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Geschwister: Wie wichtig ist der Altersabstand?

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Geschwister  

Wie wichtig ist der Altersabstand bei Geschwistern?

28.11.2013, 09:51 Uhr | t-online.de, dpa

Geschwister: Wie wichtig ist der Altersabstand?. Gibt es den idealen Altersabstand zwischen Geschwistern?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gibt es den idealen Altersabstand zwischen Geschwistern? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gibt es den perfekten Altersabstand zwischen Geschwistern? Der Münchner Geschwisterforscher Professor Hartmut Kasten beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit den Vor- und den Nachteilen von Altersunterschieden zwischen Geschwistern. Werden diese aber nicht sogar überschätzt? Er sagt, was wirklich Einfluss auf die Beziehung der Geschwister hat.

In einer Umfrage haben wir unsere User gefragt, was sie für den idealen Altersabstand zwischen Geschwistern halten. 14398 Leser haben abgestimmt und mehr als die Hälfte (53,6 Prozent) ist sich einig, dass der Altersabstand am besten drei bis vier Jahre beträgt. Damit treffen die Befragten fast den tatsächlichen Schnitt: Laut Statistischem Bundesamt waren 2010 geborene zweiten Kinder durchschnittlich vier Jahre jünger als ihre erstgeborenen Geschwister. Die dritten Kinder kamen durchschnittlich fünf Jahre nach dem Geburtstag des zweiten Kindes zur Welt.

Häufig nannten die Leser von t-online.de auch einen noch geringeren Altersabstand bei Geschwistern als ideal: Ein Drittel (32,1 Prozent) von ihnen sagte, "eins bis zwei Jahre" seien am besten, während nur 8,8 Prozent "fünf bis sechs Jahre" sowie 5,5 Prozent "sieben Jahre oder mehr" angaben.

Geschwisterexperte hält Altersabstand für überbewertet

Doch wie wichtig ist der Altersabstand von Geschwisterkindern wirklich? Experte Hartmut Kasten ist sich sicher, dass die Bedeutung überschätzt wird. Den stärksten Einfluss auf soziales Verhalten übten vielmehr Eltern und Freunde aus. Kasten (66) hat selbst einen viereinhalb Jahre jüngeren Bruder.

Haben Altersabstände zwischen Geschwisterkindern eine herausragende Bedeutung oder werden sie falsch gewichtet?

Kasten: Altersunterschiede spielen keine große Rolle, im Vergleich zu anderen Faktoren. Menschen entwickeln sich ihr ganzes Leben lang weiter. Ebenso wichtig wie Geschwister sind Eltern, Schule, andere Kinder und Freunde. Außerdem gab es zwar früher stets so etwas wie einen Stammhalter und festgezurrte Wege in der Erziehung. Aber das ist nicht mehr so.

Heute passt sich die Erziehung durch die Eltern den Individuen an. Insgesamt beeinflusst die Geschwisterkonstellation nach unseren Schätzungen nur zu fünf Prozent die Persönlichkeit eines Kindes.

So ist es am angenehmsten für die Eltern

Gibt es trotzdem so etwas wie einen idealen Altersabstand zwischen Brüdern und Schwestern?

Wenn man als Elternteil möchte, dass es entspannt zugeht, dann plant man einen Altersabstand von drei Jahren. In diesem Alter wird zum Beispiel die Geburt eines Geschwisterchens problemlos vom älteren Kind akzeptiert. Das Kind hat dann sein Vertrauen und seine Persönlichkeit weit genug entwickelt und reagiert gelassener. Es empfindet kein "Entthronungstrauma" mehr, das ansonsten im schlimmsten Fall bis ins Erwachsenenalter nachwirken und das Verhältnis zum jüngeren Geschwisterkind ebenso belasten kann wie die Beziehung zur Mutter. Nicht zuletzt profitiert das jüngere Kind natürlich von den Erfahrungen des großen Bruders oder der Schwester.

Und wie ist das bei einem geringeren Abstand?

Ist der Abstand zwischen den Kindern kleiner, resultiert zumeist eine engere Bindung. Außerdem machen Eltern schwierigere Phasen der Erziehung dann nur einmal durch und haben schneller wieder mehr Zeit für sich. Andererseits führt ein geringer Altersabstand der Geschwistern und die empfundene Konkurrenz schneller zu Rivalität und Konflikten.

Man lügt sich in die Tasche, wenn man das abstreitet und sagt, es herrsche immer Harmonie. Nicht zuletzt haben Neid und Streit auch Folgen für spätere Jahre: Wenn man immer wie Hund und Katze gewesen ist, dann hinterlässt das gewisse Spuren.

Lässt sich ein Altersunterschied planen?

Ja, mittlerweile wird das unter anderem in Australien bereits recht liberal praktiziert. Auch in China, das lange unter der strikten Ein-Kind-Politik gelitten hat, erlebt die vergleichende Forschung zwischen Geschwistern und Einzelkindern derzeit einen Boom.

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