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Lärm  

Spielende Kinder - genervte Nachbarn

28.04.2009, 11:42 Uhr | sca

Wenn Babys oder Kleinkinder im Haus sind, wird es immer mal wieder laut, sei es durch Weinen, Lachen, Schreien oder Toben. Auch ältere Kinder wollen und müssen spielen. Dass es dabei oft laut zugeht, gehört dazu. Kinder haben laut Gesetzgeber und Gericht das Recht, zur freien Entfaltung. Aber es gibt auch immer wieder Nachbarn, die sich über den Kinderlärm ärgern und einfach mal ihre Ruhe haben möchten. Das verunsichert manche Eltern. Was müssen Nachbarn hinnehmen? Und wie viel Rücksicht sollten Eltern und Kinder auf das Ruhebedürfnis anderer nehmen?

Immer wieder Ärger mit den Nachbarn

Familie L. wohnt mit ihren zwei Kinder, drei und sechs Jahre alt, in einem Zwei-Familien-Haus im Erdgeschoss. In der Wohnung über ihnen wohnt das kinderlose Ehepaar Schmidt. Immer wieder kommt es zu Ärger - zuletzt als der dreijährige Leon krank war und laut weinend die Einnahme seines Medikamentes verweigerte. Herr Schmidt schellt an der Tür und regte sich über den Lärm auf. Ein anderes Mal ärgert er sich darüber, dass die Kinder laut rufend im Garten Fußball spielen oder ausgelassen mit Wasser herumspritzen. Die Mutter der beiden Kinder ist ihrerseits genervt und bittet den Nachbarn um Verständnis.

Spielbedürfnis von Kindern hat Vorrang

Solche Vorkommnisse sind keine Einzelfälle. Immer wieder prallen die Tobebedürfnisse mit den Ruhebedürfnissen der Nachbarn aufeinander. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber in der neuen Rechtssprechung entschieden, dass das Spielbedürfnis von Kindern Vorrang hat. Das Bedürfnis von Kinder ungestört zu toben, schreien, lachen oder weinen steht also über dem Ruhebedürfnis von Nachbarn. Von Mitbewohnern wird eine erhöhte Toleranzgrenze gegenüber Kinderlärm erwartet. Dieser wird damit ganz anders bewertet als zum Beispiel der Lärm durch das Abspielen von Tonwiedergabegeräten, weil "Kinderlärm eine notwendige Ausdrucksform und Begleiterscheinung des kindlichen Spielens darstellt, die nicht generell unterdrückt oder auch nur beschränkt werden kann" (Entscheidung des Oberlandgerichts Düsseldorf).

Ruhe in der Mittagspause?

Immer wieder fordern Nachbarn eine ungestörte Mittagsruhe ein. Gesetzlich geschützt ist aber nur die Nachtzeit zwischen 22.00 Uhr und 6 Uhr, gleiches gilt für Sonn- und Feiertage. Dementsprechend ist es Kindern unter 12 Jahren auch erlaubt, in der Mittagszeit oder sonntags auf dem Spielplatz zu spielen, wenngleich sie sich möglichst leise verhalten sollten. Die meisten Gerichte haben befunden, dass es eine „unbilligende Einschränkung“, insbesondere im Winter, sei, die Mittagszeit und den Sonntag vom Spielen auszuschließen. Aber auch in der Zeit, kann niemand erwarten, dass Babys nicht schreien, während von Schulkindern erwartet wird, dass sie sich an die gültigen Zeiten halten.

Mittagsregelung in der Gemeinde oder im Vertrag?

In den meisten Bundesländern gibt es keine allgemeine Mittagsruhe mehr. Die Gemeinden haben aber die Möglichkeit, selbst entsprechende Regeln zu beschließen. Auch privatrechtliche Regelungen in Form von Hausordnungen oder Mietverträgen können wirksam sein. Diese können auch das Spielen auf Außenanlagen verbieten, so dass den Eltern nichts Anderes übrigbleibt, als den nächstgelegenen Park oder Spielplatz aufzusuchen.

Trotzdem: Es gibt auch Grenzen

Auch wenn es für Kinder wichtig ist, zu toben, draußen zu spielen und auch mal laut sein zu dürfen, sollten selbstverständlich auch Eltern und Kinder Rücksicht auf die Bedürfnisse Anderer nehmen. Eltern sollten ihren Kindern ganz klar Grenzen aufzeigen. So ist es sicher gerechtfertigt, wenn sich Nachbarn darüber ärgern, dass Kinder sonntags morgen um halb acht zum Bobby-Car-Fahren nach draußen geschickt werden. Auch wenn das Schlagen gegen das Kellergeländer im Garten für das Kind wundervoll klingt - aus Rücksicht auf die Nachbarn sollten solch unnötigen Lärmquellen verboten werden. Kindern sollten, besonders wenn sie älter werden, lernen, dass ein harmonisches Zusammenleben nur möglich ist, wenn jeder nicht nur auf seine eigenen Bedürfnisse schaut, sondern zumindest auch ein Stück weit die anderen im Blick hat. Sich nur auf Gesetze zu berufen, wird da sicher nicht immer der richtige Weg sein.


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