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Fahrradfahren: So lernen Kinder sicher fahren

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Fahrrad fahren  

Die Welt auf zwei Rädern entdecken

26.03.2009, 13:31 Uhr | sca, ddp

Fahrradfahren: So lernen Kinder sicher fahren. Kleiner Junge mit Fahrrad versucht sich im Straßenverkehr.

Kleiner Junge mit Fahrrad versucht sich im Straßenverkehr. (Bild: Imago)

Ob es nun das klapprige Erbstück des Bruders oder ein funkelnagelneuer Flitzer ist - das erste Fahrrad ist für Kinder etwas ganz Besonderes. Sobald die Sonne scheint, schwingen sie sich auf den Fahrradsattel, testen ihre Fähigkeiten und genießen den Fahrtwind, der ihnen dabei um die Nase weht. Aber bis sie ihr Fahrrad sicher beherrschen, müssen die Kleinen erst einmal ganz schön viel lernen. "Unserer Meinung nach beginnt dieser Lernprozess lange bevor ein Kind zum ersten Mal selbst auf einem Fahrradsattel sitzt", sagt Sigrun Bösemann vom Landesverband Bremen im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Laufrad und Roller

Erste Erfahrungen mit Geschwindigkeit und Verkehr machten Kinder bereits bei Ausflügen im Fahrradsitz oder -anhänger ihrer Eltern. Als nächsten Schritt empfiehlt die Referentin für Verkehrspädagogik, Kinder mit einem Laufrad oder einem Roller die Vorstufe zum richtigen Radfahren üben zu lassen. "Auf dem Laufrad können Kinder ihren Gleichgewichtssinn trainieren, ihre Körperbeherrschung schulen und lernen, Hindernissen auszuweichen", sagt Bösemann. Für ältere Kinder eigne sich auch der Roller.

Die richtige Fahrradgröße

Das erste Spielrad oder Kinder-Straßenrad muss auf jeden Fall zur Körpergröße passen. "Beim Fahrradkauf sollte das Kind unbedingt dabei sein. Am besten lässt man sich im Fachgeschäft beraten", sagt Wilhelm Hörmann, Verkehrsreferent beim ADFC Bundesverband. Wenn das Kind auf dem Radsattel sitzt, sollte es mit beiden Fußspitzen bequem den Boden erreichen können. Außerdem sollte der Lenker sich um 90 Grad drehen lassen und dabei noch mindestens zehn Zentimeter Abstand zum Sattel haben. Bei Stürzen kann das Kind so nicht zwischen Lenker und Sattel eingeklemmt werden.

Kein Fahrrad auf Zuwachs

Von einem Fahrrad "auf Zuwachs" rät der Fachmann ab. "Auf einem zu großen Rad kann das Kind nicht vernünftig treten und ist überfordert.

Das kann sehr gefährlich werden", warnt Hörmann. Zudem gehe mit einem unhandlichen Rad die Freude an der Bewegung schnell verloren. Damit das Fahrrad mitwachsen kann, sei aber ein Modell sinnvoll, dessen Sattel und Lenker sich in der Höhe noch verstellen lassen. Der Kettenkasten sollte außerdem geschlossen sein, damit das Kind nicht mit Kleidungsstücken hineingeraten kann. Fürs Fahrradfahren gänzlich ungeeignet sind lange Röcke. Weite Hosenbeine werden am besten mit Hosenklammern befestigt.

Keine Stützräder, raten Experten

"Stützräder sind gefährlich! Die Kinder überschätzen sich damit und fahren schneller, als sie es eigentlich können. Zudem können Stützräder auf unebenen Flächen schnell in eine Schieflage geraten, so dass das Fahrrad umkippt und das Kind stürzt", warnt Wilhelm Hörmann. Mit Stützrädern könne es außerdem passieren, dass das Kind auf dem Fahrrad rückwärts rolle und so in Gefahr gerate. "Abgesehen davon verhindern Stützräder, dass das Kind sicher Fahrradfahren lernt. Beispielsweise ist die Kurvenlage des Rads mit Stützrädern ganz anders, und die Anfänger eignen sich daher eine falsche Technik an", erläutert Hörmann.

Spielerische Übungen bringen Sicherheit

Damit Kinder lernen, ihr Fahrrad sicher zu beherrschen, sind spielerische Übungen besser geeignet. "Man kann beispielsweise Hindernisse aufbauen, um die das Kind im Slalom herumfahren muss. Die Abstände zwischen den Hindernissen werden dann immer mehr verringert", schlägt Sigrun Bösemann vor. Um das zielgenaue Bremsen zu trainieren, könne man einen Kreidestrich auf den Boden zeichnen. Darauf sollte das Kind dann schnell zufahren und versuchen, kurz davor zum Stehen kommen.

Auf- und Absteigen üben

Vor allem beim Auf- und Absteigen haben die meisten Radfahranfänger noch Schwierigkeiten und machen große Schlenker. "Um diese zu minimieren, kann das Kind üben, mit seinem Rad immer zwischen zwei auf den Boden gezeichneten Linien zu bleiben", sagt Bösemann. Das Geradeausfahren trainiert man auch, indem man auf einer Linie am Boden entlangfährt. "Die Herausforderung dabei ist, immer langsamer zu werden - dann ist es nämlich schwerer, Schlangenlinien zu vermeiden", sagt Bösemann. Bei all diesen Übungen können die Eltern auch einfach mitmachen - dann macht es noch mehr Spaß.

Den Gehweg benutzen

Der Straßenverkehr birgt für einen Radfahrer komplexe Anforderungen, da man Geschwindigkeiten und Abstände einschätzen muss und Kinder zudem aufgrund ihrer Körpergröße einen schlechten Überblick haben. Anfänger mit Laufrad, Roller und Fahrrad sind daher in verkehrsfreien Schonräumen wie Parks oder Innenhöfen am besten aufgehoben. "Erst wenn das Kind nicht mehr wackelig fährt und das Fahrrad so gut beherrscht, dass es schnell reagieren kann, sollte es bei vielen gemeinsamen Ausflügen mit Erwachsenen erste Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln", sagt Sigrun Bösemann. Kinder bis zum Alter von acht Jahren müssten allerdings laut Gesetz ohnehin auf dem Gehweg anstatt auf dem Radweg oder der Straße fahren. Bis zum Alter von zehn Jahren dürften die kleinen Radfahrer zudem weiter den Gehweg benutzen.

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr lernen

Unterwegs sollten Kinder immer vor der Begleitperson fahren und den Anweisungen der Erwachsenen folgen. In unbekannten oder kniffligen Verkehrssituationen könne es aber auch hilfreich sein, wenn die Eltern vorne fahren, um ihren Kindern zu zeigen, wie man sich dort richtig verhält, sagt die Verkehrspädagogin. "Bei Radtouren oder auf dem Weg zum Bäcker kann man den Kleinen außerdem die Verkehrsschilder und -regeln verdeutlichen und sie so für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren. Dabei sollte man die Kinder auch immer wieder loben", empfiehlt Bösemann. Wann es an der Zeit ist, einen kleinen Fahrradfahrer allein auf die Straße zu lassen, kann man nicht allgemein beantworten. "Kinder sind in ihrer Entwicklung sehr unterschiedlich. Letztendlich liegt es bei den Eltern, ihr Kind zu beobachten und einzuschätzen, wann es bereit für den Straßenverkehr ist", sagt Sigrun Bösemann.

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