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Hannah (14): "Ich will zu den Paralympics!"

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Hannah (14) mit der Beinprothese  

Laufend ins Leben zurück

22.05.2014, 09:39 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Hannah (14): "Ich will zu den Paralympics!". Hannah Tempel beim Weitsprung. (Quelle: TSV Bayer 04 Leverkusen)

Hannah Tempel beim Weitsprung. (Quelle: TSV Bayer 04 Leverkusen)

Hannah ist 14. Ein bildhübsches Mädchen mit strahlenden Augen, dem man die Lust am Leben ansieht. Sport ist ihr Hobby. Mehrmals wöchentlich trainiert sie in der Leichtathletikabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Ihr Ziel: eine Goldmedaille. Bei den Paralympischen Spielen.  

Hannah war erst zehn Jahre alt, als sie an Knochenkrebs erkrankte. Obwohl man ihr zusicherte, dass nur ein Knochenersatz notwendig sei, musste das Bein letztendlich doch amputiert werden. Die Diagnose war, wie das Mädchen der Elternredaktion von t-online.de erzählt, ein gewaltiger Schock. "Aber ich war immer sehr optimistisch, wusste gar nichts über Krebs und das war wahrscheinlich auch gut so."

Wie sehr der Tumor ihr Leben prägen sollte, ahnte die Schülerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Ich denke, das Schlimmste war für mich erst einmal, zu wissen, dass alle meine Haare ausfallen würden. Ich hatte ganz hellblonde lange Haare und die zu verlieren, ist natürlich für ein Mädchen sehr schlimm."

Hannah hat drei verschiedene Beinprothesen

Wenn man Hannah heute ins Gesicht sieht, dann glaubt man kaum, was dieses Mädchen schon bewältigt hat. Sie wirkt wie alle anderen 14-Jährigen. Ihr Pferdeschwanz wippt hin und her, wenn das quirlige Mädchen erzählt. Sie lacht viel, bezeichnet sich selbst als fröhlichen Menschen. "Das ist gesund", meint sie und hat Recht.

Drei verschiedene Prothesen stehen ihr zur Verfügung. Eine für den Alltag - "die sieht eigentlich aus wie ein normales Bein" -, eine Wasserprothese und eine für den Sport. Solche Prothesen sind aus Carbon, die Federn sind biegsam, geben ihr so Schwung und Antrieb. Unten sind Spikes aufgesetzt, damit man nicht wegrutscht. Anfangs ist schon mal eine Prothese davongeflogen, weil sie nicht richtig fest saß, aber heute weiß Hannah ganz selbstverständlich damit umzugehen.

Sportler wie Heinrich Popow sind wie Leuchttürme für den Nachwuchs

Dass sie wieder Halt gefunden hat im Leben, das hat sie nicht nur ihrem kämpferischen und optimistischen Gemüt und natürlich ihrer Familie und ihren zwei großen Brüdern zu verdanken, sondern auch dem TSV Bayer 04 Leverkusen. Hier trainieren auch das Nachwuchstalent Phillip Waßenberg und einer der erfolgreichsten deutschen Leichtathleten, Heinrich Popow. Beiden fehlt ein Bein. Und beide lassen sich davon nicht aufhalten. Ihr Ehrgeiz hat Hannah angesteckt. "Ich erlebe es immer wieder, wie junge Nachwuchsathleten, wie auch Hannah, sich an diesen Leuchttürmen orientieren und ihnen nacheifern", meint Jörg Frischmann, Geschäftsführer der Behindertensportabteilung, die allein 300 Mitglieder umfasst. Er war selbst 1992 bei den Paralympics erfolgreich. "Allein für die Eröffnungsfeier lohnt es sich, vier Jahre zu trainieren."

Die Bedingungen, die der Verein für behinderte Sportler bietet, sind optimal und basieren auf drei Säulen: Rehabilitationssport, Breitensport und Leistungssport. "Ich wollte unbedingt wieder Sport machen, mich bewegen. Ich war immer sehr sportlich und habe das dann einfach ausprobiert", erinnert sich Hannah. Der Sport hilft ihr nicht nur, Stress abzubauen und den Kopf frei zu bekommen. "Ich habe auch Freunde gefunden, denen es ähnlich geht wie mir." Das macht es in manchen Momenten einfacher.

"Es ist mein großer Traum, an den Paralympics teilzunehmen"

Dreimal wöchentlich trainiert Hannah, zusätzlich geht sie ins Fitnessstudio. Die eigenen Grenzen austesten, sich im sportlichen Wettkampf messen: Hannah, die in ihrer Zeit beim TSV Bayer 04 Leverkusen bereits eine tolle Entwicklung durchlaufen hat, wird immer besser. Das nächste Ziel in den kommenden Jahren ist die Teilnahme an einer Juniorenweltmeisterschaft. Aber langfristig, da sind sich alle einig, die das Mädchen in der Sporthalle erleben, hat sie tatsächlich das Zeug, eines Tages bei den Paralympics zu starten und sich eine Medaille zu holen.

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