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Kinderernährung: Der Kampf um den Spinat

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Ernährung  

Der Kampf um den Spinat

28.04.2009, 11:26 Uhr | sca, t-online.de, ddp

Kinderernährung: Der Kampf um den Spinat . Der Kampf ums Essen.

Der Kampf ums Essen. (Bild: Imago)

Am Familienesstisch spielt sich so manches Drama ab. Während völlig aufgelöste Kinder sich mit viel Tamtam dagegen wehren, "ekeliges" Gemüse zu sich zu nehmen, versuchen die stark angenervten Eltern ihre Sprösslinge mit allen Mitteln zum Essen zu bewegen. "Es ist wichtig, dass Familien beim Thema Essen vom Machtkampf wegkommen", sagt Dorothee Lappehsen-Lengler, Autorin des Erziehungsratgebers "Liebevoll und kompetent". Der Widerstand des Kindes werde möglicherweise nur durch die Spannung erzeugt, mit der beide Seiten ans Essen herangehen.

Kinder merken, was ihnen gut tut

"Es ist normal, dass Kinder einen besonderen Geschmack haben", sagt die Diplom-Psychologin aus Saarbrücken. Kinder hätten meistens eine Affinität zu Süßem, da auch schon die Muttermilch sehr süß sei. "Oft merken Kinder aber auch einfach, dass ihnen bestimmte Lebensmittel nicht gut tun, und verweigern sie deshalb."

Bündnis mit Kindern schließen

Sie rät Eltern, bei der Ernährung ihres Kindes hauptsächlich die Grundversorgung an Nährstoffen im Blick zu haben. "Dann kann man mit dem Kind ein Bündnis schließen und das Ziel verfolgen, den Körper gut zu versorgen", sagt Lappehsen-Lengler. Gemeinsam könnten sich Eltern und Kinder darüber informieren, was für den Körper wichtig ist: "Es gibt viele kindgerechte Bücher zu dem Thema, in denen beispielsweise erklärt wird, dass die Knochen zum Wachsen Kalzium brauchen, und dass man Kalzium in Milchprodukten findet." Bei der gemeinsamen Recherche in der Stadtbibliothek oder im Internet könnten Eltern und Kinder noch etwas lernen. "Auch Krankenkassen bieten oft umfangreiche Informationsbroschüren zum Thema Ernährung an", sagt Lappehsen-Lengler.

Gemeinsam Versorgung überprüfen

Auf der Basis dieses Wissens könne man mit dem Kind flexible Lösungen besprechen und Lebensmittel finden, die es gerne isst, die den kleinen Körper aber auch ausreichend mit Nährstoffen versorgen. "Dann kann man immer wieder gemeinsam nachprüfen: Haben die Knochen heute schon genug bekommen? Und wie sieht es mit dem Treibstoff für die Immunabwehr aus?", rät Lappehsen-Lengler. Wenn man erst einmal die Gewissheit habe, dass das Kind gut versorgt sei, sei es gar nicht mehr so wichtig, dass es seinen Spinat aufesse.

Was Eltern noch tun können

Statt Druck aufzubauen, ist es vielmehr wichtig, den Spaß am Essen zu wecken beziehungsweise zu erhalten. Das gelingt am leichtesten durch gemeinsame Mahlzeiten und eine angenehme Atmosphäre. Zeitung und Fernseher haben beim Essen nichts verloren. Eltern sollten ihr Kind bei der Zubereitung der Nahrungsmittel helfen lassen oder ihnen Aufgaben beim Tischdecken zutragen.

Nahrungsmittel immer wieder anbieten

Auch was die Auswahl der Nahrungsmittel angeht, sollten Eltern sich nicht zu viele Sorgen machen. Die meisten Kinder holen sich was sie brauchen, auch wenn Ihnen die Ernährung sehr einseitig erscheint. Eltern entscheiden, unter welchen Nahrungsmitteln ihre Kinder auswählen dürfen, sollten aber nicht erzwingen, dass sie diese auch essen. Deshalb sollten Eltern zum Beispiel geschnittenes Obst oder Gemüse einfach immer wieder auf den Tisch bringen. Gibt es nur noch Pfannkuchen und Nudeln mit Tomatensoße, weil die Kinder nichts Anderes mögen, können sie sich auch nicht dran gewöhnen. Auch die Vorbildfunktion ist wichtig: Wenn Sie selber bei gesunden Sachen zugreifen, werden auch die Kinder eher dazu greifen. Und Kinder merken schneller als Eltern lieb ist, wenn diese abends vorm Fernseher tütenweise Chips verzehren.


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