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Von Weinen bis Brabbeln: Die neuen Puppen können fast alles

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Puppen  

Von Weinen bis Brabbeln: Die neuen Puppen können fast alles

24.03.2009, 12:36 Uhr | sca, dpa

Die "Little Miss Sunshine" von Zapf.Die "Little Miss Sunshine" von Zapf. (Bild: Zapf Creation)Sie können fast alles: "Little Sunshine" zum Beispiel lacht, wenn ihre Mama sie am Arm kitzelt. Zeigt diese ihr einen Becher, brabbelt sie "My Cup" - die Übersetzung ins Deutsche soll bald folgen. "Little Sunshine" ist die neuste Babypuppe von Zapf Creation. Auch andere Hersteller setzen auf möglichst realistische und vor allem aktive Puppen: Die Plastik-Babys bekommen Fieber und pinkeln in die Windel, sie weinen und laufen hinter der Puppen-Mama her. Ob das alles das kindliche Spiel fördert, ist umstritten. #


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Brabbeln in Englisch

Bei Mattel heißt der Star "Mein liebstes Baby". Auch dieses Puppenkind kichert und schwatzt. Außerdem steht es auf und tapst auf unsicheren Beinchen umher. Plumpst es hin, ist ein "Uups, Mami" die Reaktion. Damit nicht genug: Die Puppe lehrt ihre Mama auch neue Wörter, so der Hersteller. Denn legt diese eine Hand auf den Puppenbauch, sagt das Plastik-Baby "Bauch". Da heute nichts mehr ohne Fremdsprachen geht, brabbelt die Puppe die Begriffe auch in Englisch.



Aktionen durch Zufallsgenerator ausgelöst

Eine ganze Fabelwelt begleitet dagegen die "Star Friends". Das sind Wesen, die auf einem fernen Planeten leben. "Manchmal fallen sie wie Sternschnuppen vom Himmel auf die Erde", erläutert Hersteller Bandai. Und so kommt das Kind zu seiner Puppe. Ganz einfach ist der Umgang mit dem außerirdischen Baby aber nicht: Mal weint es und lässt sich weder durch Streicheln noch Füttern beruhigen. Die Aktionen werden durch einen Zufallsgenerator ausgelöst - das Kind muss entsprechend reagieren. Zu Hilfe kommt ihm das Haustier der Puppe, das zwar auf dem Planeten zurückgelassen werden musste, in Form eines Mini-Computers aber Kontakt hält. Es hilft dem Kind, die Puppe zu trösten - den richtigen Knopfdruck vorausgesetzt. Singt der Haustier-Computer das Schlaflied, schläft die Puppe ein, und das Kind kann sich die Zeit mit Mini-Spielen auf dem Computer vertreiben.


Gegenkonzept: Waldorfpuppen

Immer echter, immer umfangreicher - so könnte man diese Puppen beschreiben. Aber es gibt auch ein Gegenkonzept: Die sogenannten Waldorfpuppen werden aus natürlichen Materialien gefertigt und zurückhaltend gestaltet, sagt Freya Jaffke aus Reutlingen, die mehrere Bücher zu Waldorfspielzeug geschrieben hat. Diese Puppen haben keine ausgeformten Finger, ihre Gesichter sind sehr neutral. "Die reduzierte Form ist gewollt, damit die Kinder selbst aktiv werden und ihre Fantasie einsetzen." Für kleine Kinder reiche schon eine geknotete Serviette mit Klecksen für die Augen als Puppe aus - vorausgesetzt, die Eltern nehmen diese Puppe ernst, sagt Jaffke. Waldorfpuppen werden oft selbst gebastelt. Doch auch manche Hersteller wie Käthe Kruse haben sie im Programm. "Käthe Kruse sagte: Puppen müssen warm und weich sein, damit sie geliebt werden", sagt Sprecherin Brigitte Winter.  

Puppen sind Begleiter für das Kind

Doch welche Puppe ist eine gute? Soll sie das Kind anleiten und mit der eigenen Stimme zur Kommunikation ermuntern? Oder erfüllt auch die einfache Variante alle Anforderungen für gutes Spiel? "Puppen sind Begleiter für das Kind, eine Freundin, die umsorgt wird", erklärt Ingetraud Palm-Walter von spiel gut, dem Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug aus Ulm. Die Kinder spielten mit Puppen nach, was in der Familie passiert. Eine Puppe kann außerdem helfen, Erlebnisse zu verarbeiten, erklärt Palm-Walter. War das Kind zum Beispiel beim Arzt und hatte Angst, kann es die Situation hinterher noch einmal spielen - diesmal in der Rolle des Arztes, der das Kind versorgt. Für all das brauche ein Kind keine Puppe, die sprechen, laufen und weinen kann oder - mit feuerroten Bäckchen - Fieber bekommt. "Das Kind spielt das auch so."

Repertoire passt nicht zur Spielsituation

Viele Puppen hätten zudem nur bestimmte Funktionen oder Sätze drauf - auch wenn die immer umfangreicher werden. "Mein liebstes Baby" kann zum Beispiel 80 Sätze sprechen. Trotzdem sei das Repertoire eingeschränkt, sagt Palm-Walter. Und es passe nicht immer zu dem, was das Kind gerade spielt. Will es eine Begrüßung nachstellen, aber die Puppe weint, sei das kontraproduktiv.

Neutraler Gesichtausdruck wichtig

Die Expertin rät daher, bei Puppen auf einen neutralen Gesichtsausdruck zu achten. Denn damit könnten die Kinder am besten fröhliche, aber auch traurige Situationen nachspielen. Ob es nun eine Waldorfpuppe mit minimalistischen Zügen sein muss, sei aber eine andere Frage: "Kinder wissen sehr wohl, was es auf dem Markt gibt. Für manche ist eine Waldorfpuppe nicht realistisch genug." Außerdem wollten viele Kinder ihre Puppe baden - mit einer Stoffpuppe seien sie nicht zufrieden. Wozu ein Zufallsgenerator in einer Puppe führen kann, hat Palm-Walter bei einem Kind selbst erlebt: Es hatte eine Puppe, die immer wieder anfing zu weinen. Dann musste die Puppenmutter einen Schnuller in den Mund stecken. "Das Kind wollte nachts nicht mit der Puppe schlafen, weil es Angst hatte, sie könnte anfangen zu weinen."


Modelle ohne Phthalate aussuchen

Für Kinder bis drei Jahren rät Ingetraud Palm-Walter von "spiel gut" zu Stoffpuppen. Ältere Kinder sollten sich ihre Puppe selbst aussuchen: "Es kann gut sein, dass ein Kind erstmal verschiedene Puppen ablehnt." spiel gut zeichne keine Puppen aus PVC mehr aus, da das Material bei der Entsorgung die Umwelt stark belaste. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, bei Plastikpuppen auf Modelle ohne gesundheitsschädliche Phthalate zu achten.

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