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Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell

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Weniger Unfälle bei Fahranfängern  

Der Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell

11.04.2014, 14:31 Uhr | Elmar Stephan, dpa

Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell. Führerschein mit 17: Mit den Eltern als Beifahrer können junge  Fahranfänger Erfahrung sammeln.  (Quelle: imago/Teutopress)

Den richtigen Führerschein gibt's erst mit 18, aber schon mit 17 dürfen junge Fahranfänger in Begleitung der Eltern autofahren. (Quelle: Teutopress/imago)

17-Jährige ans Steuer eines Autos lassen, kann das gut gehen? Der Widerstand war groß. Aber heute sind auch die Kritiker froh, dass es ihn gibt: "Der Führerschein mit 17 ist sehr erfolgreich", sagt Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht.

Vor zehn Jahren führte Niedersachsen als erstes Bundesland den Führerschein mit 17 in einem Modellversuch ein, und seit 2011 ist er im Bundesrecht verankert. Jugendliche können eine Führerscheinausbildung inklusive Prüfung machen, bevor sie 18 Jahre alt sind. Ab 17 dürfen sie in Begleitung eines Erwachsenen Autofahren. Nach der Fahrprüfung bekommen sie noch keinen Führerschein, sondern eine Prüfungsbescheinigung, auf der die Begleitpersonen vermerkt sind.

Unfallrisiko bei Fahranafängern sinkt

Studien belegen den positiven Effekt des Führerscheins mit 17: Das Unfallrisiko in den ersten beiden Jahren des selbstständigen Fahrens verringert sich um 20 Prozent, wenn junge Autofahrer nach ihrer Fahrprüfung nicht sofort alleine im Auto sitzen, sondern noch viele Monate von einem erfahrenen Erwachsenen begleitet werden, der Tipps und Hinweise geben kann. "Das ist also eine Art Coaching durch die Eltern," erklärt Herlan. Damit sei das begleitete Fahren die wirksamste aller Sicherheitsmaßnahme für Fahranfänger, heißt es aus der Bundesanstalt für Straßenwesen.

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Verkehrsclubs halten des Modell für ungerecht

Zum Start des niedersächsischen Modellversuchs gab es durchaus heftige Kritik. Der ADAC befürchtete zum Beispiel einen rasanten Anstieg der Unfälle unter Fahranfängern. Inzwischen - nach den positiven Ergebnissen - ist auch der Münchner Autoclub auf die Seite der Befürworter gewechselt. "Wir haben dazugelernt", sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Aber dennoch sehen der ADAC und auch andere noch Potenzial für Verbesserungen. "Es kann nicht jeder mitmachen, das ist das Ungerechte daran", sagt Hölzel.

Denn nicht in jeder Familie gibt es ein Auto für die Jugendlichen, geschweige denn Zeit der Erwachsenen, immer als Begleiter zur Verfügung zu stehen. Es sei daher wichtig, das begleitete Fahren auch für Leute zugänglich zu machen, deren Familien die Voraussetzungen nicht mitbringen, sagt Rainer Hillgärtner, Sprecher beim Auto Club Europa (ACE).

ADAC fordert verkehrspsychologische Seminare für junge Autofahrer

Der ADAC setzt sich sogar für eine Reform der Führerscheinausbildung mit zwei Stufen ein. "Wir sind der Ansicht, dass es eine zweite Phase braucht, die weiter geht, etwa mit verkehrspsychologischen Seminaren oder speziellen Trainingsangeboten", sagt Hölzel. Denn auch trotz solcher Angebote wie dem begleiteten Fahren baut die Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren immer noch die meisten Unfälle.

Der Konkurrenzclub ACE widerspricht. Seminare oder Schulungen auf Trainingsplätzen machten keinen Sinn. "Das muss im öffentlichen Verkehrsraum geübt werden", fordert Hillgärtner. Ein Fahrlehrer könne beispielsweise Tipps geben, wenn es mit dem Schulterblick noch nicht so richtig klappt. Vor allem müsse der Führerschein bezahlbar bleiben. Mindestens 1500 Euro koste heute schon die Fahrausbildung.

Führerschein mit 17 wird rege genutzt

Bundesweit nutzen rund 40 Prozent der Fahranfänger die Möglichkeit, schon mit 17 den Führerschein zu machen und begleitet zu fahren. Die Begleitpersonen müssen mindestens 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren einen Pkw-Führerschein besitzen und dürfen höchstens drei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei haben. Mit dem 18. Geburtstag kann der Fahranfänger auf der Führerscheinstelle seine Prüfungsbescheinigung gegen einen richtigen Führerschein eintauschen.

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