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Kitas in Deutschland: : Für die Betreuung fehlen 120.000 Erzieher

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Defizite in der Kinderbetreuung  

Zu viele Kinder für zu wenige Betreuer

26.07.2014, 10:00 Uhr | Matthias Benirschke, dpa

Kitas in Deutschland: : Für die Betreuung fehlen 120.000 Erzieher. Kaum Besserung: Zu wenig Plätze, zu wenig Personal - das Kita-Dilemma.  (Quelle: dpa)

Kaum Besserung: Zu wenig Plätze, zu wenig Personal - das Kita-Dilemma. (Quelle: dpa)

Es gibt inzwischen viel mehr Kita-Plätze. Es hat sich viel getan, seit der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wirksam wurde. Doch an der Qualität hapert es noch, so das Ergebnis einer Studie. Die Autoren fordern fünf Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr, um den Ansprüchen gerecht zu werden.

Für eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Kitas in Deutschland einer Studie zufolge 120.000 zusätzliche Erzieherinnen. Das würde jährlich fünf Milliarden Euro kosten und die Personalaufwendungen in dem Bereich um ein Drittel erhöhen, hat die Bertelsmann Stiftung berechnet.

Ost-West-Gefälle beim Kita-Personalschlüssel

Die Analyse belegt außerdem ein starkes Ost-West-Gefälle beim Personalschlüssel. Darum müsse es bundesweit geltende Qualitätsstandards im Bundes-Kita-Gesetz geben, forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand.

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In Ostdeutschland muss sich der Analyse zufolge rechnerisch eine Erzieherin um 6,3 Krippenkinder kümmern. Im Westen kommen im Durchschnitt 3,8 Kinder auf eine Erzieherin. In Bremen und Baden-Württemberg ist eine Erzieherin durchschnittlich für drei Kinder zuständig, in Sachsen Anhalt hingegen für mehr als sechs Kinder.

Enormer Unterschied: fünf oder acht Kinder zu betreuen

Ähnlich groß sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern auch in Kitas für Kinder ab drei Jahren. Hier liegt der Personalschlüssel im Westen bei 1 zu 9,1 und im Osten bei 1 zu 12,7. Vorzeigeländer sind erneut Bremen (1 zu 7,7) und Baden-Württemberg (1 zu 8). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,9).

In der Praxis sei das Betreuungsverhältnis sogar noch ungünstiger, hieß es. Tatsächlich könne eine Erzieherin nur 75 Prozent ihrer Zeit für die Kinder aufwenden, der Rest entfalle auf Teamgespräche, Fortbildung und Urlaub. Damit betreue eine Erzieherin im Osten also mindestens acht und im Westen fünf Krippenkinder.

Das sind die Forderungen für eine hohe Qualität

Für eine kindgerechte und pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Abzüglich der "Arbeitszeiten ohne Kind" entspreche dies dann in der Realität einem Schlüssel von 1 zu 4. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein. "Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben", sagte Dräger.

Die Kita-Leitung müsse für ihre Leitungsaufgaben freigestellt werden, fordert die Stiftung. Nötig seien außerdem Standards bei Fort- und Weiterbildung. Diese Rahmenbedingungen seien die Voraussetzung dafür, dass das Fachpersonal seine pädagogischen Konzepte umsetzen könne.

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot - entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem im Westen in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand für knapp 662.000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750.000 Betreuungsangebote geben.

Sind die gesteckten Ziele zu erreichen?

Eine Pädagogin, die in Hessen für Qualitätsstandards in Kitas verantwortlich ist, meint: "Unsere Kitas sind eigentlich sehr gut im internationalen Vergleich. Wir haben schon ganz schön viel vorzuweisen." Die Qualität ist gut, die Ausbildung der Erzieher umfassend, viele sind sogar - vor allem in Berlin - überqualifiziert, doch das Gefälle ist das Problem. Einer Familie in der Provinz nützt ein hochwertiger Platz in der Großstadt nichts.

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