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Kita-Ausbau: Bundesweit fehlen noch 220.000 Kita-Plätze

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Kita-Ausbau: Bundesweit fehlen noch 220.000 Kita-Plätze

06.11.2012, 13:51 Uhr | dapd, AFP, t-online.de, dapd

In Deutschland fehlen rund 220.000 Kita-Plätze

Sehen Sie, warum das ab August 2013 zu Problemen führen könnte.

Kann das ab August 2013 zu Problemen führen?


Erst fehlten 160.000 Kita-Plätze für Kleinkinder, jetzt sollen es sogar 220.000 sein. Fest steht: Es ist unmöglich, dass die Städte und Gemeinden diese Lücke schließen können, bis im August der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt. Der Kita-Ausbau muss extrem beschleunigt werden. "Die Zahlen sind ernüchternd", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Kinder von ein bis unter drei Jahren haben vom 1. August 2013 an einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kinderkrippe, einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Der Anspruch gilt bundesweit. Insgesamt sollen für 39 Prozent der Kinder Plätze zur Verfügung stehen. Dabei gelten für Ost und West verschiedene Quoten: In den neuen Bundesländern werden 51 Prozent, für die alten 37 Prozent angestrebt.

Utopisches Ziel: 780.000 Kita-Plätze für Kleinkinder

Um wie verabredet bis August 2013 Betreuungsangebote für 780.000 Ein- und Zweijährige zu schaffen, müssten noch rund 220.000 Plätze entstehen. Diese Zahl hat das Statistische Bundesamt jetzt vorgelegt. Der Städte- und Gemeindebund hatte im Sommer gemeldet, dass noch 160.000 Kita-Plätze fehlen. Dass diese Zahl niedriger liegt als die nun veröffentlichte Zahl des Statistischen Bundesamtes erklärt sich aus den unterschiedlichen Stichtagen der Berechnung. Die Berechnungen der Behörde beziehen sich auf den 1. März 2012 und jene des Städtetags auf den 1. August 2012.

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Familienministerin fordert Länder und Städte zum Handeln auf

Bundesfamilienministerin Schröder (CDU) forderte die Länder und Kommunen zum Handeln auf. Sie verwies aber auch darauf, dass die Zahlen des Statistischen Bundesamts schon ein halbes Jahr alt seien. Seitdem habe die Ausbaugeschwindigkeit wegen des öffentlichen Drucks "deutlich zugenommen", in den vergangenen Monaten seien fast 260 Millionen Euro Bundesgelder für den Kita-Ausbau bewilligt worden.

Haben Länder den Kita-Ausbau schöngerechnet?

Schröder kritisierte die Diskrepanz zwischen den von den Ländern übermittelten Angaben und den Erhebungen der Statistiker zum Kita-Ausbau. In Nordrhein-Westfalen etwa habe das Land über 20.000 mehr Plätze gemeldet als von den Statistikern bestätigt. Sie forderte die Länder auf, hier Klarheit zu schaffen, und bekräftigte ihre Forderung nach einer Berichtspflicht über den Stand des Kita-Ausbaus. "Wir müssen alles tun, um den Eltern ihre Sorgen und Ängste zu nehmen."

Erst 27,7 Prozent der Kinder unter drei haben einen Betreuungsplatz

Zum 1. März 2012 wurden 558.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Das waren 44.000 Kinder mehr als im Vorjahr. Im März dieses Jahres wurden damit 27,6 Prozent aller Kinder unter drei Jahren außerhalb des Elternhauses betreut. "Der Zuwachs muss binnen 18 Monaten damit stärker ausfallen als in den letzten vier Jahren insgesamt", sagte der Direktor des Statistischen Bundesamts, Karl Müller.

Eine gute Nachricht hatten die Statistiker für die Betreuung der Drei- bis Fünfjährigen zu vermelden. Hier gebe es bundesweit "fast eine Vollversorgung", sagte Müller. 93,4 Prozent aller Kinder von drei bis fünf Jahren gehen in eine Kita oder zur Tagesmutter. Die Unterschiede zwischen Ost und West sind dabei gering.

Niedrigste Betreuungsquote in Nordrhein-Westfalen

Bei den Kindern unter drei Jahren sind die regionalen Unterschiede allerdings enorm. Während 57,5 Prozent der unter Dreijährigen in Sachsen-Anhalt einen Betreuungsplatz haben, sind es in Nordrhein-Westfalen lediglich 18,1 Prozent. Sämtliche ostdeutschen Länder haben eine deutlich höhere Quote als die westdeutschen. Der weitere Ausbaubedarf konzentriert sich daher laut Müller "ausschließlich auf Westdeutschland" - und das, obwohl dort seit dem Krippengipfel von Bund, Ländern und Gemeinden im Jahr 2007 zum Teil viele neue Plätze geschaffen wurden. Den höchsten Zuwachs gab es in Schleswig-Holstein: Hier stieg die Betreuungsquote binnen fünf Jahren um 16 Punkte auf 24,2 Prozent.

Zu wenige neue Tagesmütter und -väter

Nicht erfüllt wurden insgesamt die gesetzlich festgelegten Pläne für den Ausbau der Kindertagespflege. 30 Prozent der neuen Betreuungsplätze sollten bei Tagesmüttern und -vätern entstehen. Tatsächlich waren es laut der Statistik aber nur rund 20 Prozent.

Der Deutsche Städtetag geht angesichts der Zahlen davon aus, dass die Ziele für den Ausbau der Betreuungsplätze zum Teil verfehlt werden. "In einer Reihe von Kommunen wird sich der Rechtsanspruch zum Sommer 2013 erfüllen lassen, doch trotz aller Anstrengungen werden in einem Teil der Städte Lücken bleiben", sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus.

Er warnte vor Klagen von Eltern ab dem kommenden Sommer, die keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder finden. "Bund und Länder stehen hier mit in der Pflicht, mögliche Klagewellen und Schadenersatzansprüche zu verhindern", sagte er.

Schröder: "Am Rechtsanspruch wird nicht gerüttelt."

Familienministerin Schröder wies Forderungen der Kommunen nach einer flexiblen Umsetzung des ab August 2013 geltenden Rechtsanspruchs für unter Dreijährige zurück. "Am Rechtsanspruch wird nicht gerüttelt." Dieser sei das stärkste Mittel, um Tempo in den Kita-Ausbau zu bekommen. Nach Schröders Angaben laufen derzeit auch noch Verhandlungen mit den Ländern über die Bereitstellung von Bundeshilfen in Höhe von 580 Millionen Euro.

Betreuungsquoten in den Bundesländern

Rang

Bundesland

Betreuungsquote in Prozent

1

Sachsen-Anhalt

57,5

2

Mecklenburg-Vorpommern

53,6

3

Brandenburg

53,4

4

Thüringen

49,8

5

Sachsen

46,4

6

Berlin

42,6

7

Hamburg

35,8

8

Rheinland-Pfalz

27,0

9

Schleswig-Holstein

24,2

10

Hessen

23,7

11

Baden-Württemberg

23,1

12

Bayern

23,0

13

Niedersachsen

22,1

14

Saarland

22,1

15

Bremen

21,2

16

Nordrhein-Westfalen

18,1

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