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"Öko-Test": Kinderspielräder versagen im Test

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Öko-Test  

Kinderspielräder versagen im Test

19.05.2009, 12:46 Uhr | sca, dpa

Viele Kinderspielräder fielen beim "Öko-Test" durch.Viele Kinderspielräder fielen beim "Öko-Test" durch. (Bild: Imago)"Öko-Test" stellte Kinderspielräder auf den Prüfstand. Neun namhafte Produkte wurden nicht nur auf ihre Belastbarkeit sondern auch auf Schadstoffe gecheckt: Nur ein Fahrrad erhielt das Gesamt-Testurteil "gut", alle anderen wurden mit ausreichend, mangelhaft oder ungenügend bewertet. Der umfassende Test ist in der aktuellen Mai-Ausgabe von "Öko-Test" erschienen, diese ist momentan am Kiosk erhältlich. Wir fassen zusammen. #

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Fahrräder im Test

"Öko-Test" unterzog neun namhafte Kinderspielräder einer Prüfung, das sind Fahrräder mit Zwölf- bis 18-Zoll-Rädern, die von Kindern im Vorschulalter benutzt werden und nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Fast alle Kinderspielräder-Modelle versagten: Im Gesamturteil schnitten acht von neun Produkten mit ausreichend oder schlechter ab, eins sogar mit ungenügend. Zwei der Räder trugen das GS-Zeichen des TÜV. In dieses Urteil flossen zu 70 Prozent der Praxistest ein, der das Rad auf die Belastbarkeit und Tauglichkeit überprüfte, und zu 30 Prozent die Schadstoffprüfung. Nur das "Puky"-Fahrrad erhielt die Gesamtbewertung "sehr gut". Es bestand alle Härtetests mit Bravour.

Der Praxistest

Getestet wurde die Belastbarkeit unter anspruchsvoller Verwendung, denn Kinderräder werden meistens nicht gerade mit Vorsicht behandelt. Bleiben die Räder auch betriebsfest beim Fahren über "Stock und Stein" oder gegen Hindernisse, Hinschmeißen des Rades oder auch wenn ein zweites Kind mitfährt oder ein Erwachsener zum Spaß das Rad benutzt? Der Testsieger "Puky" bestand diesen Praxistest mit dem Urteil "sehr gut". Viele andere Räder schnitten mit befriedigend ab. Positiv bewerten die Tester, das alle Räder frei von scharfen Kanten waren und große Verstellbereiche hatten, so dass die kleinen Fahrer mit dem Rad mitwachsen können. Die Mängelliste betrifft unter anderem den Prallschutz am Lenkergriff, der bei zwei Dritteln der Räder nach dem Falltest durchgestoßen war. Das ist gefährlich, weil Kinder bei einem Sturz häufig mit dem Körper auf das Lenkrad fallen. Auch waren die Bremsen teilweise nicht kindgerecht, weil sie das Vorderrad blockieren und das Kind zu Fall bringen können.

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Die Schadstoffprüfung

Die Ergebnisse dieser Teilprüfung sind schnell zusammengefasst: Alle Räder schnitten mit "ungenügend" ab, weil sie zuviel Schadstoffe in Lenkergriffen, Sitzen und Aufprallschutz enthielten. So verwenden die Hersteller Weichmacher, um zum Beispiel die Lenkergriffe geschmeidiger zu machen, obwohl diese negative Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben und Nieren und Leber schädigen können. "Öko-Test" kritisiert, dass die Räder trotz dieser Belastungen verkauft werden dürfen, weil sie im Gegensatz zu Laufrädern nicht unter die Kategorie Spielzeug fallen.


Einige Ergebnisse im Detail

Das beliebte "Janosch Tigerenten-Rad" erhielt im Praxistest die Bewertung "mangelhaft", wegen eines durchgestoßenen Lenkergriffes, einer abgebrochenen Pedale und einer zu aggressiven Bremse. Das über den Otto-Versand zu bestellende Fahrrad "Mini Viper", 18 Zoll in blau-gelb schnitt im Praxistest ebenfalls mit "mangelhaft" ab, weil die Gabel zu stark verbogen, der Lenkergriff durchgestoßen, die Vorderbremse zu aggressiv und das Hauptrohr gebrochen war.

Reaktion der Hersteller

Als die Ergebnisse bekannt wurden, reagierten zwei der Hersteller umgehend. Die Firma Hercules zeigte sich erstaunt über die Ergebnisse, hat zunächst den Verkauf der Reststückzahlen eingefroren und im aktuellen Modelljahr nicht mehr im Programm. Auch die Firma Giant teilte "Öko-Test" mit, dass der Vertrieb im August 2008 eingestellt wurde. Beide Hersteller wollen sich aus dem Segment der "Unter-20-Zöller" zurückziehen, weil der Markt den Preis, den die Herstellung eines guten Rades koste, einfach nicht hergebe, so "Öko-Test" und der gewünschte Absatz nicht mehr erzielt werden könnte.

"Ohne Sinn und Verstand"

Problem ist, dass der Handel an Kinderräder nicht viel verdienen kann. Viele große Hersteller konzentrieren sich lieber auf Räder für Erwachsene , weil Kinderräder nur einen Anteil von drei Prozent am gesamten Fahrradmarkt ausmachen. Häufig suchen aber Vertriebe und Importeure - teilweise branchenfremd - im Kinderfahrradsegment ihre Chance. So werden die "Teile dann billig zusammengekauft und für 100 Euro oder weniger im Discounter verscherbelt", so der ADFC-Experte Gläser im "Öko-Test". Hergestellt werden diese häufig in Asien. Das Problem seien nicht die Produzenten, sondern die Einkäufer und Importeure, die "Räder ohne Sinn und Verstand" zusammenstellten. Der Kinderradhersteller Puky stellt da eine rühmliche Ausnahme. Die Spielräder werden zu 90 Prozent in Deutschland gefertigt und ausgiebig getestet, bevor sie auf den Markt kommen.

Fazit für Eltern

Auch wenn Kinder schnell wachsen und ein Fahrrad nicht allzu lange benutzen können, ist es sinnvoll, nicht am Geld zu sparen. Denn die billigen Räder weisen häufig erhebliche Sicherheitsmängel auf. Auch beim Fachhändler sollten Eltern eine ausführliche Beratung bekommen. So wird empfohlen, den Händler nach dem Hersteller des Rades zu fragen. Wenn dieser noch seinen Importeur fragen müsse, sei das kein gutes Zeichen. Beim Kauf sollten Eltern zum Beispiel auf einen möglichst geschlossenen Kettenschutzkasten, rutschsichere Pedalen, Rücktrittbremse und kindgerechte Vorderradbremsen und Sicherheitsgriffe mit Prallschutze achten.

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