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Kinderreport 2012: Kinder sollen in der Kita mitbestimmen

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Kinderreport 2012: Schon die Kleinsten sollen in der Kita mitbestimmen

20.04.2012, 15:52 Uhr | tze, dpa

Kinderreport 2012: Kinder sollen in der Kita mitbestimmen. Wir sagen, was gemacht wird - Kinder sollen schon in der Kita mitbestimmen können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wir sagen, was gemacht wird - Kinder sollen schon in der Kita mitbestimmen können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinderkonferenzen, Kinderräte, Kinderparlamente: Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) fordert mehr Mitbestimmungsrechte für Kinder in Kindertagesstätten. Die Beteiligung an Entscheidungen mache schon Kleinkinder selbstbewusster und gelassener in belastenden Situationen. Damit hätten sie bessere Chancen, soziale Nachteile und Armut zu überwinden.

Mitbeteiligung hilft Kindern aus der Armutsfalle

"Die frühe Beteiligung von Kindern kann den Kreislauf der Vererbung von Armut durchbrechen", sagte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, bei der Vorstellung des "Kindereports Deutschland 2012" in Berlin. Die Grundlage für diese These ist eine Studie, die das Kinderhilfswerk der Fachhochschule Erfurt in Auftrag gegeben hat. Sozialwissenschaftler untersuchten in zwölf Kitas in unterschiedlichen Sozialmilieus den Zusammenhang von Mitbestimmung und Resilienz - das ist der Fachbegriff für die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen.

Kinder mitreden lassen statt Eltern Betreuungsgeld zahlen

Wenn Kinder bereits im Kindergarten mitreden dürften, mache sie das stark, betonte der Autor der Studie, Professor Ronald Lutz. "Sie erfahren, dass sie was erreichen können." Die Studie sei ein scharfes Argument gegen das umstrittene Betreuungsgeld. Denn gerade für Kinder aus sozial schwachen Familien, wo das Geld nach Einschätzung mancher Experten landen würde, sei die Kita ein wichtiger Bildungsort. Auch DKHW-Präsident Krüger sprach sich gegen das Betreuungsgeld aus.

Kita-Verfassung ausarbeiten

Schon die Kleinsten seien Experten für die eigenen Angelegenheiten, meint Krüger. Es gebe vielfältige Möglichkeiten, die Kleinen im Kita-Alltag mitreden zu lassen, beispielsweise durch Kinderkonferenzen, Kinderräte oder Kinderparlamente. Am besten sei eine Kita-Verfassung, in der Kinderrechte, Entscheidungswege und Entscheidungsgremien festgeschrieben würden. Krüger verweist auf die UN-Kinderrechtskonvention, in der das Mitbestimmungsrecht von Kindern verbrieft ist. Kindertageseinrichtungen hätten einen Bildungsauftrag, der auch die Demokratieförderung umfasse. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert entsprechende Weiterbildung für Erzieher und Erzieherinnen.

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