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Benjamins Botschaft gegen Mobbing als Internet-Hit

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Video-Hit gegen Mobbing  

Internet-Kampagne holte Benjamin aus dem Abseits

06.03.2015, 18:13 Uhr | mmh, t-online.de

Benjamins Botschaft gegen Mobbing als Internet-Hit. Bejamin Fokken - der mutige Teenager startete eine Internetkampagne.  (Quelle: ZDF/Cornelia Lehmann)

Bejamin Fokken - der mutige Teenager startete eine Internetkampagne gegen Mobbing. (Quelle: ZDF/Cornelia Lehmann)

"Benjamin Fokken ist momentan ein Held", so stellte Markus Lanz den Teenager in seiner Talkshow vor. Das Internet und ein Hilferuf aus dem Kinderzimmer haben ihn dazu gemacht. Doch der Weg dorthin war bitter. Bis vor Kurzem stand er im Abseits, jetzt hat er sich aus der Opferrolle befreit. Es geht um Mobbing. Dass er nun im TV-Studio sitzen und darüber reden darf findet er "geil" - das einzig richtige Wort, wie Lanz ihm beipflichtet.

Ein bisschen überfordere ihn der Hype, aber er habe ein Umdenken ausgelöst, erzählte der rundliche Junge. Ein kurzes Video, in Grautönen, mit Musik unterlegt, bewegt derzeit so viele Menschen - über fünf Millionen haben es schon angeschaut -, dass daraus sogar ein Buch entstehen soll.

Benjamins Botschaft aus dem Kinderzimmer

In den Video hält Benjamin Kärtchen mit Text hoch. Er hat eine Botschaft: "Gegen Mobbing - Niemand ist weniger wert, weil er eine Behinderung hat - vielleicht nicht so viel Geld hat - nicht so klug ist - vielleicht nicht die beste Figur hat - schwul, lesbisch oder bi ist - oder eine andere Hautfarbe hat - einen anderen Glauben hat - oder eine andere Herkunft - Mobbing-Opfer fühlen sich oft einsam und allein gelassen - Sie haben Selbstmordgedanken ... - wenn du auch gegen Mobbing bist, teile dieses Video ."

Diesem Appell sind schon 180.000 Menschen gefolgt. Benjamin ist beeindruckt davon, dass ihn jetzt Menschen anschreiben und ihre Leidensgeschichte erzählen.

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Für den 19-Jährigen, der sich im Video Benjamin Drews nennt, war es ein Befreiungsschlag. Er wurde in der Schule "von den Coolen" wegen seines Übergewichts gehänselt. "Hamsterfresse", Biberzahn" - da waren die Namen, die er sich anhören musste. Selbst über den Tod seines älteren Bruders, der bei einem Hausbrand ums Leben gekommen war, machten sich manche lustig. Sein Zwillingsbruder starb im Mutterleib. Heute kann er darüber reden, früher hatte es ihn zu sehr geschmerzt.

Das Mobbing begann schleichend, als er etwa 15 war. Obwohl er ein paar Freunde hatte, fühlte er sich oft alleine und ausgeliefert. Die Folge war, dass es aus Angst die Schule schwänzte. Er selbst hatte keine Selbstmordgedanken, wie im Video erwähnt, denn dann hätte er "es ja denen Recht gemacht", so seine Wahrnehmung.

Ex-"Supernanny": Mobbing ist ein Angriff auf die seelische Gesundheit

Die frühere RTL-"Super Nanny", Katharina Saalfrank, auch Gast der ZDF-Talkshow, findet Benjamins Aktion großartig.

Die Diplompädagogin ordnet heutiges Mobbing so ein, dass "es in der Anonymität leichter ist, mal gegen jemanden zu schießen, weil man den nicht sieht, in ein Wespennest sticht und sich abreagieren kann." Sie glaubt, dass jeder zum Mobbingopfer werden kann, was mit Macht und der Stärke der Mehrheit passiere, die eine Gruppendynamik in Gang setze. "Es ist ein massiver Angriff auf die seelische Gesundheit. Mobbing macht krank."

Einfach mal fragen, wie es dem Kind geht

Auch sie hat keine Patentlösung, wie Eltern mit dem Angriff auf ihr Kind am besten umgehen. Aber: "Kontakt mit den Kindern zu halten ist ganz wichtig." Es sei jedoch schwierig, die richtigen Fragen zu finden. Manche Eltern seien noch nie auf die Idee gekommen zu fragen "wie geht es dir? Wie fühlst du dich?", erzählt sie aus ihrer Erziehungspraxis. Ein Gespräch dürfe nicht von einer Strategie, sondern müsse von Interesse geleitet sein.

Mobbing höre nie von alleine auf, so Saalfranks Einschätzung. Dazu brauche es immer einen erwachsenen Außenstehenden, der von den Kindern hinzugezogen werden könne. Aber der Gang zu den Lehrern sei nicht immer hilfreich, da manche die Betroffene bloßstellten oder das Problem herunterspielten.

Den Sohn durch Mobbing verloren

Michaela Horn, deren Sohn Noel sich wegen Mobbings das Leben nahm, vermutet, dass die Generation der heutigen Eltern die sozialen Medien nicht richtig einschätzen kann. Ihr Sohn sei gehänselt worden und habe das "still und heimlich in sich hineingefressen", erzählte sie. Eine letzte Beleidigung im Netz mit Hinweis auf Homosexualität war der Auslöser: Joel legte sich nachts auf Bahngleise und nahm sich so das Leben.

Für seine Mutter war es danach äußerst schwierig, das Puzzle der Ursachen zusammenzusetzen, nicht zuletzt, weil Facebook ihr keine Einsicht in den Account ihre Sohnes gewährte, in sein zweites Leben vor dem Rechner.

Benjamins Appell: "Man muss respektiert werden wie man ist"

Jeder kann zum Opfer werden. Warum es einen bestimmten Menschen trifft, bleibt oft ein Rätsel. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Benjamin: "Viele sagen 'Gib den Mobbern keinen Grund dich zu mobben', da kann ich nur mit dem Kopf schütteln! Leute wenn ich zum Beispiel eine Behinderung habe, eine große Nase, eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben, sexuell anders orientiert bin - wo gibt man da jemanden einen Grund zum Mobben? Eben. Da gibt es keinen Grund, weil dafür kann man nichts! Viele suchen sich Ihre Fehler bei anderen Leuten wo Sie nur können! Das darf so nicht sein!!! Man muss respektiert werden wie man ist. Behandle andere so wie du selbst gern behandelt werden möchtest. Das musste ich mal los werden."

Anti-Mobbing-Video und Buchprojekt

Benjamin Fokken hat mit seinem Anti-Mobbing-Video über fünf Millionen Menschen erreicht. Er will weitere Zeichen gegen Mobbing setzen, jetzt auch mit einem Buch, das per Crowdfunding finanziert wird und im April erscheinen soll. "Ich bin ich - und wir sind viele!" verspricht einen authentischen Einblick in das Seelenleben eines Mobbingopfers und soll anderen Betroffenen das Gefühl geben, mit ihren Sorgen nicht alleine zu sein.

Benjamin wird bei dem Buchprojekt von den Autoren Felix Plötz und Dennis Betzholz unterstützt. Sie ermutigen andere, die Mobbing erleben, oder jemals erlebt haben, Gesicht zu zeigen. "Alle, die glauben, dass jeder Mensch gleich viel wert ist - ganz egal, was ihn anders macht. Niemand darf wegen seiner Nationalität, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Intelligenz oder einem der 1000 anderen "Gründe", die Mobber bei ihren Opfern finden, ausgegrenzt werden."

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