Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Jugendliche >

Minderjährige Studenten: Mit Mama an die Uni - Eltern als Studiencoach

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Mit Mama an die Uni  

"Überfürsorgliche Väter und Mütter erschweren die Ablösung"

09.12.2014, 09:44 Uhr | dpa

Minderjährige Studenten: Mit Mama an die Uni - Eltern als Studiencoach. Die Zahl der minderjährigen Studenten hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. (Quelle: dpa)

Die Zahl der minderjährigen Studenten hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. (Quelle: dpa)

Aufgrund des Turbo-Abiturs werden Studienanfänger zunehmend jünger. Hochschulen bieten vielerorts inzwischen Sprechstunden und Schnuppertage für Väter und Mütter an. Ist die heutige Studentengeneration unselbstständiger?

Es scheint, als hätten die Hochschulen die Eltern als Zielgruppe entdeckt. Unter dem Motto "Mama & Papa ante portas" hat zum Beispiel Würzburg kürzlich zu Campus-Rundfahrten, Mensa-Essen und Weinprobe eingeladen. "Elternalarm" heißt das schon etablierte Schnupperwochenende für Studi-Väter und -Mütter in Münster. Besonders die schmucken Hochschulstädte locken mit Events, bei denen nicht nur Hörsaal-, sondern auch Kneipenbesuche auf dem Programm stehen. Andere Universitäten setzen auf regelmäßige Elternabende mit sachlichen Informationen.

Erstsemester werden immer jünger

Früher wären Elternsprechtage an der Uni undenkbar gewesen, doch die Erstsemester werden immer jünger. Mittlerweile machen bundesweit mehr Jugendliche das Abitur nach zwölf als nach 13 Jahren. Fast 3000 der 2,6 Millionen Studierenden waren im vergangenen Wintersemester noch minderjährig, knapp 60.200 erst 18 Jahre alt. Zehn Jahre zuvor gab es nur knapp 400 Minderjährige und fast 7500 18-Jährige.

UMFRAGE - BERUFSWAHL
Was halten Sie von dem Trend, möglichst viele Berufe zu akademisieren?

"Mitgekommen sind meine Eltern nur beim Umzug"

Kim Klebolte hat mit 16 Jahren ihr Studium an der Zeppelin Universität am Bodensee begonnen, knapp 600 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause im westfälischen Kreis Soest. "Mitgekommen sind meine Eltern nur beim Umzug. Da brauchte ich ja jemanden, der fahren kann", erzählt die 17-Jährige, die inzwischen an der FH Bielefeld studiert. "Meine Eltern hatten auf die Studienwahl keinen Einfluss, sie haben mich bei allem unterstützt, was ich machen wollte."

Elternabende für Studenten

Michaela Christoph, Studienberaterin an der Uni Duisburg-Essen, hat weniger gelassene Mütter und Väter erlebt: "Es gibt mittlerweile etwa 16.000 Studiengänge in Deutschland. Die Auswahl ist gigantisch. Gerade Akademikereltern möchten ihre Kinder bei der Entscheidung unterstützen", sagt sie. Mit den Elternabenden wollen die Berater aber auch verhindern, dass Mütter mit ihren schüchternen Söhnen in den regulären Sprechstunden auftauchen und verkünden: "Wir interessieren uns für Maschinenbau." Solche Über-Muttis schickt Michaela Christoph erst einmal in die Cafeteria, um sich in Ruhe mit dem zukünftigen Studenten allein zu unterhalten.

Die minderjährigen Campusküken sind zwar immer noch eine verschwindend kleine Minderheit. An der Universität Frankfurt/Main etwa sind aktuell 38 Studenten unter 18 Jahren eingeschrieben - dies sind 0,08 Prozent aller Studierenden. An der Uni Münster sind es 45 Minderjährige.

"Überfürsorgliche Väter und Mütter erschweren die Ablösung"

In den Schlangen bei der Einschreibung stehen jedoch mehr 50-Jährige als noch vor einigen Jahren. Aus Prüfungsämtern ist zu hören, dass sich besorgte Mütter am Telefon nach den Noten ihrer Kinder erkundigen. Kreisen die vielzitierten Helikopter-Eltern, die jeden Schritt ihres Nachwuchses überwachen, jetzt auch über der Universität? Und akzeptieren die Studenten sie als Karriere-Coach?

Das Verhältnis der Generationen sei partnerschaftlicher, beobachtet die Göttinger Psychologin Heike Mehmke. Eltern verhandelten viele Dinge, Kinder hätten mehr Entscheidungsfreiheit. "Die Y-Generation im Alter zwischen 20 und 30 geht deshalb selbstbewusster durch die Welt." Allerdings sieht Mehmke auch Kehrseiten. "Überfürsorgliche Väter und Mütter erschweren die in dieser Lebensphase wichtige Ablösung." Ein Studium zu organisieren und durchzustehen sei schon immer ein Kampf gewesen, sagt die Psychologin. "Viele Studierenden sind heute mit den Eltern im Gepäck unterwegs."

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal