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"Polizeiruf 110: Kinderparadies": Morde unter förderwütigen Eltern

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Polizeiruf "Kinderparadies"  

Brandt findet Eltern, die einander umbringen "nachvollziehbar"

30.09.2013, 16:24 Uhr | cst, Simone Blaß, t-online.de

"Polizeiruf 110: Kinderparadies": Morde unter förderwütigen Eltern. Matthias Brandt verkörpert den Kommissar Hans von Meuffels im Münchner "Polizeiruf". (Quelle: dpa)

Matthias Brandt verkörpert den Kommissar Hans von Meuffels im Münchner "Polizeiruf". (Quelle: dpa)

Im Polizeiruf "Kinderparadies" ging es um Morde unter förderwütigen und überambitionierten Eltern. Matthias Brandt, der den Kommissar Hans von Meuffels spielt, ist selbst Vater einer Tochter und findet Eltern, die aufeinander losgehen, "einleuchtend und nachvollziehbar".

Schöne neue Kinderwelt?

Eine selbstgegründete, quasi handgeschreinerte Kita, wöchentliche Elternabende, auf denen Kinderlieder gesungen werden (von den Eltern), zweijährige Kinder, die Geige lernen und Klavierunterricht erhalten (auf chinesisch natürlich) und nicht zu vergessen, ein Shakespeare-Stück als Puppentheater zum Kindergeburtstag. So wurde im Münchner "Polizeiruf 110" die schöne neue Kinderwelt vorgestellt. Kein Wunder, dass den gestressten und alles richtig machen wollenden Eltern nichts anderes übrigblieb, als sich gegenseitig umzubringen.

"Wie viel Hass da im Raum ist"

Matthias Brandt, der den Kommissar spielt, ist Vater einer 13-jährigen Tochter und hat die dunkle Seite der Elternschaft kennengelernt - auf Elternabenden: "Selten habe ich Situationen erlebt, die so von Aggression geschwängert sind", sagte er der Hamburger Morgenpost. "Was mich da immer total verblüfft: Wie viel Hass da im Raum ist. Mir hat es sofort eingeleuchtet, eine Geschichte zu erzählen von Eltern die einander umbringen, weil die Kinder aufeinander losgehen. Aus meinen Erfahrungen finde ich das einleuchtend und nachvollziehbar."

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Die "überförderten" Kinder

Das Wort "fördern" hat in den letzten Jahren eine ganz neue Bedeutung bekommen, denn dahinter steckt die Angst, das eigene Kind könnte in unserer Leistungsgesellschaft einmal nicht mehr mithalten. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen, auch wenn manche Eltern dabei zu weit gehen. "Dies trifft meines Erachtens vor allem für bestimmte Eltern zu, die bestrebt sind, ihr Kind von Beginn an zu fördern und zwar in jeder Hinsicht. Diese Eltern kümmern sich nicht nur um Sprache, da ist Turnen angesagt, musikalische Früherziehung und vieles mehr. So ein Kind hat dann einen regelrechten Stundenplan in der Woche abzuarbeiten," weiß die Logopädin Dietlinde Schrey-Dern. Sie erlebt immer wieder Eltern, die Angst davor haben, es könne sich ein "Zeitfenster" schließen, bevor das Kind optimal gefördert wurde.

Zwischen Förderung und Förderwahn unterscheiden

"Diese Eltern beobachten ihr Kind sehr genau, da wird dann schon mal aus einer Mücke ein Elefant gemacht." In einem solchen Fall hilft nur Beratung. "Dazu gehört, dass darüber aufgeklärt wird, welche Fähigkeiten das Kind mitbringt und wie die Eltern diese Fähigkeiten stärken können. Das können sie im Alltag ganz hervorragend tun, dazu bedarf es in der Regel keiner Fördermaßnahme."

Angstfantasie von Kinderlosen

Ja, es stimmt - Eltern können nerven und sich gegenseitig das Leben schwermachen, wenn sie meinen, das Beste für ihre Kinder zu wollen. Dass es dabei so zugeht, wie im "Polizeiruf" dargestellt, entspringt aber wohl eher der Angstfantasie eines kinderlosen Drehbuchautors.

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