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Erziehung: Wenn Kinder das Fluchen erforschen

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Fäkalsprache und Schimpfwörter bei Kindern  

"Du doofe Furzkuh"

23.09.2016, 12:59 Uhr | dos, Sophia Weimer, dpa-tmn, t-online.de

Erziehung: Wenn Kinder das Fluchen erforschen. Fluchen befreit die Seele - das nutzen auch schon kleine Kinder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fluchen befreit die Seele - das nutzen auch schon kleine Kinder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alle Erwachsenen tun es – finden aber, dass Kinder nicht fluchen dürfen. Dabei kann der Gebrauch von Schimpfwörtern ein Ventil für aufgestaute Gefühle sein und auch nach einem Schreck die Spannung abbauen, sagen Schimpfwort-Forscher. Aber natürlich gibt es Grenzen, die Kinder lernen müssen.

Schon kleine Kinder werfen manchmal mit Kraftausdrücken um sich. Sie gehen kreativ mit der Sprache um und probieren gerne Neues aus. Auch was Schimpfwörter betrifft, sind sie kleine Forscher: "Pupsi", "Pipi-Popo", "Kaka-Arschi", besonders Wörter aus der Fäkalsprache haben es den Kleinen angetan. Viele Eltern reagieren entsetzt, vor allem wenn die "schmutzigen Wörter" an sie selbst gerichtet sind.

Für Kinder kann das eine interessante Erfahrung sein: Ein einziges Wort - und schon hat es den überlegenen Erwachsenen aus der Ruhe gebracht. Dieser Erfolg kann leicht dazu führen, dass ein Kind noch mehr von den mächtigen Wörtern austesten möchte. Spätestens im Kindergarten hat es eine große Auswahl an Flüchen und Schimpfwörtern. Und von den Eltern und anderen Erwachsenen lernt es, dass man seiner Wut mit saftigen Flüchen Luft machen kann.

Ruhe bewahren, wenn Kinder fluchen

An gewisse Regeln müssen sich aber schon Vierjährige halten, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. "Wichtig ist, auch bei kleinen Kindern nicht über Schimpfwörter zu lachen", rät die Expertin. Besser sei, etwas zu sagen wie: "Es ist okay, wenn du sauer bist - aber nicht so." Sie empfiehlt, das Kind das eigene Verhalten reflektieren zu lassen - etwa mit dem Satz "Stell' dir vor, jemand sagt so etwas zu dir".

Aber sollte man dem Kind die Bedeutung des Schimpfwortes erklären? Das kommt auf das Alter an, erklärt Große Perdekamp. Ein Vierjähriger könne mit der Bedeutung des Wortes "Hurensohn" beispielsweise nichts anfangen. Dann sei es besser zu sagen: "Das ist ein schlimmes Wort, und es tut mir weh, wenn du das zu mir sagst."

Klare Grenzen ziehen

Doch Schimpfwort ist nicht gleich Schimpfwort. Wenn aus dem "Pupsi" ein "Fettsack" oder gar ein "Spasti" wird, hört der Spaß auf. So entlockt es möglicherweise zwar manchen Erwachsenen ein heimliches Schmunzeln, wenn ein Dreijähriger "du Furzkuh" sagt, aber bestimmt bleibt kein Elternteil gelassen, wenn ein Jugendlicher ihn mit "fick dich" beschimpft. Grenzen sollten innerhalb der Familie klar festgelegt werden.

Eltern sollten den Kindern Vorbild sein, keine Schimpfwörter nutzen und ihm andere Wege aufzeigen, sich bei Frust und Wut auszudrücken. "Die Gefühle sollten nicht unterdrückt oder verboten werden, Kinder dürfen zum Beispiel sagen 'Ich bin total sauer, weil....'", sagt Große Perdekamp. Der Nachwuchs muss aber auch lernen, manches schlicht zu akzeptieren.

Wer seinem Kind die Möglichkeit geben will, sich verbal abzureagieren, wenn es sich über etwas geärgert hat, kann es zum Beispiel zum Schimpfen in sein Zimmer schicken. Sich gemeinsam lustige und kreative Schimpfwörter auszudenken, wie "du klobrillenschleckender Gesichtselfmeter", hilft vielleicht dabei, der kindlichen Faszination für Kraftausdrücke nachzukommen.

Zur Not eine Auszeit nehmen

Beschimpft ein Jugendlicher Mutter oder Vater im Streit heftig, machen Erklärungen in der Regel keinen Sinn. Dann ist es oft am sinnvollsten, die Situation erst mal zu verlassen und zu sagen: "Stopp, wir klären das später, wenn wir uns beruhigt haben."

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