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Lauflernhilfen können zur tödlichen Falle werden

18.07.2011, 14:55 Uhr | sca; rev, t-online.de, dpa

Lauflernhilfen können zur tödlichen Falle werden. Lauflernhilfen können Kinder sogar in Lebensgefahr bringen. (Bild: imago)

Lauflernhilfen können Kinder sogar in Lebensgefahr bringen. (Bild: imago)

Eltern sollten für ihre Kleinkinder keine Lauflernhilfen kaufen. Immer wieder kommt es mit den Geräten zu schlimmen Unfällen. Darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" hin. Bei den Lauflernhilfen sitzen Kinder ab sechs Monaten in einem Sitz, der an einem Gestell auf Rollen befestigt ist. Auf Zehenspitzen können die Kleinkinder dann durch die Gegend laufen - wegen der Rollen zum Teil mit hoher Geschwindigkeit. Unfälle drohen, weil die Kinder über Türschwellen stolpern, die Treppe hinunter fallen oder mit gefährlichen Gegenständen in Berührung kommen.

Jedes zweite Kind kommt in eine Lauflernhilfe

Kinder müssen gefördert werden, das wissen heute alle Eltern und der Druck ist groß, den Kindern die richtige Unterstützung zukommen zu lassen. Rund die Hälfte der Kinder wird ab einem Alter von sechs Monaten in Plastik-Lauflernhilfen gesetzt, in der Hoffnung so die motorische Entwicklung der Kinder zu fördern oder zu beschleunigen. Manchmal aber auch einfach, damit der Nachwuchs beschäftigt ist und die Eltern einen Moment für sich haben.

"Das gefährlichste Verwahrgerät im Säuglingsalter"

In den Gestellen können die Kinder sich halb sitzend, halb stehend strampelnd fortbewegen. Die motorische Entwicklung der Kleinkinder wird dadurch eher erschwert als erleichtert. Auch wird vermutet, dass diese Haltungsschäden im Erwachsenenalter begünstigen.

"Eltern und Großeltern, die glauben, sie tun ihrem Nachwuchs etwas Gutes, wenn sie ihnen derartige Geräte schenken, täuschen sich", betont Dr. Jörg Schriever vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. "Jedes Kind lernt laufen. Dazu benötigt es seine ganz persönliche, individuelle motorische Entwicklungszeit", so Schriever weiter. "Der Glaube, die Bewegungsentwicklung durch die fälschlicherweise so genannten Lauflernhilfen zu fördern oder zu beschleunigen, ist ein Irrtum. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Lauflernschulen Vorteile bieten. Im Gegenteil, der 'Gehfrei' ist das gefährlichste Verwahrgerät im Säuglingsalter.“

Das sind die Risiken

Laut Kindersicherheitsexperten kommt es in Deutschland aufgrund von Lauflernhilfen zu etwa 6000 Unfällen. Betroffen sind vorwiegend kleine Kinder zwischen sechs und zwölf Monaten.

Das macht die Geräte so gefährlich für die Kleinen:

  • in den Geräten bewegen sich Kleinkinder deutlich über ihre altersspezifischen Fähigkeiten hinaus

  • die Kids erreichen mit Babywalkern und Co. eine unnatürlich hohe Geschwindigkeit von bis zu zehn Kilometern pro Stunde

  • die Kinder gelangen mit den Geräten häufiger in für sie besonders gefährliche Bereiche: die Folge sind Stürze über Türschwellen, über auf dem Boden liegende Gegenstände und insbesondere Treppenstürze - Verletzungen von harmlosen Schürfwunden bis hin zu lebensbedrohlichen Schädelbrüchen können nicht ausgeschlossen werden

  • durch die Lauflernhilfen kommen Kinder zudem auch an höher liegende Gegenstände und können zum Beispiel auch leichter an Kabeln von Elektrogeräten ziehen: das kann letztendlich die Ursache von Verbrühungen, Verbrennungen oder auch Vergiftungen sein, wenn die Kinder so in Kontakt mit Medikamenten oder Zigaretten kommen

Die meisten Unfälle rühren daher, dass die Geräte instabil sind oder auf unebenen Flächen umkippen. Die Sicherheitsnorm der EU (EN 1273) sieht deshalb Stabilitätsprüfungen und andere Maßnahmen vor, die das Umkippen der Hilfen verhindern sollen.

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