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Eine Knochenmarkspende rettete Tims Leben

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Tim überlebte dank Knochenmarkspende  

Das ist die Geschichte des kleinen Werbestars

20.03.2014, 09:16 Uhr | aro, t-online.de

Eine Knochenmarkspende rettete Tims Leben. Tims Leben wurde durch eine Knochenmarkspende gerettet. (Quelle: DKMS)

Tims Leben wurde durch eine Knochenmarkspende gerettet. (Quelle: DKMS)

Der zwölfjährige Tim hat Blutkrebs überlebt. Ein Stammzellenspender rettete sein Leben. In der RTL-Sendung "Stern TV" erzählt Tim, warum er heute Werbung für die Knochenmark-Typisierung macht. Mit dem Spruch "Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein" ist er mittlerweile ein kleiner Fernsehstar.

Tim Lissel war erst eineinhalb Jahre alt, als seine Eltern die Schock-Diagnose erhielten: Leukämie. Tim könnte sterben. Für den kleinen Jungen und seine Familie folgte eine jahrelange Tortur. Tim bekam fast ein Jahr lang Chemotherapie, die Nebenwirkungen waren schlimm. "Sein Mund blutete. Er hatte Schmerzen. Ich erinnere mich, dass Tim ein Brötchen in der Hand hatte, aber er konnte nicht essen. Er hat das Brötchen den ganzen Tag festgehalten. Er hat sich daran geklammert wie an sein Leben", erzählt Tims Vater Jörg.

Chemotherapie konnte nicht mehr helfen

Nach der Chemo gingen die Behandlungen noch eineinhalb Jahre weiter. Der Blutkrebs schien besiegt. Tim konnte endlich ein normales Leben führen, musste nicht mehr im Krankenhaus wohnen. Er ging in den Kindergarten.

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Doch als er fünf Jahre alt war, kam der Krebs zurück. Diesmal würde Chemotherapie nicht ausreichen, sagten die Ärzte. Tim brauche eine Stammzellenspende. Ein Spender war auch bald gefunden - doch "wir mussten hören, dass der Spender ausfällt", erzählt Tims Mutter Sylvia. Ihr Blick ist bei der Erinnerung ernst, ihre Stimme wird leiser. "Die Chance, noch einen weiteren zu finden, war gering."

Jeder fünfte sucht vergeblich nach einem Knochenmarkspender

In Deutschland suchen jedes Jahr 4000 Menschen einen passenden Knochenmarkspender, 800 von ihnen ohne Erfolg. Ein Großteil dieser 800 Menschen stirbt.

Jörg Lissel berichtet: "Wir haben erleben müssen, wie Kinder verstorben sind in der Zeit. Wir hatten mit den Eltern zu tun, das Kind lag im selben Zimmer wie Tim, und dann irgendwann mussten wir hören 'Das Kind hat es nicht geschafft' oder 'Das Kind ist jetzt hier um zu sterben'."

So hoch ist die Chance, einen Spender zu finden

Leukämie ist eine Krankheit des blutbildenden Systems. Es werden immer mehr verformte Blutzellen gebildet, die ihre Aufgaben dann nicht mehr richtig erfüllen können. Dazu gehört auch die Infektabwehr. Jede kleine Erkältung kann lebensbedrohlich werden. Neue Stammzellen von einem gesunden Spender können die Krankheit heilen. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient fast vollständig übereinstimmen. Die Chance, einen passenden Spender zu finden, sind unterschiedlich: Bei häufigen Merkmalskombinationen ist die Trefferquote eins zu 10.000, bei seltenen eins zu mehreren Millionen.

Die Übereinstimmungen sind oftmals regional. "Wir suchen daher immer dringend Spender aus ethnischen Minderheiten", sagt Sandra Bothur von der Deutschen Knochenmarkspendedatei DKMS. Denn ein Kind mit beispielsweise einem Elternteil aus Afrika und einem aus Deutschland wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen passenden Spender nur unter Afroeuropäern finden.

Stammzellenspende ist oftmals so einfach wie Blutspende

Der Eingriff selbst ist für den Spender keine große Sache. "In 80 Prozent der Fälle kann man das über eine Blutentnahme machen", sagt Bothur. "Bei weniger als 20 Prozent der Spender wird Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen, unter Vollnarkose. Nicht aus dem Rückenmark - das müssen wir immer wieder richtig stellen."

Wer sich als Knochenmarkspender erfassen lässt, muss nur mit einem Wattestäbchen einen Abstrich seiner Wangenschleimhaut machen und dieses Wattestäbchen einschicken. Neben der DKMS gibt es in Deutschland noch 28 weitere Spenderdateien. Die Daten aller registrierten Spender werden weltweit gesammelt. Rund acht Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben sich typisieren lassen. Viele von ihnen werden jedoch niemals spenden müssen.

Udo war Tims Rettung

Udo Kleimann dagegen bekam eines Tages eine Nachricht. Er kam als Spender für den kleinen Tim in Frage. Für den Familienvater gab es keinen Zweifel: "Ich würde das immer wieder tun", sagt er. Als Tim alt genug war um zu verstehen, was Udo für ihn getan hatte, wollte er seinen Lebensretter kennenlernen. Nach einer Frist von zwei Jahren erlaubt die DKMS die Herausgabe der Daten, wenn beide Seiten zustimmen. So kamen Tim und Udo schließlich zusammen. Sie stellten fest, dass sie nur sieben Kilometer voneinander entfernt wohnten. Die beiden Familien sind bis heute gut befreundet.

"Udo ist unser Held", sagt Sylvia Lissel. "Aber Tim ist auch unser Held. Tim ist derjenige, der uns die Kraft gegeben hat, das durchzustehen. Weil er gekämpft hat, weil er immer gelächelt hat. Er hat das super gemacht, er hat uns stark gemacht."

"Tim wurde uns quasi drei Mal geschenkt", sagt Sylvia lächelnd. Einmal bei der Geburt, einmal nach der erfolgreich überstandenen Chemotherapie und dann ein weiteres Mal durch Udos Knochenmarkspende. Da Tim seit sechs Jahren ohne Symptome ist, gilt er diesmal als endgültig geheilt.

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