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Kleine auf großer Tour: Mit der Kindergartengruppe verreisen

23.03.2011, 12:22 Uhr | dpa-tmn

Kleine auf großer Tour: Mit der Kindergartengruppe verreisen. Kinder auf Reisen und wie man sie daran gewöhnt. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Kinder auf Reisen und wie man sie daran gewöhnt. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Den Rucksack gepackt und los: Schon im Kindergarten werden Reisen unternommen. Viele Eltern stehen solchen Fahrten skeptisch gegenüber. Mit Vertrauen in ihre Erzieher und stärkenden Eltern im Rücken, können kleine Kinder aber von der Trennung auf Zeit profitieren. Die erste Reise kann und sollte mit Kindern trainiert werden.

Drei Tage unterwegs

Sie sieht so verloren aus, denkt die Mutter mit einem Kloß im Hals, als sich Alina noch einmal umdreht und Mama zuwinkt. Die Vierjährige, eingepackt in Regenjacke und Gummistiefel, stapft an der Hand ihrer Erzieherin unverdrossen in Richtung S-Bahn. Gleich wird sie weg sein: Für drei Tage allein unterwegs mit ihren Kameraden aus dem Kindergarten und den Erziehern.

Vertrauen zu den Betreuern

"Ist das nicht viel zu früh in diesem Alter?", fragen sich zweifelnd manche Eltern. In Abwägung der individuellen Voraussetzungen, bei genügend Personal und einem vertrauensvollen Verhältnis zu den Betreuern kann eine Kindergartenreise für alle eine tolle Erfahrung sein, sagen Experten.

Es muss individuell entschieden werden

"Ob und wann ein Kind in der Lage ist, ein paar Tage mit seiner Kindergartengruppe zu verreisen, lässt sich nicht an einem bestimmten Alter festmachen", sagt Renate Niesel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Es hänge sehr vom einzelnen Kind und dessen Vorerfahrungen ab.

Mittagsschlaf im Kindergarten gibt Hinweis

Für Luci Schulze, Erzieherin in einem Hamburger Kinderladen, ist eine gute Voraussetzung gegeben, wenn sich das Kind im Kindergarten eingewöhnt hat und dort auch seinen Mittagsschlaf hält. Generell abraten würden beide von einer Reise, wenn Kinder gesundheitlich angeschlagen sind oder gerade eine Trennungssituation in der Familie erleben.

Bezugspersonen sind sehr wichtig

Für Psychologin Niesel spielt das Verhältnis zwischen Kindern und Erziehern für das Gelingen einer solchen Reise eine entscheidende Rolle. Wichtig sei, dass die Bezugsperson, die mitfährt, für die Kinder eine Vertrauensperson ist. "Wenn das Kind in eine Stresssituation gerät, eine Trennung von den Eltern ist ja Stress, dann ist diese Person für das Kind eine sichere Basis."

Auch die Gruppengröße und den Betreuungsschlüssel hält sie für wesentlich. So sei eine zentrale Frage: Kann jedes Kind jederzeit auf einen Schoß klettern, wenn ihm danach ist?

Außer-Haus-Schlafen muss trainiert sein

Der Ort der Reise sollte so gewählt sein, dass Eltern ihre Kinder im Bedarfsfall in kurzer Zeit abholen können, rät die Entwicklungspsychologin Hellgard Rauh aus Potsdam.

Auf jeden Fall sollten die Kinder auf der Reise nicht zum ersten Mal in einer anderen Umgebung übernachten. "So etwas muss geübt sein", sagt die ehemalige Universitätsprofessorin. Kinder können das Außer-Haus-Schlafen trainieren: Bei Oma und Opa etwa oder bei einem Freund oder einer Freundin. Auch ein "Sleep-In" im Kindergarten mache viel Spaß und sei eine gute Vorbereitung.

Tagesablaufplan der Reise

Weiterhin empfehlen die Experten, mit den Kindern im Vorfeld den Ablauf der Reise möglichst konkret zu besprechen. Es sei wichtig, Vertrautheitspunkte zu setzen, die die Kinder dann tatsächlich auch erleben können, erklärt Professor Hellgard Rauh. "Am ersten Abend essen wir Pizza, und am nächsten Tag fahren wir mit einer Kutsche, darunter könnten sich Kinder etwas vorstellen", ergänzt Luci Schulze.

Gespräche mit Erziehern von Vorteil

Auch für Mütter und Väter ist es wichtig, im Vorfeld einer Reise ihre Gefühle und möglichen Befürchtungen auf einem Elternabend oder in Gesprächen mit den Erziehern äußern zu können. "Für die Eltern ist die Trennung eine intensive Erfahrung", sagt Renate Niesel. Allerdings, so die Psychologin, ist es nicht förderlich, wenn Eltern ihren Kindern den Trennungsschmerz zeigen.

Positive Anreize vermitteln

Hilfreicher sei es, den Sprösslingen mit auf den Weg zu geben: "Ich freue mich schon darauf, was du alles erleben und mir hinterher erzählen wirst."

Leistungsdruck ist nicht der richtige Weg

Auf keinen Fall sollten sich Eltern unter Leistungsdruck gesetzt fühlen, ihr Kind mit auf eine Reise zu schicken. "So ein Angebot sollte als Angebot wahrgenommen werden und nicht als Erziehungsziel unter dem Motto 'Mein Kind muss das jetzt können'", findet Hellgard Rauh. In dieser Altersgruppe könne man sowieso nie sicher sein, dass es klappt, ist auch Renate Niesel überzeugt: "Es kann passieren, dass ein Kind erst begeistert mitfahren möchte und dann, wenn es konkret wird, einen Rückzieher macht."

Optionen für das Kind offen lassen

Sie rät Eltern und Erziehern verständnisvoll darauf zu reagieren und das Kind keinesfalls zu überreden. "Man muss dem Kind Angst vor der eigenen Courage zugestehen, und zwar ohne, dass es sich schämen braucht." Rauh fordert deshalb, dass auch für Kinder, die zu Hause bleiben, ein attraktives Angebot geschaffen wird. Schließlich solle sich kein Kind bestraft fühlen, wenn es an einer solchen Reise noch nicht teilnehmen möchte.

Vertrauen in die Kinder setzen

Luci Schulze, die seit vielen Jahren mit Kindergartenkindern verreist, hat im Gegenzug aber auch immer wieder erlebt, dass Eltern ihren Kindern zu wenig zutrauen. "Kinder sind oft viel stabiler als ihre Eltern denken", beobachtet sie. Letztlich müssten die Eltern das entsprechende Vertrauen in ihre Kinder und in die Erzieher haben und einen Sinn in der Reise sehen.

Kinder lernen mehr Harmonie auf Reisen

Der liegt für sie auf der Hand: "Die Kinder erleben eine neue Art des Zusammenlebens, und das in schöner Umgebung. Sie lernen sich besser kennen, leben intensiver miteinander." Oft sei das Zusammensein auf einer solchen Reise harmonischer und weniger störanfällig als der Alltag im Kindergarten. "Und ich beobachte, dass die Kinder so etwas wie Stolz erleben. Sie kehren von der Haltung her anders von so einer Reise zurück, irgendwie aufrechter."

 

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