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Fernsehen für Kleinkinder: so schädlich ist es

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So sehr schadet das Fernsehen Kleinkindern

18.10.2011, 13:40 Uhr | Pressetext, dpa

Fernsehen für Kleinkinder: so schädlich ist es. Zu viel Fernsehen schadet der Sprachentwicklung. (Foto: imago)

Zu viel Fernsehen schadet der Sprachentwicklung. (Foto: imago)

Selbst wenn TV-Programme und Videos Lerneffekte versprechen - die Entwicklung von Kleinkindern fördern sie nicht. Studien zeigen: Viele Stunden vor dem Fernseher können die Sprachentwicklung hemmen. Freies Spielen fördert Kleinkinder nach Angaben von US-Experten mehr als Fernsehprogramme und Videos mit angeblichem Lerneffekt. "Kleine Kinder lernen am besten durch Interaktion mit Menschen und nicht vor dem Bildschirm", betonen Kinderärzte. Die Amerikanische Akademie für Pädiatrie (AAP) hat eine Erklärung veröffentlicht, die frühere Warnungen vor elektronischen Medien in den ersten Lebensjahren noch verschärft.

Die AAP-Erklärung stützt sich auf gut 50 Studien, die sich seit 1999 mit den Auswirkungen von Fernsehen und Videos auf Kinder unter zwei Jahren befassten. Der Akademie gehören nach eigenen Angaben 60.000 Kinderärzte und -chirurgen in den USA an.

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Viele Eltern halten mit Fernsehen ihre Kinder bei Laune

Nach Angaben der Akademie ist die Gefahr groß, Kleinkinder mit Hilfe elektronischer Medien zu beschäftigen. Denn das Angebot mobiler Geräte werde immer größer. Bei einer US-Umfrage gaben laut AAP kürzlich 90 Prozent der Eltern zu, ihren Nachwuchs schon vor dem zweiten Geburtstag mit elektronischen Medien bei Laune zu halten.

Viele Dreijährige haben eigenen Fernseher

Jedes dritte Kind ab drei Jahren habe einen Fernseher im Zimmer. "Wenn Kinder in den ersten Lebensjahren viel vor einem Bildschirm sitzen, sind sie beim Schulstart eher sprachlich gehemmt", erläutert die federführende Autorin, Ari Brown.

In Deutschland werden entsprechende Daten zu dieser Altersgruppe erst in der laufenden Kiggs-Studie erhoben. Anlass dazu gab eine Untersuchung von Robert Schlack bei 10.000 Schulanfängern aus dem Jahr 2005. "Bei drei Stunden Fernsehkonsum pro Tag erhöht sich die Quote der Sprachstörungen bei Schuleintritt um 50 Prozent. Bei über vier Stunden verdoppeln sich die grobmotorischen Auffälligkeiten sowie auch die visumotorischen Probleme", berichtet Schlack, der am Robert-Koch-Institut tätig ist.

Je kleiner das Kind desto schlimmer die Auswirkungen

"Je kleiner Kinder sind, umso schlechter wirkt Fernsehen auf sie", bestätigt Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in einem Interview. Extrem sei dies bei Säuglingen, die noch in der Babyschale vor den Fernseher gestellt werden und sich nicht selbst wegbewegen können. Statt Lerneffekte gebe es hier nur Schäden. "Das Gehirn eines Babys braucht sofortige Rückkoppelung. Damit es lernen kann, müssen Eltern nicht nur feinfühlig, sondern auch sofort auf das Kind eingehen, wenn es etwa schreit oder weint. Ein Fernseher reagiert jedoch nie", erklärt die Psychologin.

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Verhaltensstörungen durch Fernsehen

Sorge bereitet den Ärzten auch, dass Kleinkinder zu unruhigem Schlaf neigen, wenn sie vor dem Schlafengehen noch Fernsehen geschaut haben. "Der Schlafmangel kann zu Verhaltensstörungen und gesundheitlichen Problemen führen", sagt Brown. Aufschluss über mögliche Langzeitschäden soll eine neue Studie geben, die über 20 Jahre den Einfluss elektronischer Medien auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verfolgt.

Laufender Fernseher stört Konzentration

Die AAP greift auch den TV-Konsum der Eltern an. Selbst wenn die Kleinen spielten, während der Fernseher läuft, sei ihre Konzentration gestört. Die Eltern sollten sich stattdessen lieber um ihren Nachwuchs kümmern.

Kinder nicht die Fernbedienung überlassen

Eltern sind somit in einer Zwickmühle. "Keine Familie verzichtet auf den Fernseher, sobald Kinder kommen. Man muss deshalb den Schaden begrenzen", rät Becker-Stoll. Für die Expertin bedeutet das ein gemeinsames Fernsehen auf dem Schoß der Eltern mit Erklärungen zum Gesehenen sowie die kindgerechte Auswahl eines Programms. "Diese besteht nie, wenn 20-Minuten-Werbeblöcke bloß von wenigen Programmminuten unterbrochen werden, denn Kinderwerbung ist immer hochsuggestiv. Selbst Fünfjährigen sollte man deshalb nie die Fernbedienung überlassen."

Vorlesen als bessere Alternative

Als weitaus bessere Alternative empfiehlt die Münchner Psychologin das Vorlesen, das sogar im Alter von wenigen Monaten bereits beginnen kann. Die US-Kindermediziner raten zum freien Spiel, bei dem Kinder auf eigene Faust lernen, kreativ zu denken, Probleme zu lösen, ihre Motorik zu entwickeln und sich selbst zu beschäftigen. "Kinder lernen am besten von Menschen, nicht von Bildschirmen", so ihr Resümee.

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