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Streiks in Kitas: Erzieherinnen fordern bessere Bezahlung

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Erzieherinnen fordern bessere Bezahlung

08.02.2010, 08:30 Uhr | nak, t-online.de

Streiks in Kitas: Erzieherinnen fordern bessere Bezahlung. Streikankündigung im Kindergarten.

Viele Erzieherinnen streiken für mehr Geld. (Bild: dpa)

Unsere Kinder besuchen mit drei Jahren den Kindergarten, manche sogar schon früher. Für viele Mütter verknüpft sich dieser Zeitpunkt mit der Rückkehr in ihren Beruf, während der Nachwuchs halb- oder ganztags betreut wird. Doch wer kümmert sich tagsüber um die Kinder? Meist Frauen, die sich gerne mit Kindern beschäftigen: die Erzieherinnen. Heute wird wieder gestreikt und viele Kitas bleiben geschlossen. Die Erzieherinnen fordern eine bessere Bezahlung. Doch was steckt dahinter?

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Arbeitsalltag einer Erzieherin

An Erzieherinnen werden vielfältige Anforderungen in ihrem Arbeitsalltag gestellt. Zum einen arbeiten sie mit den Kindern, stehen aber auch unter Beobachtung der Eltern. Sie versuchen sogar familiäre Defizite durch Zuwendung und Förderung auszugleichen. Daneben spielen auch die Ausstattung und finanziellen Mittel der Kindertagesstätten eine Rolle. Viele Erzieherinnen beklagen zudem den oft hohen Geräuschpegel, der Dauerstress bedeutet. Von Seiten der Eltern entsteht außerdem der Anspruch, dass die Kinder nicht nur von den Erzieherinnen betreut, sondern auch gefördert werden. Trotzdem ist diese Tätigkeit nicht gerade übermäßig bezahlt. Erzieherinnen verdienen laut Tarifvertrag anfangs 2040,- Euro, nach siebzehn Berufsjahren dann 2864,- Euro monatlich.

Warnstreiks in vielen Bundesländern

An den Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligen sich auch viele Erzieherinnen. In Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und vielen weiteren Bundesländern bleiben heute viele Kindergärten geschlossen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissen (GEW) fordert mehr Personal und kleinere Gruppen in Kindergärten. "Durch die Umsetzung des Rechtsanspruchs für Zweijährige in diesem Jahr und für Einjährige im Jahr 2013 werden künftig immer mehr jüngere Kinder die Kindertagesstätten besuchen", so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. Die Kleinen benötigten ein größeres Maß an Aufmerksamkeit und Zuwendung, gleichzeitig sollten aber nicht die größeren Kinder vernachlässigt werden, so der Gewerkschaftler. Weiterhin fordert er kleinere Gruppen, "denn nur in kleinen Einheiten können Kinder von Anfang an individuell begleitet und gefördert werden", so Hammer.

Bezahlung macht Beruf wenig attraktiv

Noch sieht die Realität anders aus. Erzieherinnen haben mit rund fünf Jahren eine relativ lange Ausbildungszeit. Die mäßige Bezahlung macht den Beruf nur wenig attraktiv. Viele Erzieherinnen verdienen in ihrer Freizeit noch dazu. Ein Nebenjob im Supermarkt oder als Babysitter ist keine Seltenheit. So habe der Beruf gerade für Männer als Haupternährer der Familie finanziell keinen Anreiz, so Gaby Kapol, stellvertretende Leiterin der Kita "Spatzennest" im rheinland-pfälzischen Bodenheim. Auch sei der Praxisbezug in der Ausbildung zur Erzieherin noch nicht ausreichend. "Es gibt noch immer Unterschiede zwischen der Ausbildung und der Praxis", so Kapol. Viele Gründe, warum auch heute wieder viele Erzieherinnen auf die Straße gehen, um sich an den Warnstreiks zu beteiligen. Sie fordern eine bessere Honorierung ihrer Tätigkeit.


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