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Den Überblick behalten - Wie Jugendliche Schuldenfallen umgehen

17.04.2013, 11:06 Uhr | dpa, dpa-tmn

Wie Jugendliche Schuldenfallen umgehen. Das Handy ist die größte Kostenfalle für Jugendliche. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Handy ist die größte Kostenfalle für Jugendliche. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit 5000 Euro in den Miesen? Bei manchen Jugendlichen passiert das schnell. "Junge Menschen haben nicht immer ein gutes Gefühl für Geld", erklärt Kay Görner von der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. "Sie verlieren schnell den Überblick über ihre Ausgaben." Die Folge sind hohe Schulden. "Mancher musste schon mit 20 Jahren in die Privatinsolvenz." Wo liegen die größten Schuldenfallen? Und was können Jugendliche tun, um sie zu umgehen? Ein Überblick.

Schulden: Oft reicht eine Unterschrift

Oft reicht eine Unterschrift für den Schritt in die Schulden. "Man wird 18 und freut sich tierisch, endlich Verträge machen zu dürfen", blickt ein Auszubildender in einem Internetforum zurück. Zuerst schließt er einen Handyvertrag ab, es folgen Abos. "Dann wurde das Thema Kreditkarten immer interessanter. Ich beantragte mir also eine Kreditkarte."

Drei Wochen später ist der Lehrling mit mehr als 1300 Euro im Minus. "Wie ist es passiert? Ich habe zu wenig drauf geachtet. Hier mal 50 Euro bar abgeholt, da mal Essen mit Freundin, da ne neue CD etc. Häuft sich ja in drei Wochen etwas an. Nun habe ich ein Problem. Wie werde ich diese verdammten Schulden los?"

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Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung waren im vergangenen Jahr 6,6 Millionen Deutsche überschuldet, knapp jeder zehnte Erwachsene. Ihr Geld reicht über einen längeren Zeitraum nicht für die Tilgung. 216.000 Schuldner waren jünger als 20 Jahre, jeder Fünfte von ihnen hat mehr als 10.000 Euro Schulden.

Spezielle Schuldnerberatungen für Jugendliche

Die Arbeiterwohlfahrt Südost in Berlin hat zusammen mit dem Jugendberatungshaus Neukölln im vergangenen Jahr etwa 140 Jugendliche beraten. "Handys sind oft die Einstiegsdroge. Der Vertrag wird abgeschlossen, nicht bezahlt und so geht es dann weiter", schildert Schuldenberater Ralf Rosenberg von der Arbeiterwohlfahrt.

Handy- und Konsumschulden sind der Einstieg

"Hinzugekommen sind in den letzten Jahren diese Bestellungen per Internet, nun muss man nicht mal mehr von Laden zu Laden laufen", sagt Rosenberg. Neben Handy- und Konsumschulden stünden die 21- bis 22-Jährigen zudem häufig bei den Ausgaben für Miete und Energie in der Kreide. "Letztes Jahr waren es im Schnitt 8000 Euro Schulden, wobei es eine große Spannbreite gibt. Das geht von 100 bis hin zu 40 000 Euro", sagt Rosenberg. "Unserer Meinung nach hat es fast immer mit Unwissenheit und Naivität zu tun."

Fast immer Unwissenheit und Naivität

Dass Jugendliche zu wenig über Finanzen wissen, hat auch die Kreditauskunftei Schufa in einer aktuellen Studie festgestellt. Demnach fühlt sich nur ein Drittel aller Jugendlichen gut informiert. Nur 44 Prozent der Jugendlichen gaben an, immer einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu haben.

Karsten John von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) meint: "Jugendliche müssen immer komplexere Finanzentscheidungen treffen." Deshalb wünschten sich 60 Prozent der Jugendlichen mehr Aufklärung zu Wirtschaftsthemen: "Jugendliche erwarten Informationen von neutraler Stelle, wie der Schule."

Mehr Aufklärung in Wirtschaftsthemen

Auch Internet und soziale Medien genießen demnach großes Vertrauen - allerdings verliert jeder zweite Jugendliche nach Erkenntnissen der Schufa in der Flut an Informationen den Überblick. "Das ist ein alarmierendes Zeichen, die Informationen sind zu diffus", sagt John.

Allerdings sieht die Schufa den Umgang junger Menschen mit finanziellen Dingen generell optimistisch. Mehr als die Hälfte der 15- bis 20-Jährigen spare regelmäßig. Wer einen Kredit aufnehme, zahle ihn in aller Regel zurück. Allerdings erfasst die Schufa-Statistik keine Dispokredite und Verbindlichkeiten, zum Beispiel aus Verträgen mit Mobilfunkanbietern.

Das sind die größten Kostenfallen

Mobilfunk: Telefonieren, SMS oder E-Mails abrufen - das Handy ist die größte Kostenfalle für junge Menschen. "Viele surfen zum Beispiel stundenlang im Internet, obwohl ihr Vertrag das gar nicht erlaubt", sagte Görner. "Jugendliche wollen außerdem oft das neueste Smartphone haben." Doch die sind meist teuer. Auf diese Weise kommen rasch hohe Beträge zusammen, die nicht bezahlt werden können.

"Eine Prepaid-Karte ist der beste Weg"

Um hierbei nicht in die Schuldenfalle zu tappen, müssen Jugendliche lernen, sich zu beschränken. "Eine Prepaid-Karte ist der beste Weg." Denn mit ihr könne jeden Monat nur ein bestimmtes Guthaben verbraucht werden. Jugendliche müssten auf diese Weise lernen, jeden Monat mit demselben Betrag auszukommen. "Auch die Eltern sind hier gefragt", sagt Görner. Sie sollten öfter einen kritischen Blick auf die Handyrechnung ihrer Kinder werfen.

Dispokredit ist oft eine Falle

Ein großes Problem für junge Erwachsene ist der Überziehungskredit. "Viele sind ganz begeistert davon, plötzlich so viel Geld zur Verfügung zu haben und geben es einfach aus." Doch wenn das Konto erstmal überzogen ist, kommen die jungen Menschen nicht mehr aus dem Dispo raus, weil die Einnahmen oft nicht reichen.

Ein Haushaltsbuch führen

Bevor es so weit kommt, sollten junge Erwachsene zu Stift und Papier greifen oder sich an den Computer setzen: "Es hilft immer, ein Haushaltsbuch zu führen", empfahl Görner. Die zentrale Frage, die dabei beantwortet werden sollte: "Wo bleibt mein Geld?" Nur so bekämen junge Erwachsene wirklich einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben.

Fehlender Versicherungsschutz: "Junge Menschen sind oft leichtfertiger"

Ein häufiges Problem ist Sorglosigkeit. "Junge Menschen sind oft leichtfertiger." Allerdings passiert es schnell, dass jemand einen Schaden verursacht. "Die Folge sind oft hohe Kosten, die die jungen Erwachsenen gar nicht bezahlen können." Versicherungen, die solche finanziellen Folgen abfedern, fehlen oft.

Versicherungen können helfen

Ein Beispiel aus seiner Beratungspraxis: "Ein junger Mann hat versehentlich mit seinem Fahrrad einen Jogger umgefahren", erzählt Görner. Rund 7000 Euro sollte er nach dem Unfall an den Geschädigten zahlen. "Doch so viel Geld hatte er natürlich nicht." Eine private Haftpflichtversicherung hätte die Kosten übernommen.

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