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Kita-Ausbau: Bundesländer melden 30.000 mehr Kita-Plätze als erwartet

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Kita-Ausbau  

Bundesländer melden mehr Kita-Plätze als erwartet

12.07.2013, 08:12 Uhr | dpa

Kita-Ausbau: Bundesländer melden 30.000 mehr Kita-Plätze als erwartet. Die Garderobe einer Dresdner Kita ist gut belegt. (Quelle: dpa)

Die Garderobe einer Dresdner Kita ist gut belegt. (Quelle: dpa)

Die Länder haben dem Bundesfamilienministerium rund 813.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige für das kommende Kita-Jahr gemeldet. Das seien bundesweit 30.000 mehr Plätze als der veranschlagte Bedarf, heißt es aus dem Familienministerium.

Nicht nur in den neuen Bundesländern, in denen es bereits eine gute Versorgung gab, sei die Bilanz positiv. Im Westen gebe es ebenfalls eine spürbare Verbesserung, auch dort lägen die Zahlen jetzt nah am berechneten Bedarf, zitiert der Sender NDR info Regierungskreise. Ein Teil dieser Plätze werde derzeit noch mit Bundesgeldern fertig gestellt. Viele warteten aber nur noch auf die Betriebserlaubnis.

Kita-Ausbau 
Bundesregierung sieht Kita-Ausbau im Plan

Die Opposition befürchtet Probleme in Großstädten. zum Video

Schröder: "Beachtlicher Endspurt"

Drei Wochen vor dem Start des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder präsentierte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die aktuellen Zahlen zum Stand des Ausbaus. Grundlage sind Daten, welche die Länder bis Ende Juni an das Ministerium übermittelt haben. Auch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht Zahlen, allerdings mit Stichtag 1. März dieses Jahres.

Die Bundesländer hätten dem Bundesfamilienministerium rund 813.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige gemeldet und damit bundesweit etwa 30.000 mehr als der veranschlagte Bedarf, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). "Es gibt seit Monaten einen beachtlichen Endspurt" beim Ausbau, sagte Schröder.

Optimismus mit Dämpfer

"Wir dürfen fest davon ausgehen, dass mit Inkrafttreten des Rechtsanspruchs zahlenmäßig nahezu ausreichend Kita-Plätze real zur Verfügung stehen werden", sagte die CDU-Politikerin. Die Betreuungsplätze würden allerdings nicht alle bereits ab dem 1. August zur Verfügung stehen, sondern teilweise erst im Laufe des Kita-Jahres, schränkte Schröder ein.

Bei vielen Plätzen werde aber nur noch auf die Betriebserlaubnis der Behörden gewartet. Auf Basis der Meldungen aller Bundesländer versicherte Schröder: "Alle Bundesländer gehen fest davon aus, dass der Bedarf an Kita-Plätzen gesichert ist."

Problem: Regionale Verteilung

Die Angebote seien allerdings regional ungleich verteilt, räumte die Ministerin ein. Vor allem in Großstädten könnten Betreuungsplätze fehlen. Sie gehe aber davon aus, dass zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige am 1. August "zahlenmäßig nahezu ausreichende Kitaplätze" zur Verfügung stehen. Vor allem die Städte hätten in der Tat hohen Bedarf, sagte die Ministerin. "Es ist Aufgabe der Städte, sich auf diesen hohen Bedarf einzustellen und die Kitaplätze zu schaffen."

Engpässe wird es trotzdem geben

Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder tritt am 1. August in Kraft. Für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr gibt es bereits einen solchen Rechtsanspruch.

Die neuen Zahlen bedeuten laut NDR Info nicht, dass zum Stichtag 1. August alle interessierten Eltern tatsächlich auch einen Betreuungsplatz in ihrer Nähe bekommen werden. Vor allem in westdeutschen Ballungszentren werde es Engpässe geben.

Opposition sieht Schönfärberei und Täuschung

Die Opposition warf Schröder Täuschung vor. "Familienministerin Schröder hat uns heute eine geschönte Bilanz präsentiert", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der "Welt". Sie verwies auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, das zum Stichtag 1. März rund 597.000 betreute Kinder unter drei Jahren gezählt hatte. Schröders Ankündigung sei "Wunschdenken an höchster zuständiger Stelle." Besonders im Westen sei das Angebot nicht wie vorgeschrieben bedarfsgerecht: Hier müssten die Hälfte der Krippen und Kitas vor 16.30 Uhr schließen. Auch fehlten Fachkräfte.

Jetzt fehlen noch die Erzieher

Auch Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt kritisierte, dass längst nicht alle einen Kita-Platz bekämen, die ihn benötigten. Zudem hapere es an der Qualität, es fehlten etwa 20.000 Erzieher. Wie die SPD plädierte sie abermals für die Abschaffung des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zuhause aufziehen. "Dieses Geld könnten wir einsparen und in den Aufbau von Kita-Plätzen stecken und natürlich auch in die gute Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern."

Angst um die Qualität

Der Kinderschutzbund hat Zweifel an der Qualität der Betreuung geäußert. "Wenn wir jetzt mehr als 800.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige haben, (...) ist (das) ein atemberaubender Zuwachs", sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, der "Passauer Neuen Presse". Allerdings wären dann "60.000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich notwendig", um die Qualität dieser Betreuungsplätze zu sichern.

"Ding der Unmöglichkeit"

"Mir kann niemand erzählen, dass man so viel Extra-Personal eingestellt hat", sagte Hilgers. "Das gibt der Arbeitsmarkt nicht her. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit in so kurzer Zeit". Er gehe davon aus, "dass die Personalschlüssel heimlich, still und leise weiter verschlechtert worden" seien, was "einen massiven Qualitätsverlust" bedeute. Wenn aber für pädagogische Arbeit keine Zeit mehr sei, könne man sich "all die Sonntagsreden von der frühkindlichen Bildung sparen". Als Konsequenz forderte Hilgers ein Bundesgesetz, das den Ländern klare Vorgaben für Personalschlüssel und Qualität macht.

Umschulung geht nicht so schnell

Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit verschärft der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kleinkinder den Mangel an ausgebildeten Erziehern. Bis 2016 rechne die Bundesbehörde mit einer Lücke von 20.500 Fachkräften, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf ein internes Papier.

Zudem könnten viele arbeitslose Kandidatinnen in diesem Jahr nicht die gewünschte Umschulung zur Erzieherin beginnen. "Wir haben derzeit 1500 Kandidatinnen in der Warteschleife", zitiert das Blatt eine Behördensprecherin. Alle hätten einen Eignungstest gemacht, viele auch ein Schnupperpraktikum. Allerdings hätten einige Bundesländer wie Niedersachsen oder Thüringen bislang nicht die nötigen Voraussetzungen für die Weiterbildungsmaßnahmen geschaffen.

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