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Weichmacher: Spielzeug aus Zeitschriften oft mit Schadstoffen belastet

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Spielzeug aus Zeitschriften  

"Dieses Spielzeug ist Körperverletzung"

03.08.2013, 08:07 Uhr

Weichmacher: Spielzeug aus Zeitschriften oft mit Schadstoffen belastet. Spielzeug aus Plastik sollte keine Weichmacher enthalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Spielzeug aus Plastik sollte keine Weichmacher enthalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Spielzeug, das Kinderzeitschriften beigelegt ist, enthält oft gesundheitsschädigende Substanzen wie wie Blei, Cadmium und Weichmacher. Bei einer labortechnischen Untersuchung im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen waren sechs von acht Spielzeugen mit Schadstoffen belastet.

Vier Spielzeuge enthielten demnach Rückstände des Schwermetalls Cadmium, das Nieren und Knochen schädigen kann. In geringer Menge fand es sich in einem Glitzerfächer, der einem "Prinzessin Lillifee"-Heft beigefügt war, einer Baby-Filly-Mermaid-Figur aus dem "Filly Extra" und einem Tomahawk, den es im Juli zum "Yakari"-Heft dazu gab. Letzterer wies zusätzlich noch vier Milligramm Blei pro Kilogramm auf.

Schwermetalle können Nerven schädigen

Eine deutlich höhere Blei- und Cadmium-Konzentration hatte ein Polizeiabzeichen aus dem Heft "Dino-Action". Blei kann nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung bei Kindern zu bleibenden Nervenschäden, Störungen der Hirnfunktion und zur Beeinträchtigung von Intelligenz und Aufmerksamkeit führen.

Warnung vor dem gelben Einhorn

Besonders negativ fiel ein gelbes Einhorn aus Kunststoff aus dem Heft "Die Prinzessin und das Einhorn" auf. Es besteht zu 8,7 Prozent aus dem schädlichen Weichmacher DEHP, der die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Der Wert übersteige den EU-Grenzwert von 0,1 Prozent um mehr als das 80-fache, kritisierten die Grünen. Deren Verbraucherschutz-Politikerinnen Bärbel Höhn und Nicole Maisch stellten Strafanzeige gegen den Verlag, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Auch die entsprechenden Behörden seien alarmiert worden, um Rückrufe zu ermöglichen, erklärte ein Sprecher Höhns.

Grüne: "Dieses Spielzeug ist Körperverletzung"

"Ein Spielzeug, das laut Laborbericht zu fast neun Prozent aus giftigen Weichmachern besteht, die Unfruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen hervorrufen können, ist Körperverletzung", sagte die Grünen-Abgeordnete Maisch der "Berliner Zeitung". Giftige Weichmacher, Schwermetalle oder Verbrennungsrückstände hätten in Spielzeugen nichts zu suchen, sagte Höhn dem Blatt. Gelinge es den Verlagen nicht, die Schadstoffmengen so weit wie möglich zu reduzieren, müsse über verstärkte staatliche Kontrollen nachgedacht werden.

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