07.12.2012, 15:11 Uhr | dpa
Verbrennungen bei Kleinkindern: Backofen und Herd sind zwei von vielen Gefahrenquellen. (Quelle: imago)
Brennende Kerzen, heiße Getränke, Plätzchenbäckerei, Kaminfeuer und Silvesterfeuerwerk - für Kleinkinder hat wieder eine gefährliche Zeit begonnen, denn im Winter häufen sich Verbrennungen. Generell nehmen Brandverletzungen bei kleinen Kindern zu, berichtet eine Ärztin einer Spezialklinik für brandverletzte Kinder in Hannover. Babys können schon durch eine Tasse Tee lebensbedrohlich verletzt werden.
Sie verbrühen sich mit kochendem Wasser, verbrennen sich beim Zündeln oder erleiden Stromschläge - trotz Aufklärungskampagnen bleibt die Zahl der Brandverletzungen bei Kindern konstant, bei den unter Einjährigen steigt sie sogar. Die Gründe dafür sind vielschichtig. "Möglicherweise sind Eltern zunehmend überfordert, es gibt aber auch Technologien, die es früher nicht gab. Heute hat zum Beispiel jeder einen Wasserkocher", sagte die Kinderchirurgin Mechthild Sinnig aus Hannover im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Sinnig ist Oberärztin im Zentrum für brandverletzte Kinder im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Die Einrichtung ist die einzige ihrer Art in Niedersachsen. Bundesweit gibt es nur wenige Spezialkliniken. Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 30.000 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren mit Brandverletzungen ärztlich versorgt, davon müssen rund 6000 im Krankenhaus und etwa 1500 in Spezialkliniken behandelt werden. In den Großstädten steige die Zahl der Unfälle trotz aller Präventionsmaßnahmen, sagte Karin Rothe, Direktorin der Klinik für Kinderchirurgie an der Berliner Charité.
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In Hannover sind fast 80 Prozent der Patienten unter vier Jahre alt. Gerade wenn Kinder zu laufen beginnen, drohen viele Gefahren im Haushalt - etwa Kamine oder heiße Backöfen. Die große Mehrheit komme mit Verbrühungen, berichtete Sinnig. "Bei elektrischen Geräten wie den Wasserkochern ist die Industrie gefragt, sicherere Modelle anzubieten. Häufig ziehen Kinder am Kabel. Sicherer wären kürzere Kabel und Deckel, die sich nicht von allein öffnen."
Bei Babys ist schon die Verbrennung von zehn Prozent der Haut lebensbedrohlich. Bereits eine Tasse mit heißem Kaffee oder Tee kann 30 Prozent der Körperoberfläche verbrühen. "Große Probleme bereiten immer die Schuldgefühle der Eltern oder Aufsichtspersonen, die meist nur für Sekunden nicht aufgepasst haben oder sich der Gefahr nicht bewusst waren", sagte Sinnig. Häufig sind etliche komplizierte Folgeoperationen notwendig, Narben von Verbrennungen bleiben ein Leben lang und können allenfalls durch intensive Hautpflege gemindert werden.
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Quelle: dpa
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