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Wenn Samenspender zum Glück verhelfen

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Ausweg Samenspende: "Als Mann fühlt man sich sehr schwach!"

25.02.2013, 11:37 Uhr | Marius Johnen, dapd

Wenn Samenspender zum Glück verhelfen. Samenspender: Etwa 1000 Kinder werden in Deutschland jährlich dank Samenspende geboren. (Quelle: dapd)

Etwa 1000 Kinder werden in Deutschland jährlich dank Samenspender geboren. (Quelle: dapd)

Der kleine Paul und seine Eltern Thomas und Maren (Namen geändert) wirken eigentlich wie eine ganz normale junge Familie. Der Zweijährige lacht schüchtern, Thomas hält ihn liebevoll im Arm und Maren steht glücklich daneben. Doch Paul ist ein besonderes Kind: Er ist durch eine Samenspende eines fremden Mannes entstanden - Thomas ist also nicht der biologische Vater. Für den 27-Jährigen ist das inzwischen kein Problem: "Ich liebe ihn über alles", sagt Thomas und fügt hinzu: "Für mich ist er wie mein eigenes Kind."

Für viele Paare ist die Belastung zu groß

Rund 1000 Kinder werden jährlich in Deutschland aufgrund einer Behandlung mit Spendersamen geboren. Etwa 50 davon entstehen im Kinderwunschzentrum von Dr. Robert Emig in Mainz. Seit 2004 hilft der Reproduktionsmediziner Paaren oder alleinstehenden Frauen, Kinder zu bekommen. Oft sind es schon einfache Verfahren wie die Zyklusüberwachung, die zu dem gewünschten Ergebnis führen. Doch in manchen Fällen sind aufwendigere Therapien unumgänglich. "Das ist für viele Paare sehr belastend. Manche verlieren schnell die Nerven und geben auf", berichtet Emig.

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"Als Mann fühlt man sich sehr schwach"

Auch für Thomas und Maren war der Weg zur Entscheidung für den Spendersamen hart. Nach mehreren vergeblichen Versuchen der künstlichen Befruchtung mit Thomas' Samen waren sie zutiefst deprimiert. "Da geht man innerlich total kaputt", erklärt Maren. Nach vielen langen Gesprächen entschlossen sie sich schließlich für einen Samenspender. Für Thomas nicht einfach: "Als Mann fühlt man sich da anfangs sehr schwach", berichtet er. Doch der Kinderwunsch war am Ende ausschlaggebend. "Wir wollten unbedingt eine richtige Familie haben", sagt Maren.

Möglichst groß, blond, sportlich und intelligent

So erstellten sie ein Profil, das der Spender möglichst erfüllen sollte. Augenfarbe, Haarfarbe, Körpergröße - das waren die wesentlichen Voraussetzungen. "Manche Paare geben uns ein Bild des Mannes und wollen jemanden, der musikalisch begabt, sportlich und Akademiker ist", erzählt Emig. Je größer das Anforderungsprofil, desto schwieriger gestalte sich die Suche. Erbkrankheiten werden durch Befragungen und Untersuchungen weitestgehend ausgeschlossen. Doch über die weitere Identität des Spenders bleibt erst einmal vieles im Verborgenen.

Experten raten, das Kind möglichst früh einzuweihen

Ob es dabei bleibt, hängt vor allem davon ab, ob die Eltern ihrem Kind von seiner wahren Herkunft erzählen. Thomas und Maren haben das nicht vor. "Wir haben Angst, dass sich Paul dann von uns abwendet", erklärt Maren. Zudem befürchten beide die Ablehnung ihrer streng katholischen Familien. "Die würden das weder verstehen noch akzeptieren", bedauert Thomas.

Eine Entscheidung, zu der die Expertin Petra Thorn nicht rät. Die Therapeutin berät viele Paare in solchen Situationen und empfiehlt, die Kinder so früh wie möglich aufzuklären. Einerseits könne das Geheimnis die Eltern schwer belasten. Zum anderen leide das Kind - falls es durch Zufall davon erfährt - unter Identitätskrisen und einer Traumatisierung. "Zudem kann es zu einem Vertrauensbruch mit den Eltern führen", warnt die Expertin.

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"Es lohnt sich!" Eltern überzeugt von Samenspender-Therapie

Derzeit klärt nur ein Drittel der Eltern ihre Kinder darüber auf, schätzt Thorn. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts in Hamm, das Anfang Februar einer 21-Jährigen in einem Urteil zusprach, die Identität ihres biologischen Vaters erfahren zu dürfen, hofft Thorn jedoch, dass mehr Eltern den Mut finden, ihre Kinder früh aufzuklären. "Das ist für alle Seiten das Beste", findet die Therapeutin.

Thomas und Maren sind davon noch nicht überzeugt. Wohl aber von dem Ergebnis der Befruchtung durch Spendersamen: Gerade erst hat Maren eine weitere Behandlung hinter sich. Der Samen stammt von dem gleichen Spender wie bei Paul. "Erst jetzt sind wir eine richtige Familie", sagen die beiden und ermutigen Paare in einer ähnlicher Situation den Schritt zu wagen: "Es lohnt sich. Zu 100 Prozent!"

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