte Gruppen häufig optisch kaum noch auseinanderzuhalten.

Mit ähnlichen Missverständnissen hatte die britische Boxsport- und Bekleidungsmarke Lonsdale zu tun. Die zufällig im Markennamen enthaltene Buchstabenkombination "NSDA" deuteten Neonazis früher gerne als Anspielung auf die NSDAP um. Lonsdale wurde zeitweilig zu einem Erkennungszeichen von Rechtsextremisten. Das Unternehmen selbst distanzierte sich allerdings ausdrücklich vom Missbrauch seiner Produkte und engagiert sich seit langem in Kampagnen gegen Rassismus, wie etwa auch der Brandenburger Verfassungsschutz in seiner Broschüre "Symbole und Kennzeichen des Rechtsextremismus" attestiert.

Lonsdale unterstützt die Schau. "Wir finden gut, dass die Ausstellung zum Nachdenken anregt: Die emanzipatorischen Potenziale von Jugendkulturen werden genauso thematisiert wie die diskriminierenden Aspekte der verschiedenen Szenen", so Geurt Schotsman von der Punch GmbH, dem deutschen Lizenznehmer von Lonsdale.

Emanzipation in der Skater-Szene

Wie Emanzipation funktionieren kann, zeigt sich beispielsweise seit einiger Zeit in der männerdominierten Skaterszene. Dort formieren sich immer mehr weibliche Skate-Crews, die sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit zeigen. Es tue sich viel in der Mädelszene, "die Zeit ist auf jeden Fall gekommen", sagte Bianca von Girls RocknRoll Skateboarding e.V. aus Düsseldorf den Ausstellungsmachern. "Und ich möchte einfach noch viel mehr Mädels motivieren, sich ein Brett zu schnappen, anstatt nur drauf zu sitzen und die Jungs im Park anzuhimmeln."

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